Fussballjahr 1923

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Hallo leute! Gibt es einen besseren Weg die neue Woche zu beginnen, als eine neue Folge meiner Serie Fußball History? Heute sind wir im Jahr 1923 und wir schauen mal wieder nach Deutschland, auf die Nationalmannschaft, nach England, Spanien, Italien und Frankreich. Heute haben wir einen Star mit schrecklichem Hintergrund, ein kleiner Verein in Spanien erlebt das beste Jahr seiner Geschichte und in Frankreich gibt es eine Kontroverse im Pokal Wie immer beginnen wir unsere Reise in Deutschland. Und eines kann ich schon mal vorwegnehmen, anders als 1922 sollte es dieses Mal einen deutschen Meister geben. In diesem Jahr nahmen 7 Teams an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. Sechs davon hatten schon zuvor mindestens einmal teilgenommen, das waren die Spielvereinigung Fürth, Hamburger SV, der SC Union Oberschöneweide, der VfB Königsberg, die Vereinigten Breslauer Sportfreunde und Arminia Bielefeld, dass damals den Namen 1. Bielefelder FC Arminia trug. Der einzige Neuling kam aus Dresden und hieß SV Guts-Muts Dresden. Und ich bin jetzt mal ehrlich zu euch, auch ich habe vor dem Schreiben dieser Folge von diesem Verein noch nie etwas gehört. Er wurde 1902 gegründet und existierte bis zum Ende des zweiten weltkriegs danach gab es einen Nachfolge-Verein, nämlich die BSG Turbine Dresden, die heute SSV Turbine Dresden heißt. Ansonsten kann ich euch nur noch sagen, dass die Vereinsfarben Blau-Weiß waren. Im Viertelfinale setzte sich Fürth ausgerechnet in Nürnberg gegen Breslau mit 4:0. Bielefeld und Oberschöneweide spielten in Bochum gegeneinander und das Spiel endete 0:0 nach Verlängerung. Es gab ein Wiederholungsspiel in Berlin, das ging wieder in die Verlängerung, dieses Mal gewann Oberschöneweide 2:1. Der HSV setzte sich in Altona gegen Dresden mit 2:0 durch Königsberg hatte ein Freilos. Im Halbfinale unterlag Königsberg in Stettin dem HSV 2:3. Oberschöneweide setzte sich in Halle 2:1 gegen Fürth durch. So trafen am 10 juni 1923 in Berlin der HSV und der SC Union Oberschöneweide aufeinander. 64.000 Menschen wollten das Spiel sehen und Otto Harder brachte den HSV nach 34 Minuten in Führung. Ludwig Breuel erhöhte in der 70 Minute auf 2:0 und die Entscheidung besorgte Karl Schneider in der 90 Minute. Der HSV war deutscher Meister und dieses Mal nahmen sie diesen Titel auch an. Allerdings liegt ein gewisser Schatten darauf, der entscheidende Spieler war Otto Harder. Er wurde mit fünf Toren Torschützenkönig, allerdings ist er auch ein bekennender Nazi gewesen. Er war Aufseher in verschiedenen Konzentrationslagern. Er wurde 1947 zu 15 Jahren zuchthaus verurteilt, aber schon Weihnachten 1951 freigelassen. Auch der HSV gab damals kein gutes Bild ab, man hat ihn zwar zunächst aus dem Verein ausgeschlossen, als er aber nach seiner Haft wieder aufgenommen wurde wurde er frenetisch gefeiert. 1974 hat der HSV sogar mal eine Broschüre zur Fußball-WM in Deutschland rausgegeben, bei der Otto Harder zusammen mit Leuten wie Uwe Seeler als Vorbild für die Jugend genannt wurde. Ich bin wirklich kein Fan davon, wenn man die deutsche Geschichte immer auf diese 12 Jahre reduziert aber dass man einen Kriegsverbrecher derart glorifiziert war schon problematisch. Mittlerweile hat der HSV auch seine Vergangenheit aufgearbeitet das sei fairerweise auch gesagt. Die Nationalmannschaft spielte 1923 sechs Spiele. Gleich am Neujahrstag gab es das erste gegen Italien, dies wurde in Mailand 1:3 verloren. Im Mai gab es ein 0:0 in Hamburg gegen Holland. Es folgte im Juni ein 2:1 in Basel gegen die Schweiz und Ende Juni eine 1:2 Niederlage in Stockholm gegen Schweden. Im August verlor Deutschland in Helsinki ebenfalls mit 1 zu 2 gegen Finnland und dann gab es im November noch einen 1:0-sieg in Hamburg gegen Norwegen. In England gegen der Titel an den FC Liverpool. Die reds hat man am Ende sechs Punkte Vorsprung auf Sunderland. Torschützenkönig wurde Charlie Buchan. Er spielte damals für Sunderland und machte 30 Tore. Den Pokal sicherte sich Bolton durch einen 2:0 Erfolg über West ham. Die Tore gelangen David Jack und Jack Smith. Für die Bolton Wanderers sollte es der Beginn einer durchaus erfolgreichen Zeit im Pokal werden, die 20er Jahre waren so die beste Zeit dieses Vereins. Schauen wir nach Spanien. Auch in diesem Jahr wurde der Titel noch in der Copa del Rey ausgespielt. 1929 sollte dann die Primera Division folgen. 1923 waren acht Teams dabei, der FC Sevilla, Sporting Gijon, Athletic Bilbao, Real Vigo Sporting Club, Real Sociedad San Sebastian, CD Europa, FC Valencia und Real Madrid. Noch immer gab es die wie ich finde etwas blöde Regelung dass wenn beide Teams im Viertelfinale oder im Halbfinale jeweils ein Spiel gewinnen, es dann ein Entscheidungsspiel geben muss. Real Madrid unterlag zweimal deutlich gegen Bilbao mit 1:3 und 0:5. Vigo gewann das erste Spiel gegen San Sebastian 3:1, verlor aber das Rückspiel 0:3. Das Entscheidungsspiel gewann dann San Sebastian 4:1. Valencia gewann das erste Spiel gegen Gijon 1:0, verlor aber das Rückspiel 6:1. Das Entscheidungsspiel gewann Gijon mit 2:0. CD Europa konnte beide Spiele gegen Sevilla gewinnen, 4 zu 0 und 2:1. Im Halbfinale kam es zum baskischen Derby zwischen San Sebastian und Bilbao. Nach einem 0:0 im Hinspiel konnte Bilbao das Rückspiel 2:0 gewinnen. CD Europa gewann beide Spiele gegen Gijon. Erst mit 3:2, dann mit 2:1. Das Finale zwischen Bilbao und CD Europa fand am 13 Mai 1923 um 16:30 Uhr in Barcelona statt. Vielleicht kurz mal etwas zu CD Europa, ich glaube da kann sich jetzt nicht jeder was drunter vorstellen, das ist ein Verein aus Barcelona den es auch heute noch gibt, und der in der vierten Liga heutzutage spielt. Als die Primera Division eingeführt wurde, waren sie Gründungsmitglied, haben sich drei Jahre gehalten sind dann aber verschwunden. Das einzige Tor erzielte Manuel Lopez Llamosas, der besser bekannt war als Travieso für Bilbao. Er traf in der 29 Minute. Bilbao war damit zum 9 mal Meister und man kann wohl sagen in dieser Zeit war Bilbao größer als Verein als Real und Barca. Torschützenkönig wurde Manuel Cros mit vier Toren von CD Europa. Schauen wir nach Italien. In Italien gab es nach den Unstimmigkeiten 1922 nun wieder nur noch einen Meister. Es wurde so gespielt, dass zunächst wieder ein Meister im Norden und ein Meister im Süden ermittelt wurde. Im Norden gab es drei Gruppen, die mit jeweils 12 Teams besetzt waren und der jeweilige Sieger qualifizierte sich für die nächste. Die letzten vier jeder Gruppe mussten jedoch absteigen. In der ersten Gruppe spielten Speranza Savona, Petrarca Calcio, US Torinese, AC Mantova, Virtus Bologna, Inter Mailand, AS Casale, Hellas Verona, SC Pisa, SG Sampierdarenese, FBC Turin und SG Pro Vercelli. Pro Vercelli setzte sich souverän durch vor dem FBC Turin. Absteigen mussten Mantova, Torinese, Petrarca und Speranza. Letztgenannte konnten kein einziges Spiel gewinnen. In der zweiten Gruppe spielten Udinese Calcio, Esperia FC, US Rivarolese, Derthona FBC, AC Spezia, US Cremonese, FC Modena, Juventus Turin, AC Mailand, FC Bologna, AC Legnano und CFC Genua. Ein kleiner Fakt noch zu Derthona: Dieser Verein hat sich die Farben schwarz und Weiß ausgesucht, weil die damals erfolgreichen Teams Pro Vercelli und Casale diese Farben ebenfalls hatten, und man so symbolisieren wollte, dass man ebenfalls große Ambitionen hat. Ist nicht wirklich was geworden, denn mehr als die zweite Liga sprang nie heraus. Aktuell befindet sich das Team im Abstiegskampf der vierten Liga. Der CFC Genua setzte sich souverän durch und verlor kein einziges seiner 22 Spiele. Runter ging es für Udinese, Esperia, Rivarolese und Derthona. Dabei hatten jetzt genannte Pech. Sie waren nämlich punktgleich mit Spezia. Und man hatte das bessere Torverhältnis, doch damals musste ein Entscheidungsspiel herhalten, das erste endete 0:0, das zweite konnte Spezia mit 3:2 gewinnen. In der dritten Gruppe im Norden spielten der FBC Savona, FC Pastore, US Milanese, FC Lucca, US Novese, FBC Brescia, SG Andrea Doria, Novara Calcio, US Livorno, SPAL Ferrara, US Alessandria und Calcio Padova. Padova und Alessandria waren am Ende Punktgleich und mussten so ein Entscheidungsspiel in Mailand austragen und dieses gewann Padova 2:1. Absteigen aus dieser Gruppe mussten Lucca, Milanese, Pastore und Savona. Um die norditalienische Meisterschaft wurde nun eine Dreierrunde gespielt mit dem CFC Genua, Pro Vercelli und Padova Calcio. Konnte sich mit drei Siegen und einem Unentschieden durchsetzen. Im Süden gab es 5 Zonen, allerdings war es in der Region Marken so dass es nur ein Team gab, das war der AC Anconitana. Dieses kam so automatisch in die nächste Runde. In den anderen vier Zonen qualifizierten sich entweder die ersten beiden oder in Sizilien der Meister. In Latium spielten der Roman FC, Juventus Audax Roma, US Romana, Fortitudo Roma, Alba Roma und Lazio Rom. Die beiden letztgenannten konnten sich für die nächste Runde qualifizieren. Roman musste als letzter absteigen. In Kampanien spielten fünf Teams um zwei Plätze, das waren Ilva Bagnolese, US Cavese, AC Stabia FBC Internaples und der FC Savoia. Eigentlich sollte auch noch Puteolana teilnehmen, doch der Verein zog sich erst zurück und wurde dann auch aufgelöst. Durchsetzen konnten sich Savoia und Internaples. Durch den Rückzug von Puteolana musste kein anderes Team absteigen, obwohl Bagnolese alle acht Spiele verlor. In Apulien waren es 5 Teams, die um zwei Plätze kämpfen. Das waren der SC Lecce, Liberty Bari, Audace Taranto, Ideale Bari und Pro Italia Taranto. Die beiden letztgenannten konnten sich durchsetzen, die beiden Clubs aus Bari sollten später miteinander fusionieren und den SC Bari gründen. Absteigen musste hier der SC Lecce. In Sizilien konnte sich nur der Meister qualifizieren, es gab aber auch nur drei Teams. Das waren der FBC Palermo, US Messinese und Libertas Palermo. Libertas Palermo konnte sich durchsetzen. In Sizilien gab es keinen Absteiger. Im Halbfinale wurden die acht übrigen Teams auf zwei Vierergruppen verteilt und die beiden Sieger sollten dann gegeneinander antreten. In der ersten Gruppe spielten der FC Savoia, AC Anconitana, Alba Roma und Pro Italia Taranto. Oder sagen wir besser, so war es geplant, denn Taranto musste sich zurückziehen, weil das war ein Militärverein und sie mussten zurück zu ihrer Basis. 1927 fusionierte der Club mit Audace Fort und bildete so den Taranto FC 1927, den es noch heute gibt. In der Gruppe konnte sich der FC Savoia behaupten. Die andere Gruppe dominierte Lazio Rom, sie gewannen alle sechs Spiele gegen Ideale Bari, Libertas Palermo und den FBC Internaples. Im Finale um die süditalienische Meisterschaft setzte sich Lazio nach einem 3:3 im Hinspiel mit 4:1 im Rückspiel gegen Savoia durch. Das Finale um die italienische Meisterschaft war dann allerdings weniger spannend. Schon im Hinspiel siegte Genua deutlich mit 4 zu 1 und im Rückspiel gab es einen 2:0-sieg. Aristodemo Santamaria konnte in beiden Spielen treffen. Genua war Meister. Zum Schluss der Blick nach Frankreich, hier schauen wir wieder auf den Pokal und steigen im Halbfinale ein. Olympique Paris verlor mit 0:1 gegen Red Star Paris. Das andere Halbfinale war eine ziemlich komplizierte Geschichte. Stade Rennes traf auf den FC Rouen. Das Spiel endete 1:1 nach Verlängerung, aber das Ergebnis wurde annulliert, wegen dem FC Cette. Die Waren im Achtelfinale eigentlich trotz eines Sieges gegen den FC Francaise Paris ausgeschieden, weil sie eine nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatten, doch Cette liegt da ein gnadengesuch ein, dem der Verband dann tatsächlich am 15 April zustimmte. Cette kam so direkt ins Viertelfinale besiegte dort in einem neu angesetzten Spiel Stade Rennes (die hatten in ihrem eigentlichen Viertelfinale eigentlich AS Francaise Paris geschlagen) mit 2:0. Dann gewann Cette auch noch 1:0 gegen Rouen. Und so erreichten sie, obwohl sie eigentlich aus eigenem Verschulden schon draußen waren, das Finale am 6 mai 1923 gegen den Red Star Paris AC Paris machte aber schnell kurzen Prozess, schon nach 11 Minuten stand es durch zwei Tore von Marcel Naudin und einen von Lucien Cordon 3:0. William Cornelius ließ Cette kurzfristig hoffen, doch nur eine Minute später, erhöhte Robert Joyaut auf 4:1. Schon in der 27 minute folgte das letzte Tor, es gehörte noch mal Cette: Georges Kramer traf zum 4:2 Entstand. Red Star war mal wieder französischer Meister