Rasensportbund Gelsenkirchen

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Zeitungsartikel

06.04.1928 Erklärung Rasensportbund
06.04.1928 Erklärung Rasensportbund

06.04.1928 Gelsenkirchener Allgemeine
Eine Erklärung des Rasensportverbandes
Der Artikel der Deutschen Turnerschaft in der Samstagausgabe der "Gelsenkirchener Zeitung" behandelt einen längeren Ausführung den angeblichen Grund, weshalb ein Ausschluß der Deutschen Turnerschaft an den Stadt- verband für Leibesübungen und Jugendpflege nicht es- folgte. Als Übeltäter wird der Rasenportverband genannt, der angeblich satzungsgemäß als Mitglied nicht anerkennen sein soll. Der § 20 des Stadtverbandes besagt, daß jeder Verein für je 50 Mitglieder einen Vertreter entsenden kann, jedoch nicht gezwungen ist, für je 50 Mitglieder einen Vertreter zu entsenden. Es genügt also, wenn ein Mitglied des Stadtverbandes mit großer Mitgliederzahl einen Vertreter entsendet. Oder langt die Turnerschaft, daß zu jeder Sitzung der Rasen- portverband 120 Vertreter entsenden soll? Etwa Mitgliedermehres kann es doch wohl nicht geben. Meiner Ansicht nach genügt es schon, wenn der Rasenportverband einen Vertreter schickt. Im übrigen ist die Mitgliedschaft im Stadtverband ganz gleich, ob es sich um einen Verein oder Verband handelt. Die Sportvereine von Gelsenkirchen des Westdeutschen Spielverbandes sind eben durch den Rasenportverband dem Stadtverband für Leibesübungen und Jugendpflege angeschlossen. Im Stadtverband sind neben dem Rasenportverband noch mehr Verbände als Mitglieder vorhanden, z. B. die Deutsche Jugendkraft, Eichentreus usw. Will die Turnerschaft etwa die Mitgliedschaft dieser Verbände auch nicht anerkennen? Der Rasenportverband ist also rechtlich und satzungs- gemäß Mitglied des Stadtverbandes. Diese Mitgliedschaft ist bis jetzt von den andern Mitgliedern des Stadtverbandes noch nicht beanstandet worden. Der wünscht die Turnerschaft, daß der Rasenportverband dem alle Sportvereine des W. G. innerhalb Gelsenkirchens angehören, aus dem Stadtverband ausgeschlossen wird? Ist vielleicht dieses große Mitglied den Turnern für ihre bestimmten Ziele ein Hindernis? Es ist eben nicht zu ändern, daß der Rasenportverband soviel Mitglieder hat und berechtigt ist, mit 120 Stimmen (und nicht Vertretern) im Stadtverband stimmberechtigt zu sein. Bis jetzt ist der Rasenportverband mit den andern Mit- gliedern des Stadtverbandes noch gut ausgekommen und mit der Deutschen Turnerschaft sollte dies nicht möglich sein? Die Forderungen der Turner beim Wiedereintritt in den Stadtverband mögen für die Turner vielleicht als selbstverständlich gelten, ob aber diese Forderungen von anderen Mitgliedern des Stadtverbandes als so berechtigt angesehen werden. Das ist noch zu beweisen. Wichtte dazu bemerken, daß der Rasenportverband und auch die anderen Verbände und Mitglieder des Stadtverbandes mit solchen oder ähnlichen Forderungen nicht hervorgetreten sind. Es wäre auch ein Unding, wenn jedes Mitglied im Stadtverband sich auf seine eigenen bestimmten Forderungen festlegen wollte. Ein Zusammenarbeiten für unsere große gemeinsame Sache wäre unter solchen Umständen undenkbar. Bei der Wahl des Vorstandes waren sich alle Mitglieder des Stadtverbandes einig, daß der 2. Vorsitzende aus den Reihen der Turner gewählt werden sollte. Die Turner wollten aber unter allen Umständen den 1. Vor- sitzenden stellen, trotzdem alle anderen dagegen gestimmt haben. Die Besetzung des Vorsitzenden im technischen Ausschuß durch die Turner klingt eigenartig. Ist vielleicht der jetzige Vorsitzende des technischen Ausschusses, Herr Gymnasialturnlehrer Johnstoh, kein Turner? Früher, als die Turner der Vorsitzenden im technischen Ausschuss stellten, weil der Betreffende damals als befähigt dazu galt, waren bei Veranstaltungen Beschwerden und Einsprüche häufiger als jetzt. Es soll damit der Betreffende persönlich nicht in Betracht kommen. Auch dieser da- malige Leiter des technischen Ausschusses hat versucht, kein Bestes zu tun, jedoch ist an dieser vorerwähnten Tatsache nichts zu ändern. Meiner Ansicht nach ist der jetzige Leiter des technischen Ausschusses bestimmt fähig, sein Amt voll und ganz auszuüben. Dieses sollte den Turnern genügen. Bin überzeugt, daß die Turner nicht in der Lage sind, noch einen Tüchtigeren zu stellen. Die bisherigen Mitglieder des Stadtverbandes haben schon lange gehofft, die Deutsche Turnerschaft wieder mit dabei zu sehen, um gemeinschaftlich an unserer Sache mitzuarbeiten und wir lehnen auch in Zukunft die Mitarbeit der Deutschen Turnerschaft nicht ab, jedoch eine Turnerschaft, die als Diktator auftreten will, lehnen wir als Sportvereine als Rasenportverband ab. Rasenportverband Gelsenkirchen, gez. Büttner. 1. Vorsitzender