Fussballjahr 1955/56: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „Bevor wir in das letzte Bundesliga-Wochenende des Jahres starten, habe ich noch eine frische Folge Fußball History für euch. Heute geht es um die erste Europapokal Saison der Geschichte. Eine Sache vorweg, ich werde mich bei dieser Serie auf die drei Hauptwettbewerbe konzentrieren, also Champions League UEFA Cup, Europapokal der Pokalsieger bzw zum Schluss Conference League. Starten wir also mit der Saison 1955/56 und in dieser Saison gab es zum ersten…“
 
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Bevor wir in das letzte Bundesliga-Wochenende des Jahres starten, habe ich noch eine frische Folge Fußball History für euch.
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Heute kümmern wir uns um die Saison 1955/56, dazu aber eine wichtige Ansage, wir werden uns heute nur auf die nationalen Ligen, Pokalwettbewerbe und die Nationalmannschaft konzentrieren, morgen gibt es dann zum ersten Mal eine Folge zum Europapokal. Dann wird jede Saison immer zwei Folgen bekommen, einmal quasi der nationale Fußball und dann der internationale Fußball.
Heute geht es um die erste Europapokal Saison der Geschichte. Eine Sache vorweg, ich werde mich bei dieser Serie auf die drei Hauptwettbewerbe konzentrieren, also Champions League UEFA Cup, Europapokal der Pokalsieger bzw zum Schluss Conference League.
Legen wir wie immer in Deutschland los. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft nahmen auch in dieser Saison acht Teams teil, alle acht waren schon vorher mal dabei gewesen. Es waren der KSC, Schalke, Kaiserslautern, Hannover, Dortmund, der HSV, Stuttgart und der BFC Viktoria.
Starten wir also mit der Saison 1955/56 und in dieser Saison gab es zum ersten Mal den Europapokal der Landesmeister. Die Idee einen solchen Wettbewerb ins Leben zu rufen gab es schon länger, man hatte schon häufiger darüber nachgedacht, Vorbild war der sogenannte Mitropa Pokal der von 1927 bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges ausgespielt worden war. Die Idee hinter dem neuen Europapokal war, herauszufinden welche Länder die spielstärksten vereinsmannschaften hatten. Anlass war nicht zuletzt die britische Presse. Die Engländer neigten damals durchaus dazu, ihre nationalen Meister als Weltmeister zu erklären. Gabriel Hanot, ehemaliger französischer nationalspieler und 1954 Journalist der französischen sportzeitung L'Equipe hatte 1954 einen Entwurf dazu vorgestellt, wie ein solcher Wettbewerb aussehen konnte und nannte es eine Europameisterschaft der Vereine. Und schon eine Saison später ging es los. Interessanterweise durfte der englische Meister, der FC Chelsea nicht an der ersten Austragung teilnehmen, weil die englische Liga ihnen die Teilnahme verboten hatte.  
Die Teams wurden auf zwei Gruppen zu jeweils vier Teams verteilt.
Es war damals übrigens nicht unbedingt verpflichtend, dass der nationale Meister spielte, das war erst ab 1958 so.  
In Gruppe A spielte der KSC, Schalke, Lautern und Hannover. Die Niedersachsen konnten nicht ganz mithalten, davor war es aber hoch dramatisch. Vor dem letzten Spieltag hatte Schalke 7 Punkte und brauchte im letzten Spiel beim KSC nur noch ein Unentschieden. Kaiserslautern und der KSC hatten jeweils fünf Punkte. Der KSC konnte Schalke aber mit 3:2 besiegen und Hannover verlor zeitgleich in Kaiserslautern 5:3. Damit hatten jetzt alle drei 7 Punkte. Und jetzt hatte der KSC ordentlich Glück, er hatte eigentlich das schlechteste Torverhältnis, aber den besten Torquotient. Und der zählte damals.
An der ersten Saison nahmen 16 Teams teil.
In der anderen Gruppe waren der BVB, der HSV, Stuttgart und der BFC Viktoria. Die letzten beiden spielten keine Rolle, aber zwischen Dortmund und dem HSV war es spannend. Der HSV war durch einen Sieg am vorletzten Spieltag im direkten Duell nach Punkten mit den Schwarz-Gelben gleich gezogen. Und die Rothosen konnten auch am letzten Spieltag in Berlin mit 3:1 gewinnen. Dortmund besiegte den VfB 4:1 und hatte den deutlich besseren Torquotient.
Die Teilnehmer waren der RSC Anderlecht, Aarhus GF, AC Mailand, Partizan Belgrad, PSV Eindhoven, Sporting Lissabon, Hibernian Edinburgh, Djugardens IF, Servette Genf, Real Madrid, Rapid Wien, Gwardia Warschau, Voros Lobogo Budapest, Stade Reims und aus deutscher Sicht Rot-Weiss Essen und 1. FC Saarbrücken.  
Somit stand der BVB im Endspiel gegen den KSC am 24 Juni 1956 in Berlin. Die Badener erwischten den besseren Start Ernst Kunkel brachte das Team vom Wildpark schon in Minute 10 in Führung. Der BVB war aber unbeeindruckt. Alfred Niepielko, Alfred Kelbassa, Alfred Preißler und Wolfgang Peters sorgt bis Minute 57 für eine 4 zu 1 Führung für den BVB. Wilhelm Burgsmüller unterlief zwar noch ein Eigentor, doch das änderte nicht mehr viel. Der BVB war deutscher Meister. Torschützenkönig wurde Alfred Niepielko.
Partizan Belgrad war in der jugoslawischen Liga damals nur auf Platz 5 gelandet, die PSV Eindhoven, war nur zweiter geworden, Edinburgh ebenfalls lediglich auf Platz 5 gelandet, Genf war sogar nur auf Platz sechs, Rapid auf Platz 3 in Österreich, Warschau auf Platz 4 in Polen, Saarbrücken war Dritter der Fußball-Oberliga und Budapest war zweiter in Ungarn geworden. Also ich erzähle euch das, weil ja immer häufig gemeckert wird, damals war alles besser, damals haben nur die Meister gespielt, blablabla zumindestens in dieser ersten Saison war das nicht so
Im DFB-Pokal konnte der KSC sich aber trösten und verteidigte durch einen 3:1-erfolg über den HSV seinen Titel.
Die 16 Teams spielten von Anfang an im k.o-modus mit hin und Rückspiel.  
Ein gewisser Uwe seeler damals gerade 19 Jahre alt brachte den HSV in Minute 16.2 in Führung, dann jedoch folgte ein Doppelpack von Bernhard Termath für die Badener. Den Deckel drauf machte dann Antoine Kohn.
Das erste Spiel des neuen Wettbewerbs fand in Lissabon zwischen Sporting und Partizan Belgrad statt. Es war der 4 september 1955. Joao Martins wurde in Minute 14 die Ehre zuteil, das erste Tor in der Geschichte des Europapokal der Landesmeister zu schießen. Insgesamt hatte er eine ziemlich erfolgreiche Karriere, in 204 spielen konnte er 131 mal treffen. Und er spielte immer nur für die Grün-Weißen aus Lissabon. Obwohl ihm noch ein zweites Tor gelang, endete das Spiel 3:3.
In der DDR muss ich zunächst mal kurz ein bisschen mich wegen gestern entschuldigen, ich habe gestern gesagt, dass Karl Marx Stadt Meister geworden ist in der Saison 54 55, das ist auch faktisch nicht falsch, aber man hat mich darauf aufmerksam gemacht dass das eigentlich Aue war. Also es hat zwar als Wismut Karl Marx Stadt gespielt, dahinter versteckte sich aber eigentlich Aue. Auch in dieser Saison war es sehr sehr spannend im Kampf um den Titel. Drei Teams hatten zwei spieltage vor Schluss jeweils 34 Punkte, nämlich Karl-Marx-Stadt (also Aue), Lokomotive Leipzig und Brieske Senftenberg. Am vorletzten Spieltag konnte Aue sich gegen den BFC Dynamo 3:1 durchsetzen und die beiden Konkurrenten passten. Leipzig unterlag Fortuna Babelsberg und Senftenberg verlor in Zwickau. Mit einem 1:0-sieg über Leipzig machte Aue dann am letzten Spieltag den Deckel drauf. Absteigen mussten zwei Teams. Empor Rostock war frühzeitig abgestiegen, aus diesem Verein sollte später Hansa Rostock werden. Für den zweiten Absteiger kamen am letzten Spieltag noch ganze fünf Teams in Frage. Weißenfels hatte die besten Chancen sich zu retten und brauchte nur ein Unentschieden, sie verloren aber in Stendal mit 2:1. Zwickau brauchte ebenfalls nur ein Unentschieden um sicher zu sein, verlor aber in Babelsberg mit 5:4. Turbine Erfurt unterlag dem 1 FC Frankfurt 2:3. Damit waren Weißenfels und Zwickau trotz ihrer Niederlagen gerettet. Chemnitz spielte im direkten Duell gegen den BFC Dynamo. Der BFC gewann dieses Spiel mit 2:1 und wäre gerettet gewesen, aber sie setzten eine nicht spielberechtigten Spieler ein und so wurde das ganze mit 2:0 für Zwickau gewertet und der BFC Dynamo stieg ab.
Im Rückspiel sollte sich dann Partizan 5:2 durchsetzen und ins Viertelfinale einziehen.  
Torschützenkönig wurde Ernst Lindner von Stendal. Er konnte 18 mal treffen.
Voros Lobogo Budapest, das ist heute der MTK Budapest, konnte Anderlecht im Hinspiel 6:3 und im Rückspiel 4:1 besiegen
Im Pokal gab es eine Überraschung, der Zweitligist Chemie Halle konnte sich überraschend den Pokal gegen vorwärts Berlin sichern. Klaus Büchner brachte im Finale Chemie in Führung, Berlin glich Heinz Kaulmann aus und dann machte Günther Imhof den Siegtreffer für Chemie.
Real Madrid setzte sich zunächst in Genf 2:0 und dann zu Hause 5:0 durch.
Die deutsche Mannschaft hat 1956 acht Spiele bestritten. Es ging los mit einer Niederlage in Düsseldorf gegen Holland mit 1:2.
Am 14 september fand das erste deutsche Spiel im Europapokal der Landesmeister statt, Rot-Weiss Essen traf auf Hibernian Edinburgh. Der deutsche Fußball war damals einfach noch nicht so weit und vor gerade einmal 5000 Zuschauern verlor RWE 0:4. Im Rückspiel gab es immerhin ein 1:1. Fritz Abromeit traf für das Team aus dem Ruhrpott. Djugardens und Warschau trennten sich im Hinspiel 0:0. Das Rückspiel gewannen die Schweden mit 4:1.  
Dann folgte im Mai eine 1:3 Niederlage gegen England.
Aarhus unterlag Reims 0:2. Im Rückspiel gab es ein 2:2.
Dann wurde im Juni gegen Norwegen in Oslo 3:1 gewonnen..
Rapid Wien zauberte beim Hinspiel gegen Eindhoven mit einem 6:1 Sieg. Alfred Körner konnte drei Tore schießen. Das Rückspiel verloren die Hütteldorfer zwar mit 1 zu 0, kamen aber natürlich trotzdem weiter.  
Es folgte ein zwei zu zwei in Solna gegen Schweden.
Der AC Mailand traf auf Saarbrücken und war hier klarer Favorit. Pit Krieger traf in Minute fünf aber für Saarbrücken und das war damals das erste deutsche Tor im Europapokal der Landesmeister. Und es sollte noch besser werden für den FCS, zwar drehte Milan das Spiel zunächst auf 3:1 für die Italiener, doch Saarbrücken gelang eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd, die tatsächlich mit einem 3:4 Auswärtssieg endete. Waldemar Philippi, Karl Schirra und Herbert Martin sorgten für die Überraschung. Im Rückspiel stand es lange 1:1. Doch als in Minute 75 Theodor Puff ein Eigentor unterlief, brach der FCS zusammen und Milan siegte 4:1. Somit waren beide deutsche Teams im Achtelfinale ausgeschieden.  
Dann gab es drei Niederlagen in Folge, in Hannover 1:2 gegen die Sowjetunion in Frankfurt eins zu drei gegen die Schweiz und den Dublin 0:3 gegen Irland.
Schauen wir auf das Viertelfinale. Djugardens traf auf Hibernian. Das Team aus Schottland konnte das Hinspiel 3:1 und das Rückspiel 1:0 gewinnen. Reims besiegte Budapest im Hinspiel 4 zu 2. Im Rückspiel in Ungarn führten die Franzosen bereits mit 4:1, Budapest startete noch eine Aufholjagd und kam tatsächlich noch zum 4:4, was aber nicht reichte.  
Erst das letzte Spiel des Jahres, einen Tag vor Heiligabend konnte man in Köln 4:1 gegen Belgien gewinnen.
Real Madrid verprügelte im Hinspiel Belgrad mit 4:0. Das Rückspiel wäre aber um ein Haar zu einer riesen Sensation geworden, denn die Serben kamen zu einem 3:0 Sieg. Fast hätten Sie eines der größten Comebacks in der Geschichte des Europapokals geschafft.  
In England war es im Kampf um den Titel nicht spannend. Manchester United dominierte nach Belieben. Und sicherte sich souverän die Meisterschaft. Im Kampf gegen den Abstieg war es da schon deutlich spannender. Vor dem letzten Spieltag standen drei Teams bei jeweils 33 Punkten. Sheffield United, Aston Villa und Huddersfield Town. Huddersfield hat er das schlechteste Torverhältnis und brauchte deshalb unbedingt Punkte. Und tatsächlich gelang ihnen ein 2:1 Sieg in Tottenham. Doch weil Villa in Preston 1:0 gewinnen konnte, war Huddersfield trotzdem abgestiegen. Nun kam es auf Sheffield United an, sie mussten nun unbedingt zu Hause gegen Sunderland gewinnen. Und es sagt gut aus, United führte früh mit 2:0. Doch die black Cats konnten das Spiel noch drehen und so musste Sheffield absteigen.
Zwischen Rapid und Milan gab es im Hinspiel ein 1:1. Im Rückspiel allerdings machten die rossuneri kurzen Prozess und verprügelten Rapid mit 7:2.
Torschützenkönig wurde Nat Lofthouse von den Bolton Wanderers. Er konnte 30 Tore schießen. Beeindruckend ist seine Karriere in der Nationalmannschaft, in 33 Spielen machte er 30 Tore. Den Pokal holte sich Manchester City. Im Finale wurde Birmingham 3:1 besiegt. Joe Hayes brachte sein Team schon in der dritten Minute in Führung, Noel Kinsey konnte ihn Minute 15 ausgleichen. Jack Dyson brachte City wieder in Führung in Minute 62 und 2 Minuten später sorgte Bobby Johnstone für die Entscheidung.
Im Halbfinale setzte sich Reims mit zwei Siegen gegen Hibernian durch. Real gewann das Hinspiel gegen Milan 4:2. Das Rückspiel in Mailand brachte einen späten 2:1 Sieg für die Italiener. Das Tor zum 2:1 in Minute 89 kam aus italienischer Sicht einfach zu spät für eine Aufholjagd.  
In Spanien lieferten sich Bilbao und Barcelona eine Zweikampf um den Titel. Am drittletzten Spieltag übernahm Bilbao mit einem Sieg im direkten Duell die Tabellenführung. Am vorletzten Spieltag konnten beide ihr Spiel gewinnen, Barcelona im Derby gegen Espanyol und Bilbao in Alaves. Somit hatte Bilbao einen zähler Vorsprung vor dem letzten Spieltag. Barcelona wollte seine letzte Chance nutzen und gewann in Leonesa 1:0. Bilbao musste daher selber gegen Valladolid gewinnen, das gelang ihnen mit 3:0 auch.
Und somit standen sich im ersten Finale des Europapokals der Landesmeister Real Madrid und Stade Reims gegenüber, und gespielt wurde in Frankreich im Pariser prinzenpark am 13 Juni 1956. 38.239 Zuschauer waren im Stadion, man merkt an den zuschauerzahlen, das Interesse war damals eher so überschaubar. Michel Leblond und Jean Templin sorgten für eine frühe 2:0 Führung der Franzosen. Nach 10 Minuten sah es gar nicht gut aus für Real. Doch Alfredo di Stefano konnte schon in Minute 14 verkürzen. Hector Rial gelang nach einer halben Stunde sogar der Ausgleich. In Minute 62 Flug der Zeiger aber wieder in Richtung der Franzosen aus Michel Hidalgo brachte sein Team mit 3:2 in Führung. Doch wieder konnte Real antworten.Marquitos besorgte in Minute 67 den Ausgleich. Und in Minuten 79 besorgte Hector Rial den Siegtreffer für die Königlichen. Er und Alfredo die Stefano bildet damals ein grandioses Duo.
Im Abstiegskampf mussten wieder die letzten beiden direkt runter und die beiden Teams davor in die Relegation. Die Frage nach dem direkten absteigern war schnell geklärt. Hercules Alicante und CD Leonesa waren frühzeitig abgestiegen. Im Kampf gegen die relegationen hatten noch fünf Teams vor dem letzten Spieltag etwas zu befürchten. La Coruna hatte die beste Ausgangslage und brauchte nur ein Unentschieden um sicher durch zu sein, doch es setzte eine 4 zu 1 Niederlage bei Atletico. Murcia könnte sich mit einem Sieg sicher retten. Doch auch sie verloren, 2:0 in Las Palmas. Las Palmas war übrigens auch gefährdet, mit diesem Sieg überholten sie aber Murcia. Der nächste Kandidat war Vigo. Sie konnten gegen den FC Sevilla 3:1 gewinnen und waren gerettet. Nun kam es noch auf Alaves an. Doch die verloren deutlich bei Espanyol 6:0. So musste Alaves gemeinsam mit Murcia in die Relegation.
Real Madrid gewann so den ersten europapokal der Landesmeister, Torschützenkönig wurde aber nicht einer der königlichen, sondern ein Spieler von Partizan Belgrad. Die Rede ist von Milos Milutinovic. Er war acht Mal erfolgreich..  
Und hier blamierte sich vor allem Alaves. Sie konnten von den zehn Spielen in der Relegation nur ein einziges gewinnen. Murcia lieferte zwar nicht ganz so eine Katastrophe ab, es reichte aber auch hier nicht für den Klassenerhalt. Aufsteigen durften Saragossa und SD Espana Industrial. Dieser Verein existiert heutzutage nicht mehr, er wurde 1970 aufgelöst um gemeinsam mit Atletic Catalunya den FC Barcelona Atletic zu gründen. Ganz interessant finde ich das Logo, es ist blau-weiß, aber davor thront ein Pferdekopf auf einem Ball.
Was man sich im Nachhinein vielleicht mal überlegen kann, ist wie anders sich möglicherweise die Geschichte von Real Madrid und die Geschichte von Reims hätte, wenn dieses Spiel was ja durchaus möglich war, sich in die andere Richtung entwickelt hätte. Heute ist Real die absolute Nummer eins im Weltfußball und die Franzosen sind in der zweiten Liga.
Torschützenkönig wurde Alfredo di Stefano mit 24 Toren.
Im spanischen Pokalfinale machte Bilbao das Double perfekt. Gegen Atletico Madrid gab es einen 2:1 Sieg. Francesco Molina brachte Atletico in Führung, doch Jose Luis Arteche und Jose Maria Maguregui brachten Bilbao den Sieg vor 125.000 Zuschauern im Bernabeu.
In der Serie A war der Titel sehr schnell vergeben. Florenz dominierte die Liga nach Belieben und holte sich höchst überlegen den Titel. Die fiorentina verlor nur ein einziges Spiel und zeichnete sich vor allem durch eine starke Defensive aus, in 34 Spielen gab es nur 20 Gegentore. Im Abstiegskampf gab es keine Spannung, Pro Patria war völlig überfordert und auch Novara war zeitig abgestiegen.
Zur Abwechslung gewann mal kein Skandinavier in Italien die Torschützenliste, sondern ein Italiener Gino Pivatelli machte für Bologna 29 Tore. Später in seiner Karriere sollte er mal mit dem AC Mailand Meister werden.
Schauen wir zum Schluss noch nach Frankreich. Im Kampf um die Meisterschaft hätten zwei spieltage Verschluss noch sechs Teams Meister werden können, allerdings hatte Nizza auch schon drei Punkte Vorsprung auf den zweiten und am vorletzten Spieltag machten sie mit einem Auswärtssieg in Bordeaux alles klar.
Im Kampf gegen den Abstieg musste die letzten beiden direkt runter, der drittletzte in die Relegation. Troyes war schon vor dem vorletzten Spieltag direkt abgestiegen. Metz hatte 27 Punkte und konnte schlechtesten falls noch in die Relegation rutschen, auch du hatte 24 Punkte und Lille 22. Da Bordeaux wie wir ja wissen am vorletzten später gegen Nizza verloren hat, war Metz gerettet. Lille konnte 6:1 in Troyes gewinnen und zog aufgrund des besseren torverhältnisses an Bordeaux vorbei. Am letzten Spieltag verloren sie aber in Marseille und waren wieder gefährdet. Bordeaux hätte ein Unentschieden gereicht um doch noch in die Relegation zu kommen, doch sie verloren in Monaco.
Lille musste zum zweiten Mal in Folge in die Relegation. Gegner war Valenciennes. Valenciennes konnte das erste Spiel mit 1 zu 0 gewinnen, verlor aber im Rückspiel 2:1. Es kam zu einem Entscheidungsspiel und dieses gewann Valenciennes 4:0.
Torschützenkönig wurde Thadee Cisowski von Racing Paris mit 31 Toren.
Den französischen Pokal sicherte sich in einem Außenseiter Finale Sedan gegen Troyes.
Sedan konnte durch ein Tor von Diego Cuenca in Minute 13 in Führung gehen.
Ein Eigentor von Jean Thuane sorgte für das 2:0 in Minute 34 und in Minute 57 machte Pierre Tillon die Entscheidung. Troyes gelang nur noch das Ehrentor durch Fernand De Vlaeminck.
Übrigens noch ein kleiner fun fact, die Fans von Sedan leisten mit einem lebenden Wildschwein an

Aktuelle Version vom 13. Januar 2026, 16:10 Uhr

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Heute kümmern wir uns um die Saison 1955/56, dazu aber eine wichtige Ansage, wir werden uns heute nur auf die nationalen Ligen, Pokalwettbewerbe und die Nationalmannschaft konzentrieren, morgen gibt es dann zum ersten Mal eine Folge zum Europapokal. Dann wird jede Saison immer zwei Folgen bekommen, einmal quasi der nationale Fußball und dann der internationale Fußball. Legen wir wie immer in Deutschland los. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft nahmen auch in dieser Saison acht Teams teil, alle acht waren schon vorher mal dabei gewesen. Es waren der KSC, Schalke, Kaiserslautern, Hannover, Dortmund, der HSV, Stuttgart und der BFC Viktoria. Die Teams wurden auf zwei Gruppen zu jeweils vier Teams verteilt. In Gruppe A spielte der KSC, Schalke, Lautern und Hannover. Die Niedersachsen konnten nicht ganz mithalten, davor war es aber hoch dramatisch. Vor dem letzten Spieltag hatte Schalke 7 Punkte und brauchte im letzten Spiel beim KSC nur noch ein Unentschieden. Kaiserslautern und der KSC hatten jeweils fünf Punkte. Der KSC konnte Schalke aber mit 3:2 besiegen und Hannover verlor zeitgleich in Kaiserslautern 5:3. Damit hatten jetzt alle drei 7 Punkte. Und jetzt hatte der KSC ordentlich Glück, er hatte eigentlich das schlechteste Torverhältnis, aber den besten Torquotient. Und der zählte damals. In der anderen Gruppe waren der BVB, der HSV, Stuttgart und der BFC Viktoria. Die letzten beiden spielten keine Rolle, aber zwischen Dortmund und dem HSV war es spannend. Der HSV war durch einen Sieg am vorletzten Spieltag im direkten Duell nach Punkten mit den Schwarz-Gelben gleich gezogen. Und die Rothosen konnten auch am letzten Spieltag in Berlin mit 3:1 gewinnen. Dortmund besiegte den VfB 4:1 und hatte den deutlich besseren Torquotient. Somit stand der BVB im Endspiel gegen den KSC am 24 Juni 1956 in Berlin. Die Badener erwischten den besseren Start Ernst Kunkel brachte das Team vom Wildpark schon in Minute 10 in Führung. Der BVB war aber unbeeindruckt. Alfred Niepielko, Alfred Kelbassa, Alfred Preißler und Wolfgang Peters sorgt bis Minute 57 für eine 4 zu 1 Führung für den BVB. Wilhelm Burgsmüller unterlief zwar noch ein Eigentor, doch das änderte nicht mehr viel. Der BVB war deutscher Meister. Torschützenkönig wurde Alfred Niepielko. Im DFB-Pokal konnte der KSC sich aber trösten und verteidigte durch einen 3:1-erfolg über den HSV seinen Titel. Ein gewisser Uwe seeler damals gerade 19 Jahre alt brachte den HSV in Minute 16.2 in Führung, dann jedoch folgte ein Doppelpack von Bernhard Termath für die Badener. Den Deckel drauf machte dann Antoine Kohn. In der DDR muss ich zunächst mal kurz ein bisschen mich wegen gestern entschuldigen, ich habe gestern gesagt, dass Karl Marx Stadt Meister geworden ist in der Saison 54 55, das ist auch faktisch nicht falsch, aber man hat mich darauf aufmerksam gemacht dass das eigentlich Aue war. Also es hat zwar als Wismut Karl Marx Stadt gespielt, dahinter versteckte sich aber eigentlich Aue. Auch in dieser Saison war es sehr sehr spannend im Kampf um den Titel. Drei Teams hatten zwei spieltage vor Schluss jeweils 34 Punkte, nämlich Karl-Marx-Stadt (also Aue), Lokomotive Leipzig und Brieske Senftenberg. Am vorletzten Spieltag konnte Aue sich gegen den BFC Dynamo 3:1 durchsetzen und die beiden Konkurrenten passten. Leipzig unterlag Fortuna Babelsberg und Senftenberg verlor in Zwickau. Mit einem 1:0-sieg über Leipzig machte Aue dann am letzten Spieltag den Deckel drauf. Absteigen mussten zwei Teams. Empor Rostock war frühzeitig abgestiegen, aus diesem Verein sollte später Hansa Rostock werden. Für den zweiten Absteiger kamen am letzten Spieltag noch ganze fünf Teams in Frage. Weißenfels hatte die besten Chancen sich zu retten und brauchte nur ein Unentschieden, sie verloren aber in Stendal mit 2:1. Zwickau brauchte ebenfalls nur ein Unentschieden um sicher zu sein, verlor aber in Babelsberg mit 5:4. Turbine Erfurt unterlag dem 1 FC Frankfurt 2:3. Damit waren Weißenfels und Zwickau trotz ihrer Niederlagen gerettet. Chemnitz spielte im direkten Duell gegen den BFC Dynamo. Der BFC gewann dieses Spiel mit 2:1 und wäre gerettet gewesen, aber sie setzten eine nicht spielberechtigten Spieler ein und so wurde das ganze mit 2:0 für Zwickau gewertet und der BFC Dynamo stieg ab. Torschützenkönig wurde Ernst Lindner von Stendal. Er konnte 18 mal treffen. Im Pokal gab es eine Überraschung, der Zweitligist Chemie Halle konnte sich überraschend den Pokal gegen vorwärts Berlin sichern. Klaus Büchner brachte im Finale Chemie in Führung, Berlin glich Heinz Kaulmann aus und dann machte Günther Imhof den Siegtreffer für Chemie. Die deutsche Mannschaft hat 1956 acht Spiele bestritten. Es ging los mit einer Niederlage in Düsseldorf gegen Holland mit 1:2. Dann folgte im Mai eine 1:3 Niederlage gegen England. Dann wurde im Juni gegen Norwegen in Oslo 3:1 gewonnen.. Es folgte ein zwei zu zwei in Solna gegen Schweden. Dann gab es drei Niederlagen in Folge, in Hannover 1:2 gegen die Sowjetunion in Frankfurt eins zu drei gegen die Schweiz und den Dublin 0:3 gegen Irland. Erst das letzte Spiel des Jahres, einen Tag vor Heiligabend konnte man in Köln 4:1 gegen Belgien gewinnen. In England war es im Kampf um den Titel nicht spannend. Manchester United dominierte nach Belieben. Und sicherte sich souverän die Meisterschaft. Im Kampf gegen den Abstieg war es da schon deutlich spannender. Vor dem letzten Spieltag standen drei Teams bei jeweils 33 Punkten. Sheffield United, Aston Villa und Huddersfield Town. Huddersfield hat er das schlechteste Torverhältnis und brauchte deshalb unbedingt Punkte. Und tatsächlich gelang ihnen ein 2:1 Sieg in Tottenham. Doch weil Villa in Preston 1:0 gewinnen konnte, war Huddersfield trotzdem abgestiegen. Nun kam es auf Sheffield United an, sie mussten nun unbedingt zu Hause gegen Sunderland gewinnen. Und es sagt gut aus, United führte früh mit 2:0. Doch die black Cats konnten das Spiel noch drehen und so musste Sheffield absteigen. Torschützenkönig wurde Nat Lofthouse von den Bolton Wanderers. Er konnte 30 Tore schießen. Beeindruckend ist seine Karriere in der Nationalmannschaft, in 33 Spielen machte er 30 Tore. Den Pokal holte sich Manchester City. Im Finale wurde Birmingham 3:1 besiegt. Joe Hayes brachte sein Team schon in der dritten Minute in Führung, Noel Kinsey konnte ihn Minute 15 ausgleichen. Jack Dyson brachte City wieder in Führung in Minute 62 und 2 Minuten später sorgte Bobby Johnstone für die Entscheidung. In Spanien lieferten sich Bilbao und Barcelona eine Zweikampf um den Titel. Am drittletzten Spieltag übernahm Bilbao mit einem Sieg im direkten Duell die Tabellenführung. Am vorletzten Spieltag konnten beide ihr Spiel gewinnen, Barcelona im Derby gegen Espanyol und Bilbao in Alaves. Somit hatte Bilbao einen zähler Vorsprung vor dem letzten Spieltag. Barcelona wollte seine letzte Chance nutzen und gewann in Leonesa 1:0. Bilbao musste daher selber gegen Valladolid gewinnen, das gelang ihnen mit 3:0 auch. Im Abstiegskampf mussten wieder die letzten beiden direkt runter und die beiden Teams davor in die Relegation. Die Frage nach dem direkten absteigern war schnell geklärt. Hercules Alicante und CD Leonesa waren frühzeitig abgestiegen. Im Kampf gegen die relegationen hatten noch fünf Teams vor dem letzten Spieltag etwas zu befürchten. La Coruna hatte die beste Ausgangslage und brauchte nur ein Unentschieden um sicher durch zu sein, doch es setzte eine 4 zu 1 Niederlage bei Atletico. Murcia könnte sich mit einem Sieg sicher retten. Doch auch sie verloren, 2:0 in Las Palmas. Las Palmas war übrigens auch gefährdet, mit diesem Sieg überholten sie aber Murcia. Der nächste Kandidat war Vigo. Sie konnten gegen den FC Sevilla 3:1 gewinnen und waren gerettet. Nun kam es noch auf Alaves an. Doch die verloren deutlich bei Espanyol 6:0. So musste Alaves gemeinsam mit Murcia in die Relegation. Und hier blamierte sich vor allem Alaves. Sie konnten von den zehn Spielen in der Relegation nur ein einziges gewinnen. Murcia lieferte zwar nicht ganz so eine Katastrophe ab, es reichte aber auch hier nicht für den Klassenerhalt. Aufsteigen durften Saragossa und SD Espana Industrial. Dieser Verein existiert heutzutage nicht mehr, er wurde 1970 aufgelöst um gemeinsam mit Atletic Catalunya den FC Barcelona Atletic zu gründen. Ganz interessant finde ich das Logo, es ist blau-weiß, aber davor thront ein Pferdekopf auf einem Ball. Torschützenkönig wurde Alfredo di Stefano mit 24 Toren. Im spanischen Pokalfinale machte Bilbao das Double perfekt. Gegen Atletico Madrid gab es einen 2:1 Sieg. Francesco Molina brachte Atletico in Führung, doch Jose Luis Arteche und Jose Maria Maguregui brachten Bilbao den Sieg vor 125.000 Zuschauern im Bernabeu. In der Serie A war der Titel sehr schnell vergeben. Florenz dominierte die Liga nach Belieben und holte sich höchst überlegen den Titel. Die fiorentina verlor nur ein einziges Spiel und zeichnete sich vor allem durch eine starke Defensive aus, in 34 Spielen gab es nur 20 Gegentore. Im Abstiegskampf gab es keine Spannung, Pro Patria war völlig überfordert und auch Novara war zeitig abgestiegen. Zur Abwechslung gewann mal kein Skandinavier in Italien die Torschützenliste, sondern ein Italiener Gino Pivatelli machte für Bologna 29 Tore. Später in seiner Karriere sollte er mal mit dem AC Mailand Meister werden. Schauen wir zum Schluss noch nach Frankreich. Im Kampf um die Meisterschaft hätten zwei spieltage Verschluss noch sechs Teams Meister werden können, allerdings hatte Nizza auch schon drei Punkte Vorsprung auf den zweiten und am vorletzten Spieltag machten sie mit einem Auswärtssieg in Bordeaux alles klar. Im Kampf gegen den Abstieg musste die letzten beiden direkt runter, der drittletzte in die Relegation. Troyes war schon vor dem vorletzten Spieltag direkt abgestiegen. Metz hatte 27 Punkte und konnte schlechtesten falls noch in die Relegation rutschen, auch du hatte 24 Punkte und Lille 22. Da Bordeaux wie wir ja wissen am vorletzten später gegen Nizza verloren hat, war Metz gerettet. Lille konnte 6:1 in Troyes gewinnen und zog aufgrund des besseren torverhältnisses an Bordeaux vorbei. Am letzten Spieltag verloren sie aber in Marseille und waren wieder gefährdet. Bordeaux hätte ein Unentschieden gereicht um doch noch in die Relegation zu kommen, doch sie verloren in Monaco. Lille musste zum zweiten Mal in Folge in die Relegation. Gegner war Valenciennes. Valenciennes konnte das erste Spiel mit 1 zu 0 gewinnen, verlor aber im Rückspiel 2:1. Es kam zu einem Entscheidungsspiel und dieses gewann Valenciennes 4:0. Torschützenkönig wurde Thadee Cisowski von Racing Paris mit 31 Toren. Den französischen Pokal sicherte sich in einem Außenseiter Finale Sedan gegen Troyes. Sedan konnte durch ein Tor von Diego Cuenca in Minute 13 in Führung gehen. Ein Eigentor von Jean Thuane sorgte für das 2:0 in Minute 34 und in Minute 57 machte Pierre Tillon die Entscheidung. Troyes gelang nur noch das Ehrentor durch Fernand De Vlaeminck. Übrigens noch ein kleiner fun fact, die Fans von Sedan leisten mit einem lebenden Wildschwein an