Fussballjahr 1913

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Hallo Leute und einen wunderschönen Freitag gewünscht. Wir kommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Es ist die letzte Folge in dieser Woche, am Montag gibt's dann wieder eine neue Folge, ich plane das Format immer von Montags bis Freitags zu bringen Heute sind wir im Jahr 1913. Wir erleben ein fürchterlich schlechtes Jahr der deutschen Nationalmannschaft und wir finden heraus, warum die Torjägerkanone in Spanien so heißt, wie sie eben heißt. Und in Italien spielen Vereine gegeneinander, die später mal eins werden sollten. In Deutschland gab es in diesem Jahr nur sieben Teilnehmer, das lag vor allem daran, dass es in Norddeutschland Probleme bei der Ermittlung eines Meisters gab, am Ende wurde das zwar Eintracht Braunschweig, aber das norddeutsche Finale fand erst zwei Wochen nach dem Finale um die Deutsche Meisterschaft statt. Allerdings war der Norden trotzdem vertreten, nämlich durch Titelverteidiger Holstein Kiel. Zum ersten Mal gab es keine gänzlich neuen Vertreter. Die anderen sechs Teilnehmer waren der SV Prussia Samland Königsberg, der FC Askania Forst, der Berliner TuFC Viktoria, der VfB Leipzig, der Duisburger SpV und die Stuttgarter Kickers . Holstein Kiel bekam im Viertelfinale ein Freilos. Berlin setzte sich zu Hause 6:1 gegen Königsberg durch, die Stuttgarter Kickers unterlagen in Frankfurt Duisburg mit 1:2 und Leipzig gewann in Forst 5:0. Vier Mal traf für die Leipziger Paul Pömpner. Im Halbfinale setzte sich Duisburg in Essen 2:1 gegen Kiel durch und Leipzig besiegte Berlin 3:1. Das Finale fand am 11 mai 1913 in München vor 5000 Zuschauern am MTV Platz an der Marbach Straße statt. Damals spielte dort der MTV München, diesen Verein gibt es auch heute noch. Aus der 1897 gegründeten Fußballabteilung entstand 1900 der FC Bayern München. Das Spiel zwischen Leipzig und Duisburg war eine relativ klare Sache, schon in der 9 minute brachte Eduard Pendorf die Sachsen in Führung. 6 Minuten später erhöhte Paul Pömpner auf 2:0. In der 60 Minute unterlief Kornelius Büscher ein Eigentor zum 3:0 für Leipzig. Heinrich Fischer konnte eine Viertelstunde vor Schluss für Ergebnis Kosmetik aus Sicht der Duisburger sorgen. Leipzig gewann 3:1. Die Nationalmannschaft erlebte ein schlechtes Jahr. Es gab vier Spiele und genauso viele Niederlagen. Am 21 März setzte es ein 0:3 in Berlin gegen England, hierzu ist noch etwas wichtiges zu erwähnen, die ersten vier Spiele zwischen Deutschland und England fanden gegen eine Art Amateur Nationalmannschaft der Engländer Stadt. Die FA, englische Fußballverband zählt diese Spiele nicht offiziell mit. Im Mai unterlag Deutschland dann in Freiburg der Schweiz mit 1:2, im Oktober setzte es in Hamburg ein 1:4 gegen Dänemark und im November verlor man noch in Antwerpen 6:2 gegen Belgien, es sollte das letzte Mal sein, dass Deutschland in einem Jahr alle Länderspiele verliert. In England wurde zum fünften Mal in der Geschichte Sunderland Meister. Allerdings sollte für die Black Cats nur noch eine weitere Meisterschaft dazu kommen. Absteigen musste unter anderem Woolwich Arsenal, dieser Verein ist der FC Arsenal. Den FA Cup sicherte sich Aston Villa. Torschützenkönig wurde David McLean von The Wednesday. Er konnte 30 Tore schießen. The Wednesday später auch an für sich eine gute Saison und landete auf Platz drei, allerdings verloren sie bei Aston Villa 10:0. In Spanien gab es in diesem Jahr wieder zwei unterschiedliche Meisterschaften. Hintergrund war dass es zwischen dem FECF, dem Vorgänger des heutigen spanischen Fußballverband und den Vereinen Streit um die Austragung gab. So richtete die FECF einen Wettbewerb aus und die UECF einen eigenen. Der Wettbewerb der UECF fand in Barcelona statt und es sollte neben dem FC Barcelona und Real Sociedad San Sebastian auch der FC Pontevedra teilnehmen, der aber kurzfristig absagte. So sollten San Sebastian und Barcelona in Hin und Rückspiel den Sieger ermitteln, allerdings fanden beide Spiele in Barcelona statt. Im Hinspiel führte Barcelona lange mit zwei zu eins, doch Juan Artola sagte eine Minute vor Schluss für das Unentschieden. Das Rückspiel endete 0:0. Es kam zu einem finalspiel am 23 März 1913. San Sebastian ging durch Manuel Rezola in der 12 minute in Führung. Jose Berdié und Apolinario Rodriguez drehten das Spiel aber noch vor der Pause für die Katalanen, die so mit 2:1 gewannen. Der Wettbewerb der FECF fand in Madrid statt und es nahmen fünf Teams teil. Zunächst brauchte es ein Vorrundenspiel, dieses konnte Espana 1:0 gegen Vigo gewinnen. Im Halbfinale gewann Bilbao 3:0 gegen Madrid FC und Racing Irun könnte sich 1:0 gegen Espana durchsetzen. Interessant zu erwähnen ist noch, dass beim Sieg von Athletic Bilbao ein Mann namens Rafael Moreno Aranzadi traf. Wenn euch der Name nicht sagt, dann ist das überhaupt nicht schlimm, er ist besser bekannt unter dem Namen Pichichi. In 89 spielen für Bilbao konnte er 83 Tore schießen. Leider wurde er nur 29 Jahre alt und starb dann an einem plötzlichen Typhusanfall. 1926 wurde zu seinen Ehren eine Büste von ihm im San Mames aufgestellt und es war Tradition, dass Teams die zum ersten Mal in Bilbao spielten, ihm Respekt erwiesen, indem sie einen Blumenstrauß niederlegt. 1953 führte die Sportzeitung Diario Marca die sogenannte Pichichi Trophäe ein, die seitdem an den Torschützenkönig der spanischen Liga verliehen wird. Das Finale zwischen Racing Irun und Bilbao fand am 22 März statt, Racing führte nach 20 Minuten 2:0. Doch Bilbao kam unter anderem durch ein Tor von Pichichi noch zum Ausgleich. Einen Tag später wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt und dieses gewann Racing Irun 1:0. Manuel Retegui war in der 70 Minute erfolgreich. Racing Irun sollte in den nächsten ca 15 Jahren durchaus eine erfolgreiche Zeit haben und auch zu den gründungsmitgliedern der spanischen Liga gehören, heutzutage dümpelt der Verein allerdings in der dritten Liga herum. Weiter geht's in Italien. Hier hatte man den Modus geändert, es gab zunächst eine Meisterschaft in Norditalien und eine Meisterschaft in Süditalien und dann sollten die beiden Meister gegeneinander antreten. Im Norden wurde zunächst eine Vorrunde mit drei Sechsergruppen gespielt, die beiden besten jeder Gruppe kamen dann in die finale Runde in Norditalien. In Piemont spielten in der Vorrunde Juventus Turin der FC Novara, Piemont FC, der FC Turin, AS Casale und SG Pro Vercelli. Pro Vercelli lies absolut nichts anbrennen und konnte 9 der 10 Spiele gewinnen, einmal erlaubten sie sich ein Unentschieden, noch beeindruckender ist das Torverhältnis, 38:2. Ebenfalls in die nächste Runde kam der AS Casale. In der Lombardei und Ligurien spielten Racing Libertas Milano, US Milanese, SG Andrea Doria, Inter Mailand, CFC Genua und der AC Mailand. Milan setzte sich mit neun Siegen und einer Niederlage durch, Genua holte Platz 2. In der Emilia Romagna und Venetien spielten der FC Modena, der FC Bologna , Volontari Venedig, der SSC Venedig, Hellas Verona und Vicenza Calcio. Hellas und Vicenza kamen weiter. In der Finalrunde in Norditalien setze sich Pro Vercelli durch und holte acht Siege und zwei Unentschieden. In dieser Phase bekamen sie sogar nur ein Gegentor, wenn man also ihre Vorrunde dazu zählt, hatten sie in 20 Spielen nur drei Gegentore. Im Süden gab es ebenfalls drei Zonen, allerdings liefen die etwas anders. In Latium gab es zwar auch eine Sechsergruppe, die Lazio Rom vor Juventus Audax Rom, Audace Rom,dem FC Rom, Pro Roma und Alba Rom ziemlich souverän gewinnen konnte und dabei in zehn Spielen 55 Tore erzielte, doch in anderen Regionen lief es anders. In der Toskana z.B gab es nur vier Teams. SC Pisa, CS Firenze, SPES Livorno und Virtus Juventusque. Die beiden letztgenannten sollten sich übrigens zwei Jahre später zusammen tun und den AS Livorno gründen. 1913 setzte sich aber Virtus Juventusque durch. In Kampanien gab es nur hin und Rückspiel zwischen internationale Napoli und dem FC Naples. Aus diesen beiden Clubs sollte später mal der SSC Neapel erwachsen. Naples setzte sich mit zwei Siegen durch. Nun musste Lazio zunächst gegen Virtus Juventusque antreten und setzte sich locker durch. Im Finale Lazio dann auf den FC Naples. Es gab einen 2:1 Sieg für Lazio im Hinspiel und ein 1:1 im Rückspiel. Am 1 Juni 1913 gab es dann das Endspiel zwischen Pro Vercelli und Lazio. Pro Vercelli spazierte zu einem 6:0-sieg. Und zu guter letzt noch der Blick nach Frankreich. Diesmal gab es vier verschiedene Meister. In der USFSA holte sich Helvetique Marseille den Titel durch ein 1:0 gegen den FC Rouen. Meister der FGSPF wurde Etoile des Deux Lacs Paris. In der FCAF war VGA du Médoc Bordeaux erfolgreich. Und in der LFA gewann CA Paris, das durch ein 2:1 über Bordeaux auch gesamt französischer Meister wurde