Fussballjahr 1922

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Hallo Leute und einen wunderschönen Start ins längste Wochenende des Jahres gewünscht. Und wie kann man das Wochenende am besten starten? Richtig mit einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Und heute haben wir eine ganz besondere Folge, denn wir haben keinen deutschen Meister, dafür gibt es in einem anderen Land aber gleich zwei. Beginnen wir wie immer mit Deutschland. Es nahmen mal wieder acht Teams an der Deutschen Meisterschaft teil, sechs waren schon vorher mal dabei. Das waren der FC Titania Stettin, der FC Viktoria Forst, die SpVgg Leipzig Lindenau, der SV Norden Nordwest, der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg. Es gab aber auch zwei Neulinge. Das waren die TG Arminia Bielefeld ( den Namen DSC sollte die Arminia erst 1926 auf Initiative eines Tierarztes übernehmen) und der andere neue war der FC Wacker München. Das ist ein echter traditionsverein den es noch bis heute gibt, er ist leider ziemlich abgeschmiert und spielt nur noch in der landesliga war aber mal durchaus erfolgreich und spielte bis Anfang der 80er durchgängig immer bis mindestens in der dritthöchsten Liga. Man war nie so gut wie die Bayern oder die Löwen aber an für sich in München durchaus eine Nummer. Und irgendwie wäre es doch schön, wenn dieser Verein zumindestens wieder bis in die Regionalliga Bayern kommen würde Im Viertelfinale setzte sich Nürnberg in Halle gegen Leipzig mit 3:0 durch. Der SV Norden Nordwest besiegte Viktoria Forst und 1:0 und das ausgerechnet in Berlin auf dem Viktoriaplatz. Der HSV machte kurzen Prozess mit Titania Stettin und setzte sich 5:0 durch. Ebenso 5:0 gewann Wacker München in Karlsruhe gegen Bielefeld. Eben Halbfinale gewann Nürnberg ausgerechnet in Fürth mit 1:0 gegen den SV Norden Nordwest. Der HSV ließ Wacker München keine Chance und siegte in Frankfurt 4:0. Das Finale fand am 18 Juni 1922 in Berlin statt. Nürnberg traf auf den HSV. Die Hamburger gingen durch Hans Rave in Front, doch nur eine Minute später gelang Heinrich Träg der Ausgleich und Luitpold Popp brachte die Franken nach einer halben Stunde in Führung. Diese hielt bis zu 86 minute, dann traf Hans Flohr zum Ausgleich. Es gab eine Verlängerung und man wollte unbedingt einen Meister finden, doch nach 189 Minuten wurde das Spiel wegen Dunkelheit abgebrochen. Also 189 Minuten das heißt mehr als zwei komplette Fußballspiele. Die Zuschauer hatten bereits aufhören gerufen, weil sie kaum noch etwas sehen konnten. Es dauerte sieben Wochen bis es zu einem Wiederholungsspiel kam, dieses fand dann im VfB Stadion in Leipzig statt. Es war der 6 August 1922. Heinrich Träg traf für Nürnberg in der 48 minute, doch Karl Schneider gelang in der 69 minute der Ausgleich für den HSV. Willy Böß von den Nürnberger hatte bereits in der 18 Minute einen Platzverweis bekommen. Zudem hatte sich Anton Kugler verletzt und auswechseln durfte man zu damaliger Zeit nicht. Nürnberg musste also mit neun Mann in die Verlängerung. Und es wurde noch schlimmer, den Heinrich Träg kassierte in der 100 minute den nächsten Platzverweis. Dann verletzte sich auch noch Luitpold Popp. So hatte Nürnberg nur noch sieben Spieler und der Schiedsrichter brach die Partie ab. Allerdings machte er hier einen schweren Fehler, denn brach das Spiel so ab, dass er die zweite Halbzeit der Verlängerung nicht mehr Anpfiff, und das war laut Statuten so nicht erlaubt. Im November erklärte der dir später den HSV zum deutschen Meister. Der HSV verzichtete aber auf den Titel, später sollten die Hamburger allerdings sagen, der DFB habe den HSV dazu genötigt. Ob das stimmt, was die genauen hintergründe waren, ist bis heute nicht so wirklich geklärt. So gibt es keinen deutschen Meister 1922. Schauen wir auf die Nationalmannschaft. Diese spielte 1922 dreimal. Es gab ein 2:2 in Frankfurt gegen die Schweiz, einen 2:0 Sieg in Wien gegen Österreich und ein 0:0 in Bochum gegen Ungarn. Das torlose Remis gegen Ungarn war das erste Spiel in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft, bei dem keine Tore fielen. Gehen wir nach England. Hier holte sich der FC Liverpool den Titel. Am Ende hatte man sechs Punkte Vorsprung auf Tottenham. Und was es aus Sicht von Liverpool noch süßer machte, als letzter absteigen musste Manchester United. Torschützenkönig wurde Andy Wilson. Der Mann vom FC Middlesbrough konnte 31 Tore erzielen. Den Pokal sicherte sich Huddersfield Town. Man gewann 1:0 gegen Preston North End. Das Tor besorgte Billy Smith. Es sollte der Beginn einer großen Zeit für Huddersfield sein. In Spanien nahmen ach Teams an der Endrunde und die Meisterschaft teil, das waren die FC Sevilla, Sporting Gijon, Arenas Club, Real Club Fortuna Vigo, Real Union Irun, FC Barcelona, Espana FC und zum ersten Mal unter diesem Namen Real Madrid. Es gab wieder die Regel, dass wenn beide Teams mindestens ein Spiel gewinnen, es dann ein Entscheidungsspiel gibt. Gijon siegte 6:0 und 7:0 gegen Espana. Barcelona siegte 1:0 und 7 zu 1 gegen Sevilla. Real Union Irun 4:0 und 5:0 gegen Vigo. Arenas konnte zwar das Hinspiel 4:0 gegen Real Madrid gewinnen, verlor aber das Rückspiel 5:2. Hier gab es also ein Entscheidungsspiel, bzw eine ganze Reihe entscheidungsspiele. Das erste Spiel endete 1:1 nach Verlängerung, am Tag danach versuchte man es erneut, wieder das gleiche Ergebnis, diesmal verzichtete man gleich auch die Verlängerung, weil einfach schon die Dunkelheit angebrochen war und erst im dritten Spiel setzte sich Madrid mit 3:0 durch. Im Halbfinale gewann Barcelona nach einem 1:1 im Hinspiel das Rückspiel 7 zu 2 gegen Gijon. Real gewann das erste Spiel gegen Irun 2:1, verlor aber im Rückspiel 1:4. Bedeutete Entscheidung Spiel und hier setzt es sich Irun 4:0 durch. Das Finale fand am 14 Mai 1922 in Vigo statt. Barcelona konnte durch Ramon Torralba in Führung gehen, diese konnte Irun durch Patricio noch ausgleichen, aber dann spielte nur noch Barcelona. Josep Samitier, Paulino Alcantara, Clemente Garcia und erneut Alcantara sorgten für einen 5:1 Sieg für Barca. Ich habe euch ja versprochen, dass wir heute auch ein Land haben mit zwei Meistern und dazu kommen wir jetzt. Wir gehen nach Italien. Warum gab es überhaupt zwei Meister? Der italienische Verband, FIGC, wollte die Anzahl der Vereine an der italienischen Meisterschaft verkleinern. Das geschah auf Druck der großen Teams. Die kleinen Teams wollten das verständlicherweise nicht und so gründeten die großen ihren eigenen Verband, den CCI. So wurden in diesem Jahr zwei Meisterschaften gespielt, das war aber auch nur in diesem einen Jahr so, danach hat man sich geeinigt, allerdings erkennt der italienische Verband auch heute noch beide Meister 1922 als italienische Meister an. Deshalb werden wir beide Meisterschaften uns angucken. Starten wir mit der der FIGC. Hier hatte man den Modus etwas vereinfacht, es gab zunächst sechs regional eingeteilte Gruppen, von denen sich jeweils der Sieger für die nächste Runde qualifizierte. In Ligurien setzte sich SG Sampierdarenese vor Speranza Savona, US Rivarolese, FC Sestrese, SPES Genua und Giovanni Gerbi Genua durch. In Piemont gewann US Novese vor UD Torinese, FC Pastore, Valenzana Calcio, Giovanni Calciatori Cappuccini und AS Biellese. In der Lombardei konnte sich Esperia FC vor US Cremonese, FC Como und Entoria Goliardo. In Venetien holte sich Petrarca Calcio den Sieg für Udinese Calcio, Bentegodi Verona, FBC Treviso, AC Legnaghese und Calcio Schio. In der Toskana konnte Pro Livorno triumphieren vor dem FC Lucca, Libertas Firenze, FC Esperia Viareggio, SC Prato und Club Sportivo Firenze. Und in der Emilia Romagna gewann SPAL Ferrara vor Virtus Bologna, AC Parma und Piacenza Calcio. Nun wurden zwei Dreiergruppen gebildet, deren Sieger gegeneinander antreten. Gruppe A war ziemlich eindeutig, US Novese setzte sich mit drei Siegen und einem Unentschieden vor Petrarca Calcio und Pro Livorno durch. Deutlich spannender war es da Gruppe B, hier setzte sich die SG Sampierdarenese ganz knapp vor SPAL Ferrara durch. Esperia FC wurde Dritter. Das Finale zwischen US Novese und SG Sampierdarenese fand ihn hin und Rückspiel statt, jedoch endeten beide Spiele mit einem 0:0. Erst im dritten Spiel konnte sich Novese mit 2:1 durchsetzen. Dieser Erfolg sollte für immer der größte Erfolg dieses Vereines bleiben, der heutzutage im italienischen Amateurfußball herumdümpelt. Schauen wir auf die Meisterschaft der CCI. Hier gab es wieder zuerst einen Meister im Norden und einen im Süden. Der Norden war auf zwei Gruppen zu jeweils 12 Teams aufgeteilt und nur der jeweilige Meister kam weiter. In der ersten Gruppe im Norden setzte sich Pro Vercelli deutlich vor Novara Calcio, dem FC Bologna, dem AC Mantova, der SG Andrea Doria, Juventus Turin, Hellas Verona, US Milanese, AC Mailand, US Livorno, Spezia Calcio und Vicenza Calcio durch. Die andere Gruppe im Norden gewann der CFC Genua vor US Alessandria, dem SC Pisa, dem FC Modena, Calcio Padova, AS Casale, AC Legnano, FBC Savona, FBC Turin, AC Venedig, FBC Brescia und Inter Mailand. In beiden Gruppen war es nicht wirklich spannend gewesen Das Finale um die Meisterschaft im Norden gewann dann SG Pro Vercelli mit 0:0 und 2:1. Im Süden gab es zunächst fünf Gruppen und auch hier kam nur der Meister in die nächste Runde. In Latium war Fortitudo Roma erfolgreich vor Alba Roma, Juventus Audax Roma, Lazio Rom, US Romana, Audace Roma, FC Roman, Pro Roma und SSD Tivoli. In Marken spielt nur vier Teams der AC Anconitana konnte sich vor Vigor Senigallia, AC Maceratese und Helvia Recina durchsetzen. In Kampanien gewann FC Puteolana vor FC Savoia, Internazionale Neapel, AC Neapel, Ilva Bagnolese, AC Stabia und US Salernitana. In Apulien war Audace Taranto erfolgreich vor Pro Italia Taranto, Liberty Bari und Veloce Taranto. Und in Sizilien gewann der FBC Palermo vor Libertas Palermo, US Messinese, Umberto I Messina, SC Messina und Vigor Trapani. In der nächsten Runde musste zunächst der FC Puteolana gegen AC Anconitana spielen und setzte sich durch. Audace Taranto bezwang Palermo mit 1:0 Nun spielte Fortitudo Roma gegen Audace Taranto und siegte 4:1. Roma traf nun auf den FC Puteolana und konnte 2:0 gewinnen. Damit war Fortitudo Roma Meister im Süden. Pro Vercelli besiegte dann die Roma im Endspiel deutlich mit 3 zu 0 und 5 zu 2. Und zu guter letzt noch der Blick nach Frankreich wir schauen hier wieder auf den französischen Pokal und steigen wieder im Halbfinale ein. Red Star Paris besiegte den FC Rouen 2:1. Olympique Paris verlor 0:3 gegen Stade Rennes. Das Finale zwischen Red Star Paris und Stade Rennes fand am 7 Mai 1922 statt. Paul Nicolas brachte Paris in Führung in der 87 Minute besorgte dann Raymond Sentubéry die Entscheidung. Positiv aus Sicht des französischen Fußballs, es gab 25.000 Zuschauer, das waren dreieinhalb Mal so viel wie die 7000 vor einem Jahr