Fussballjahr 1908

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Hallo Freunde und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge meiner Serie Fußball History. Heute sind wir im Jahr 1908 und das sollte ein ganz besonderes Jahr für den deutschen Fußball sein, denn es sollte zum ersten länderspiel der Geschichte kommen. Aber natürlich schauen wir auch wieder auf das was in Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich auf Vereinsebene so passiert ist. Starten wir wie immer in Deutschland. An der deutschen Fußballmeisterschaft 1908 nehmen vom 3 Mai bis 7 Juni insgesamt acht Vereine teil. Es gab einige bekannte Gesichter wie z.B Berliner TuFC Viktoria, Duisburger SpV, Eintracht Braunschweig und den Freiburger FC. Aber auch ein paar Neulinge. So z.B den VfB königsberg, er war der erste Vertreter des baltischen Rasensport Verband. Diesen Verein sollte es bis zum Ende des zweiten Weltkrieges geben. Der Club war in Ostpreußen zur Zeit des Nationalsozialismus der erfolgreichste Club. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges als Ostpreußen von der Sowjetunion annektiert wurde, flohen einige Spieler in Richtung Schleswig-Holstein und spielten für den Itzehoer SV. Ein weiterer neuer Verein war der VfR Breslau. Zuvor war ja der SV Schlesien Breslau immer der Vertreter, doch 1908 gelang es zum ersten Mal dem VfR. 1934 schlossen sich übrigens der VfR und der SV Schlesien zum VfR Schlesien 1897 Breslau zusammen, dieser Verein existierte bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Dann gab es noch den SV Wacker Leipzig. Der SV Wacker sollte sich in den nächsten Jahren zu einer Konkurrenz für den VfB Leipzig entwickeln. In der Geschichte des SV Wacker gab es schon Jahre zuvor eine sehr tragische Geschichte, Johannes Skockan starb am 15 November 1897, nachdem er einen Tag zuvor mit einem gegenspieler zusammengeprallt war. Auch der SV Wacker löste sich nach dem zweiten weltkrieg auf, der nachfolgeverein war die SG Motor Gohlis Nord. Dieser Verein existiert übrigens heute noch. Letzte Neuling ist ein prominenter Name, es waren die Stuttgarter Kickers. Im Viertelfinale gewann Leipzig 3:1 in Breslau. Berlin machte kurzen Prozess in königsberg und setzte sich 7 zu 0 durch. Duisburg gewann gegen Braunschweig in Hamburg mit 1:0. Hier gibt es eine kuriose Geschichte, im Tor der Duisburger stand Gottfried Hintze und der war seinerzeit der Präsident des DFB. Beim Spiel Freiburg gegen Stuttgart kam es zu einer neuansetzung, die Freiburger hatten 1:0 geführt, die Stuttgarter hatten sich über den Schiedsrichter beschwert, und die Freiburger wollten daraufhin das Spielfeld verlassen. Leider ist jetzt nicht besser erklärt, warum genau die Freiburger gehen wollten, auf jeden Fall gab es eine Strafe für Freiburg und das Spiel wurde wiederholt und dieses wiederholungsspiel gewannen die Stuttgarter Kickers in Karlsruhe 5:2. Im Halbfinale hatten die Berliner keine Probleme mit Leipzig und setzten sich in Magdeburg mit 4:0 durch. Stuttgart besiegte in Frankfurt bei strömendem Regen Duisburg mit 5:1. Das Finale stieg am 7 juni 1908 in Tempelhof bei Berlin auf dem Germaniaplatz. Schon nach 6 Minuten gingen die Berliner durch Willi Worpitzky in Führung. Der Stürmer galt als Kampf lustig und robust und sollte es später auch in die Nationalmannschaft schaffen. In der 84 Minute besorgte er das 2:0, aber die Kickers gaben sich noch nicht auf und Rudolf Ahorn sorgte 2 Minuten später für den Anschluss. Er sollte leider nur 24 Jahre alt werden sechs Jahre nach diesem Ereignis wurde er im ersten Weltkrieg getötet. Die Entscheidung fiel dann durch Helmut Röpnack in 89 Minute zum 3:1 für Berlin. Der Berliner TuFC Viktoria gewann zum ersten Mal die Meisterschaft. Torschützenkönig wurde Willi Worpitzky vor Rudolf Ahorn. Am 5 April 1908 sollte Deutschland dann auch sein erstes länderspiel bestreiten, es ging in Basel gegen die Schweiz. Das erste länderspiel der Geschichte hatte es schon 36 Jahre zuvor zwischen England und Schottland gegeben. Bei den Olympischen Spielen 1900 und 1904 war Fußball ein Demonstrationswettbewerb, es nahmen aber nur Vereine teil. Der Schweizer Fußball-Bund gehörte zu den Gründungsmitgliedern, die am 21 Mai 1904 die FIFA Gründen sollten. Fußball gab es in der Schweiz schon seit 1860 und das hatte damit eine große Tradition. Kurioserweise hatte Deutschland 1908 noch keinen Bundestrainer. Die Auswahl der Spieler war damals Hugo Egon Kubaseck verantwortlich. Teilweise lernten sich die Spieler erst kurz vor dem Spiel kennen und hat noch nie zuvor miteinander trainiert. Sie mussten die Fahrt damals selber bezahlen und der DFB stellte lediglich 20 Mark Spesen. In der sechsten Minute schrieb Fritz Becker, damals 19 Jahre alt und Teil der Frankfurter Kickers, Geschichte als er das erste Tor der deutschen Länderspiel-Geschichte erzielte. Die Schweizer drehten aber das Spiel und führten zur halbzeit 3:1. Fritz Förderer vom Karlsruher FV brachte das DFB-Team noch einmal heran, aber Dr Siegfried Pfeiffer machte das 4:2, ehe Becker noch mal verkürzen konnte. Am Ende verlor Deutschland mit 5:3. Es sollte nicht das einzige länderspiel in diesem Jahr bleiben, bereits am 20 April spielte man in Berlin gegen England und verlor mit 1:5 und am 7 juni unterlag man Österreich mit 2:3 In England holte sich zum ersten Mal in der Geschichte Manchester United den Titel. Manchester United war in diesem Jahr ganz klar das beste englische Team und hatte am Ende 9 Punkte Vorsprung. Den Pokal gewann überraschend Zweitligist Wolverhampton. Torschützenkönig wurde Enoch West. Er war auch unter seinem Spitznamen Knocker bekannt. Für Nottingham Forest gelangen ihm 27 Tore. Bemerkenswert ist noch dass es eines der wildesten Spiele zwischen Liverpool und Manchester United gab, Liverpool siegte am 25 März 1908 mit 7:4. 3 Tore gelangen dabei William Macpherson. In Spanien wurde die Titel auch 1908 als Copa del Rey gespielt, allerdings nahmen nur zwei Teams teil. Der Madrid FC und Vigo FC. Der katalanische Meister X Sporting Club konnte aufgrund finanzieller Probleme nicht teilnehmen und Athletic Bilbao weigerte sich, weil man gegen die Vorgänge aus dem Jahr zuvor protestierte. Gespielt wurde am 12 April 1908 im Estadio de O' Donnell in Madrid vor 4000 Zuschauern. Antonio Sanchez Neyra brachte die hauptstädte in der 41 Minute in Führung, Federico Revuelto besorgte in der zweiten halbzeit das 2:0, eine genaue Spielminute ist hier nicht angegeben. Vigo konnte 5 Minuten vor Schluss durch Posada noch einmal verkürzen, doch mehr war nicht drin. Madrid, das später Real Madrid werden sollte, holte zum vierten Mal in Folge den Titel. In Italien gab es in diesem Jahr eine wichtige Änderung, italienische Verband verbot das einsetzen nicht italienischer Spieler. Der AC Mailand und der CFC Genua, die in den letzten Jahren vor allem deshalb Erfolg hatten, weil sie auch auf Engländer und Schweizer gesetzt hatten, protestierten. Der Verband führte daraufhin eine Art zweite Meisterschaft ein, nämlich die sogenannte Bundesmeisterschaft. Bei dieser durften auch nicht italienische Spieler spielen, bei der anderen Meisterschaft, der quasi richtigen italienischen Meisterschaft, durften nur Italiener antreten. Sowohl der AC Mailand als auch der CFC Genua waren damit nicht einverstanden und verzichteten. Juventus Turin gewann die Bundesmeisterschaft in dem es sich gegen die SG Andrea Doria durchsetzte. Allerdings gab es hier wieder ein Problem, denn bei der Bundesmeisterschaft sollte die bisherige Meistertrophäe übergeben werden. Die hatte der AC Mailand zuletzt gewonnen und weigerte sich nun, das gute Stück rauszurücken. Der italienische Verband entschied, dass diese Trophäe nun dauerhaft beim AC Mailand bleiben sollte. An der quasi richtigen italienischen Meisterschaft Namen nur vier Teams teil, die SG Andrea Doria, Juventus Turin, der US Milanese und zum ersten Mal die SG Pro Vercelli. Das ist ein großer Traditionsverein aus Italien, der heutzutage aber nur noch in der dritten Liga spielt. Wie in den Jahren zuvor sollten erstmal regionale Ausscheidungsspiele stattfinden, doch das war nur in Piemont von Nöten, da setzte sich Pro Vercelli gegen Juventus Turin durch. In den anderen Regionen war durch die Rückzüge von Milan und dem CFC Genua keine Qualifikation nötig. Das Finalturnier begann mit einem 5 zu 1 Sieg von Milanese über Andrea Doria. Pro Vercelli und Milanese spielt 0:0 und Pro Vercelli siegte 2:1 gegen Andrea Doria. Im zweiten Spiel trennten sich Pro Vercelli und Andrea Doria 1:1. Das entscheidende Spiel war dann das Spiel am vorletzten Spieltag, Pro Vercelli besiegte US Milanese 1:0 und stand so als Meister fest. Milanese gewann zum Schluss noch zwei zu eins gegen Andrea Doria ,aber das war ohne Belang. In Frankreich gab es 1908 drei Verbände mit eigenen Meistern, von denen zwei dann noch einen eigenen ausspielten. Meister der USFSA war RC Roubaix. Meister der FGSPF wurde Patronage Olier Paris Arcueil. Dieser Verein ist tatsächlich nach einem Priester aus dem 17 Jahrhundert benannt worden. Meister der FCAF war SM Puteaux. Zwischen den beiden letztgenannten gab es dann noch ein Endspiel das Patronage Olier Paris Arcueil mit 3:0 gewinnen konnte