Fussballjahr 1911

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Bevor wir aber starten habe ich heute zwei Hinweise für euch, morgen wird es wie schon angekündigt keine Folge geben und es kann sein dass sie am Donnerstag später kommen wird, vielleicht erst am Nachmittag. Also es wird Donnerstag eine Folge geben das verspreche ich euch, aber wann das sein wird kann ich euch noch nicht sagen. Gehen wir in das Jahr 1911. In diesem Jahr Namen acht Vereine an der Deutschen Meisterschaft teil und es gab sechs Teams, die schon früher mal dabei waren. Das waren der Karlsruher FV, der Duisburger SpV, der FV Holstein Kiel, der VfB Leipzig, der TuFC Tasmania Rixdorf und die Berliner TuFC Viktoria. Es gab aber auch zwei Neulinge. Und das waren beides Teams, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte. Da wäre zum einen der FC Askania Forst. Dieser Verein gründete sich 1901 und kam aus Forst, einer Stadt in der Lausitz. Die Vereinsfarben waren grün rot. Innerhalb der nächsten Jahre sollte man einige Male an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teilnehmen. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges fiel das Gebiet auf dem das Stadion von Askania Forst stand den Polen zu. Diese bauten es ab und so hörte der Verein auf zu existieren. Eine Neugründung hat es nie gegeben, weder auf deutscher noch auf polnischer Seite. Der andere Club ist der SC Lituania Tilsit. Und ganz ehrlich wenn ihr vor diesem Beitrag schon mal etwas von diesem Verein gehört habt, dann habe ich ganz großen Respekt. Er wurde 1907 gegründet und ist in Ostpreußen beheimatet. 1911 wurde man zum ersten und einzigen Mal baltischer Fußballmeister. 1929 fusionierte Mann mit dem VfK Tilsit zum Tilsiter SC. Diesen sollte es dann bis zum Ende des zweiten Weltkrieges geben. Der Karlsruher FV besiegte im Viertelfinale Tasmania Rixdorf 4:0. Askania Forst verlor nur knapp in Cottbus 2:3 gegen den VfB Leipzig und Holstein Kiel eliminierte Duisburg 3:1. Der Berliner TuFC Viktoria sollte gegen Lituania Tilsit spielen, aber das Spiel fand nicht statt, Lituania verzichtete, weil mehrere Spieler keine Freigabe von ihrem Arbeitgeber bekamen. Ich kann vorwegnehmen, dass dieser Verein nie wieder an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen sollte. Im Halbfinale gewann Leipzig in Frankfurt gegen Karlsruhe 2:0. Berlin setzte sich 4:0 in Hamburg gegen Kiel durch. Das Finale fand am 4 juni 1911 in Dresden zwischen der Berliner TuFC Viktoria und dem VfB Leipzig statt. Willi Worpitzky brachte die Berliner in der 42 minute in Führung und Paul Kugler erhöhte auf 2:0 in der 52. Minute. Ganz kurz gab es noch mal Hoffnung für die Leipziger, Heinrich Riso verkürzte in der 82 Minute. Doch erneut Willi Worpitzky, der in den Anfangsjahren vielleicht so etwas wie der erste Star des deutschen Fußball zwar, besorgte in der 88 Minute das entscheidende 3:1 für Berlin. Worpitzky wurde mit vier Toren auch Torschützenkönig. Die deutsche Nationalmannschaft bestritt 1911 7 Spiele. Am 26. März gab es einen 6:2-sieg in Stuttgart gegen die Schweiz. Am 14 April spielte man in Berlin gegen England 2:2, es folgte eine Niederlage in Lüttich gegen Belgien mit 1:2. Danach gab es einen 4 zu 2 Sieg im Juni in Solna gegen Schweden. Hierbei schrieb Otto Dumke Geschichte, denn der Spieler vom deutschen Meister Berliner TuFC Viktoria bitte dabei drei Tore schießen, das war noch nie jemandem in der deutschen Mannschaft gelungen. Leider sollte sein Leben nur noch zwei weitere Jahre laufen, am 24 Mai 1913 starb er an einer Lungenentzündung, er ist damit der erste deutsche nationalspieler, der verstorben ist. Am 10. September verlor Deutschland in Dresden gegen Österreich mit 1:2. Gegen Schweden gab es am 29 September in Hamburg eine 1:3 Niederlage und am 17 Dezember unterlagt man in München Ungarn mit 1:4. In England wollte sich Manchester United den Titel. Und interessanterweise gelang das durch Schützenhilfe von ausgerechnet dem FC Liverpool. Vor dem letzten Spieltag lag United einen Zähler hinter Aston Villa. Manchester besiegte Sunderland mit 5:1. Doch sie brauchten auch Hilfe der reds und bekamen diese, Liverpool gewann 3:1 gegen Villa. Ronald Orr wurde mit zwei Toren zum Albtraum für das Team aus Birmingham. Torschützenkönig wurde Albert Shepherd von Newcastle United, er konnte 25 Tore schießen. Den FA Cup gewann Bradford City. Es sollte der einzige bedeutende Titel in der Vereinsgeschichte bleiben. In Spanien gab es 1911 nach den Problemen im Vorjahr diesmal wieder nur eine Meisterschaft, diese sollte in Bilbao statt. Ursprünglich sollten 13 Teams teilnehmen, doch Deportivo La Coruna und Academia de Ingenieros sagten ab, da sie nicht damit einverstanden waren, dass auch ausländische Spieler mitspielen durften. Gerade bei Deportivo ist das geschichtlich betrachtet relativ interessant weil Deportivo heutzutage den Ruf hat, eher linksorientiert zu sein. Zunächst gab es Ausscheidungsspiele. Athletic Bilbao setzte sich dabei gegen Fortuna de Vigo mit 2:0 durch und ein Verein namens Bilbao gewann 2:1 gegen Academia de Artilleria. Es gab aber Ärger nach dem Spiel von Athletic Bilbao. Real Sociedad San Sebastian protestierte, weil Bilbao zwei englische Spieler eingesetzt hatte und das war eigentlich nicht erlaubt, das Spiel sollte wiederholt werden laut der Forderung von San Sebastian, dazu kam es aber nicht und so ist San Sebastian sofort abgereist. Andere Vereine haben mit demselben gedroht, man einigte sich dann auf den Kompromiss dass das Spiel nicht wiederholt wird, aber die fraglichen Spieler nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Im Viertelfinale besiegte Espanol de Barcelona Academia de Infanteria 6:0. Academia de Caballeria konnte 1:0 gegen Santander Football Club gewinnen. Der FC Barcelona besiegte Gimnastica de Madrid 4:0 und Athletic Bilbao gewann gegen Bilbao 4:1. Doch wieder gab es Ärger, Madrid war nach der Niederlage gegen Barcelona sauer und beschwerte sich über die Aufstellung des Barca Torhüters Rene. Dieses Spiel sollte wiederholt werden, damit war Barcelona aber nicht einverstanden und sagte dass das unfair wäre, weil das Spiel von Athletic Bilbao ja auch nicht wiederholt worden war, der Verband blieb aber bei seiner Entscheidung und so trag Barcelona nicht an, das Spiel wurde als Sieg für Madrid gewertet. Und auch im Halbfinale sollte es Ärger geben. Athletic Bilbao führte 2:0 gegen Gimnastica de Madrid. Da verließ das Team aus Madrid das Feld, weil es dem Schiedsrichter vorwarf, derbe Fouls zu ignorieren. Bilbao wurde zum Sieger erklärt. Espanol de Barcelona sollte gegen Academia de Caballeria spielen, doch das ging nicht, weil die Spieler von Academia zurück zu ihrer Militärbasis mussten. So trafen am 15 April 1911 in Bilbao Athletic Bilbao und Espanol de Barcelona aufeinander. Bilbao ging durch Andrew Veitch nach 10 Minuten in Führung und Luis Belaunde legte 10 Minuten später nach. Manuel Guernica sorgte in der 50 minute für die Entscheidung. Espanol gelang nur noch Ergebniskorrektur durch Antonio Neyra in der 70. Minute. Bilbao gewann mit 3:1. In Italien gab es wieder einen neuen Modus, diesmal gab es zunächst zwei Gruppen, und die beiden Sieger der Gruppen sollten dann den Meister ausspielen. Allerdings waren diese Gruppen sehr unterschiedlich groß, in der einen Gruppe spielten vier Teams, in der anderen 9. Die kleinere Gruppe bestand aus dem SSC Venedig dem FC Bologna, Hellas Verona und Vicenza Calcio. Vicenza konnte alle Spiele gewinnen und sich locker durchsetzen, in den drei Heimspielen gelangen insgesamt 14 Tore. Auswärts blieb man ohne Gegentor. In der größeren Gruppe spielten Juventus Turin, US Milanese, Piemonte FC, Inter Mailand CFC Genua, SG Andrea Doria, der FC Turin, der AC Mailand und die SG Pro Vercelli. Pro Vercelli setzte sich am Ende durch und verlor nur ein Spiel, auswärts beim FC Turin. Im Finale machte Pro Vercelli kurzen Prozess und gewann schon das Hinspiel mit 3:0. Im Rückspiel gelang Vicenza zwar die Führung, doch Pro Vercelli drehte das Spiel und gewann 2:1. Und zu guter Letzt so wie ihr es gewohnt seid der Blick nach Frankreich. 1911 sollte es sogar vier Meister geben. Die USFSA krönte Stade Helvetique Marseille nach einem 3:2-sieg über RC de France. Die FGSPF hatte Etoile des Deux Lacs Paris als Meister. Den Titel in der FCAF holte sich JA Saint Ouen. Und in der neuen LFA gewann CA Paris. Letztgenannter wurde dann auch der gemeinsame Meister nach einem 1:0 über Etoile des Deux Lacs Paris