Fussballjahr 1955

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History und heute sind wir im Jahr 1955. Bevor wir anfangen, möchte ich mich aber noch mal bedanken, dass gestern der Beitrag zur WM 1954 so viele Likes bekommen hat. Auch heute schauen wir wieder auf die Situation in Deutschland in der DDR internationalmannschaft, in England, in Italien in Spanien und in Frankreich. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft nahmen acht Teams teil. Sechs davon waren schon vorher mal dabei gewesen, es gab aber auch zwei eher unbekannte Neulinge. Die sechs Teams die schon vorher Mal dabei waren waren Kaiserslautern, der HSV, der BFC Viktoria wormatia Worms, Kickers Offenbach und Rot-Weiss Essen. Die beiden Neulinge waren der SV Sodingen und Bremerhaven 93. Ich muss gestehen, ich konnte mir unter sodingen so gar nichts vorstellen, es ist ein Stadtteil in Herne. Die vereinsfarben sind Grün-Weiß und der Verein wurde 1912 gegründet. Heute spielt man in der Landesliga Westfalen. Bremerhaven 93 sagt mir ebenfalls relativ wenig, 1921 und 1923 hat der Verein das Halbfinale der deutschen arbeitermeisterschaft gewonnen und ich schwöre euch dass ich davon noch nie etwas gehört habe 1977 ist dieser Verein dann in den OSC Bremerhaven aufgegangen, den OSC gibt es heute noch, er spielt in der Bremen-Liga. Der wohl größte Erfolg des OSC war, dass man sich zweimal für den DFB-Pokal qualifizieren konnte und dabei in der Saison 84/85 sogar ein Derby gegen den SV Werder bekam. Die Teams wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, zu jeweils vier Mannschaften und die beiden Sieger sollten dann den Meister ausspielen. Gruppe A bestand aus Viktoria, Sodingen, dem HSV und Kaiserslautern. Der BFC war völlig chancenlos und verlor alle Spiele. Ansonsten war es in der Gruppe aber erstaunlich ausgeglichen, vor dem letzten Spieltag hatte der HSV 7 Punkte, Kaiserslautern sieben Punkte und Sodingen sechs Punkte. Sodingen und der HSV trennten sich am letzten Spieltag 1:1, dadurch konnte Kaiserslautern durch einen 10:0 über den BFC Viktoria Platz 1 erobern. In der anderen Gruppe befanden sich Worms, Offenbach, Essen und Bremerhaven. Hier war es schon etwas deutlicher, Essen setzte sich ziemlich souverän mit vier Siegen und zwei Unentschieden durch. Das Finale zwischen Essen und Kaiserslautern fand am 26 Juni 1955 in Hannover vor 76.000 Zuschauern statt. Kaiserslautern konnte durch Willi Wenzel in Minute 11 in Führung gehen dann kam aber die große Phase von Essen. Franz Islacker, Johannes Röhrig und noch mal Islacker sorgten dafür, dass Essen zur Pause 3:1 führte. Doch Kaiserslautern gab nicht auf. Willi Wenzel mit seinem zweiten Tor und Werner Baßler brachten bis Minute 72 den Ausgleich. Doch Essen hatte das bessere Ende für sich, zum dritten Mal Franz Islacker brachte. Islacker wurde mit zehn Toren auch Torschützenkönig. Nach seiner Karriere leitete er zusammen mit seiner Frau eine Gaststätte, starb aber schon 1970 im Alter von nur 44 Jahren an einem Schlaganfall. Und wenn ihr vielleicht denkt, der Name Islacker sagt euch etwas, dann kann das gut sein, es sein Sohn Frank spielte dreimal in der Bundesliga für den VfL Bochum und seine Enkelin Mandy wurde Frauen Nationalspielerin. Im Finale um den Pokal traf der KSC auf Schalke. Dieses Spiel fand am 21 mai 1955 in Braunschweig vor 25000 Zuschauern statt. Der KSC konnte durch Ernst Kunkel in Führung gehen. Schalke drehte das Spiel durch einen Doppelpack von Helmut Sadlowski. Doch in Minute 82 konnte Kurt Sommerlatt für die Badener ausgleichen. Und 4 Minuten später sorgte Oswald Traub für den badischen Pokalsieg. In der DDR war es um den Titel am Ende spannender als erwartet. Vor dem vorletzten Spieltag hatte Erfurt drei Punkte Vorsprung auf Karl-Marx-Stadt. Dann aber patzte Erfurt überraschend zu Hause gegen Zwickau und Karl-Marx-Stadt nutzte seine Chance mit einem 5 zu 0 Sieg über Lok und war plötzlich nur noch einen Zähler hinter den Thüringern. Und Lok hatte tatsächlich Lust, Karl-Marx-Stadt zu helfen, denn sie holten gegen Erfurt am letzten Spieltag ein Unentschieden. Doch Karl-Marx-Stadt nutzte die Vorlage nicht und spielte nur 0:0 beim BFC Dynamo. Dadurch war Erfurt Meister. Im Kampf gegen den Abstieg war der Meeraner SV frühzeitig weg vom Fenster. Der andere Absteiger musste zwischen Halle und Fortuna Babelsberg entschieden werden. Hier fiel die Entscheidung am vorletzten Spieltag, Halle verlor in Leipzig, Babelsberg besiegte den BFC Dynamo mit 4 zu 1. Torschützenkönig wurde Willi Tröger vom SC Karl-Marx-Stadt mit 22 Toren. Den FDGB Pokal sicherte sich Karl-Marx-Stadt durch ein 3:2 nach Verlängerung über Rostock. Manfred Kaiser hatte Karl-Marx-Stadt in Führung gebracht, Herbert Zwahr war der Ausgleich gelungen. Kurt Viertel brachte Karl-Marx-Stadt wieder in Führung Karl Pöschl sorgte für den erneuten Ausgleich. Die Entscheidung fiel in Minute 111, als Armin Günther für Karl-Marx-Stadt traf. Die Nationalmannschaft spielte 1955 sechsmal. Gegen Italien gab es in Stuttgart eine 1:2 Niederlage. Gegen Irland konnte in Hamburg 2:1 gewonnen werden. Es folgte eine Niederlage mit 2:3 gegen die Sowjetunion. Auch gegen Jugoslawien gab es eine Niederlage, diesmal 1:3. Gegen Norwegen gab es in Karlsruhe eine 2 zu 0 Sieg. Das Jahr endete wie es begonnen hatte, mit einer 1 zu 2 Niederlage gegen Italien. In England war der Kampf um den Titel in diesem Jahr am vorletzten Spieltag entschieden, als der FC Chelsea 3:0 gegen Sheffield Wednesday gewinnen konnte. Allerdings sollte es bis zum nächsten Titel der Blues 50 Jahre dauern. Im Abstiegskampf war Sheffield Wednesday frühzeitig abgestiegen. Um den zweiten Absteiger war es vor dem letzten Spieltag aber ziemlich spannend. Es gab zwei Kandidaten Leicester und Cardiff. Leicester hatte die etwas bessere Tordifferenz, beide Teams hatten gleich viele Punkte. Cardiff spielte am letzten Spieltag gegen die Wolves, Leicester musste nach Huddersfield. Die Füchse verloren ihr Spiel mit 3:1. Das bedeutete dass Cardiff bereits ein Unentschieden für den klassengehalt reichen würde, doch sie konnten sogar mit 3:2 gewinnen. Torschützenkönig wurde Ronnie Allen von West Bromwich. Er konnte 27 Tore schießen. Den Pokal gewann Newcastle durch einen 3:1 über Manchester City. Jackie Milburn brachte die Elstern schon in Minute 1 in Führung, Bobby Johnstone konnte aber quasi mit dem Halbzeitpfiff ausgleichen. Bobby Mitchell in Minute 52 und George Hannah in Minuten 59 brachten Newcastle am Ende aber den Sieg von 3:1. In Spanien machte Real Madrid am vorletzten Spieltag mit einem 4:2 Sieg im Derby bei Atletico die Meisterschaft klar. Alfredo di Stefano traf dabei doppelt. Unten mussten wieder die beiden letzten absteigen und die beiden Teams davor in die Relegation. Mit Malaga und Santander standen die direkten Absteiger bereits fest. Aber sechs Teams mussten noch zittern, nicht in die Relegation zu müssen. Vigo hatte die besten Karten und brauchte nur ein Unentschieden am letzten Spieltag doch sie verloren in Las Palmas. Und das war ein direktes Duell. Valladolid hätte ebenfalls bereits ein Unentschieden gereicht, doch auch sie mussten sich geschlagen geben, 1:0 bei Real Madrid. Espanyol brauchte um sicher zu sein am letzten Spieltag einen Erfolg. Sie spielten bei Absteiger Malaga aber nur 1:1. Damit hatten sie 26 Punkte. Vigo, Las Palmas und Valladolid jeweils 27. Der nächste Kandidat war Alaves. Sie wären mit einem Sieg definitiv in Sicherheit. Und sie konnten ihre Aufgabe lösen, es gab einen 2:0 Sieg in Santander. Und weil der letzte Kandidat, San Sebastian vor dem letzten Spieltag nur 24 Punkte hatte, war klar dass die Basken selbst bei einem Sieg gemeinsam mit Espanyol in die Relegation mussten. San Sebastian verlor sogar in La Coruna. Damit waren Vigo, Valladolid, Alaves und Las Palmas gerettet. In der Relegation schafften dann aber auch Espanyol und San Sebastian den Ligaerhalt. Torschützenkönig wurde Juan Arza vom FC Sevilla mit 28 Toren. Den spanischen Pokal konnte Bilbao durch ein 1 zu 0 über den FC Sevilla gewinnen. Ignacio Uribe traf in Minute 79. In Italien sicherte sich der AC Mailand am vorletzten Spieltag durch einen 6:0 Erfolg über SPAL die Meisterschaft. Rein sportlich wären SPAL Ferrera und Pro Patria abgestiegen, doch beide Teams hatten Glück, denn Catania und Udinese wurde die Lizenz entzogen. Udinese war sogar Vizemeister. Beiden Teams wurde Korruption vorgeworfen. Torschützenkönig wurde wieder einmal Gunnar Nordahl mit 27 Toren von AC Mailand. Weiter geht's in Frankreich. Und hier fiel die Entscheidung am vorletzten Spieltag und das obwohl der neue Meister, Stade Reims, 5:0 in Bordeaux abgefertigt wurde. Jedoch konnte der letzte Verfolger Toulouse kein Kapital daraus schlagen. Im Kampf gegen den Abstieg musste die beiden letzten direkt runter und der dritt letzte in die Relegation. CO Roubaix Tourcoing stand schon vor dem letzten Spieltag als Absteiger fest. Davor war es allerdings super spannend. Sechs Teams zitterten noch entweder vor dem direkten Abstieg oder zumindest vor der Relegation. Lyon konnte schlimmstenfalls noch in die Relegation fallen und selbst das könnten sie aus eigener Kraft mit einem Unentschieden verhindern. Und das holten sie sich in Nimes mit einem 2:2. Lille war im Vorjahr noch Meister geworden und musste nun zittern. Und da sie ihr letztes Spiel gegen den direkten Konkurrenten Troyes mit 1:2 verloren drohte die Relegation. Sie mussten hoffen dass aus dem Trio Nancy, Monaco und Metz mindestens einer verliert.Nancy tat ihnen diesen Gefallen schon mal nicht und besiegte Marseille mit 3:0. Monaco verweigerte ebenfalls die Hilfe und holte ein 0:0 gegen Sochaux. Metz hatte eine spannende Situation, mit einem Unentschieden wären sie definitiv direkt gerettet, bei einer Niederlage aber definitiv abgestiegen. Und es kam auch noch zum Derby in Straßburg. Am Ende überstand Metz das ganze und holte ein 3:3. Troyes war abgestiegen und Lille musste in die Relegation. Diese überstanden sie allerdings ziemlich locker mit einem 1:0 und 6:1 über Rennes. Und auch für Troyes gab es ein überraschendes Happy End. Der sportliche Aufsteiger Red Star bekam keine Lizenz und so durfte Troyes doch noch in der Liga bleiben. Torschützenkönig wurde Rene Bilard mit 30 Toren von Stade Reims. Aus deutschsprachiger Sicht vielleicht interessant, auf Platz zwei landete ein Österreicher, nämlich Ernst Stojaspal von Racing Straßbourg. Den französischen Pokal sicherte sich Lille mit einem 5:2 Sieg über Bordeaux. Jean Vincent brachte den OSC in Minute 7 in Front. Ein Doppelpack von Yvon Douis machte dann innerhalb von drei Minuten zwei Tore zum 2:0 und 3:0. Gerard Bourbotte machte dann in Minute 35 das 4:0. Bordeaux gab noch nicht auf, Raymond Wozniesko und Abdelhamid Skander verkürzten. Doch erneut Gérard Bourbotte sorgte in Minute 75 für die endgültige Entscheidung