Fussballjahr 1934 WM

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Und heute habe ich mal wieder eine ganz besondere Folge für euch, heute reden wir über die Fußball-WM 1934 in Italien. Morgen wird es dann ganz normal weitergehen mit der Vereinssaison 1935. Nachdem 1930 nur 13 Länder teilnehmen wollten und so keine Qualifikation gespielt werden musste, wollten dieses Mal immerhin schon 32 Teams dabei sein. 16 durften es am Ende. Italien hatte sich bei der Bewerbung um die WM gegen Schweden und Spanien durchgesetzt, interessant ist dass das ganze erst am 14 Oktober 1932 bekannt gegeben wurde, also nur knapp zwei Jahre vor dem eigentlichen Turnier. Heutzutage wird das ja teilweise 7-8 Jahre vor dem eigentlichen Turnier bekannt gegeben. Die italienische Regierung hatte die WM unbedingt gewollt, Mussolini unterstützte die Infrastruktur großzügig mit finanziellen Mitteln. Gespielt wurde in Bologna, Florenz Genua, Mailand, Neapel, Rom, Triest und Turin. Italien war als Gastgeber nicht automatisch qualifiziert sondern musste sich erstmal qualifizieren. Insgesamt wollten sich 21 europäische Teams qualifizieren, der Modus war etwas seltsam, in der Qualifikation wurden die Teams in 5 Dreier und drei zweiergruppen eingeteilt. In fast allen 3er Gruppen qualifizierten sich die ersten beiden, nicht aber in Gruppe A. In dieser Gruppe konnte sich Schweden durchsetzen und für die WM qualifizieren. In Gruppe B spielten nur Spanien und Portugal, Spanien verprügelte den Nachbarn mit 9:0 im Hinspiel. Im Rückspiel gewann Spanien 2:1. Italien setzte sich gegen Griechenland im Hinspiel 4:0 durch. Eigentlich hätte es da noch ein Rückspiel geben müssen, doch die Italiener zahlten den Griechen 700.000 Drachmen, damit die Griechen verzichteten. In Gruppe D konnten sich Ungarn und Österreich durchsetzen. Österreich spielte dabei nur ein Spiel, das reichte, weil da Bulgarien schon hoffnungslos abgeschlagen war. In der Gruppe E waren nur Polen und die Tschechoslowakei. Die Tschechoslowakei gewann das Hinspiel 2:1 und das Rückspiel fand gar nicht mehr statt, weil die polnische Regierung ihrem Team nicht erlaubte, in die Tschechoslowakei zu reisen. Gruppe F hatte ebenfalls eine kuriose Geschichte, zunächst einmal qualifizierten sich die Schweiz und Rumänien für die WM, Jugoslawien hatte das Nachsehen. Die Schweiz und Rumänien sollten am letzten Spieltag aufeinandertreffen für den Gruppensieg. Das Spiel endete 2 zu 2. da Rumänien aber eine nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte, wurde das Spiel am Ende mit 2:0 für die Schweizer gewertet. Gruppe G wurde von Holland gewonnen, auch Belgien konnte sich durchsetzen. Irland musste die Segel streichen. Und in Gruppe H sollten Deutschland Frankreich und Luxemburg aufeinander treffen, erwartungsgemäß verprügelten Deutschland und Frankreich das bemitleidenswerte Luxemburg. Da das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen damals nicht besonders gut war und das Spiel auch nicht wichtig war, verzichtete man auf ein Duell zwischen den beiden. Deutschland hat es sich am Sonntag dem 11 März 1934 mit 9:1 in Luxemburg durchgesetzt. Josef Rasselnberg konnte dabei nicht nur das erste deutsche Tor bei einer WM-Qualifikation schießen, der Mann vom VfL Benrath war insgesamt vier Mal in diesem Spiel erfolgreich. Karl Hohmann ebenfalls vom VfL Benrath schoss 3 Tore. Die anderen beiden Tore erzielte Willi Wigold von Fortuna Düsseldorf und Ernst Albrecht, ebenfalls von der Fortuna. In Südamerika hatten sich ursprünglich vier Teams gemeldet, nämlich Brasilien Argentinien, Peru und Chile. Brasilien sollte auf Peru treffen, Argentinien auf Chile, nichts davon wurde tatsächlich gespielt, denn Peru verzichtete aus finanziellen und Chile aus Verbandsinternen gründen. So waren Brasilien und Argentinien qualifiziert. Merkwürdig war auch der Modus in Nord- und Mittelamerika. Zunächst trafen in einer Gruppe Kuba und Haiti dreimal aufeinander, Kuba konnte zwei Spiele gewinnen, eine Partie endete unentschieden. Dadurch durfte Kuba nun dreimal gegen Mexiko spielen, Mexiko gewann alle drei Spiele und durfte nun seinerseits ein entscheidendes Spiel gegen die USA bestreiten. Dieses Spiel fand am 24 mai 1934 in Rom statt und nur drei Tage bevor für den Sieger die WM beginnen sollte. Die Amerikaner konnten sich mit 4 zu 2 durchsetzen. Der Vollständigkeit halber noch die letzte Qualifikationszone, das war der nahe Osten, hier gab es drei Teams, die in einer Gruppe spielen sollten und der Sieger sich qualifizieren sollte. Hier gab es drei Teams, Ägypten, Palästina/Eretz Israel und die Türkei. Die Türken zogen sich noch vor dem Start zurück und Ägypten gewann beide Spiele gegen Palästina. Kommen wir zur eigentlichen WM. Das Turnier wurde von Anfang an im K.o-modus gespielt. Italien durfte am 27 mai in Rom das erste Spiel bestreiten und traf in seinem Achtelfinale auf die Amerikaner. Der Gastgeber hatte keine Mühe und siegte mit 7:1. Angelo Schivao vom FC Bologna konnte drei Tore schießen. Sein Treffer zum 5:1 war bereits das 100. Tor der WM Geschichte. Die Tschechoslowakei konnte einen 0:1 Rückstand gegen Rumänien noch drehen. Oldrich Nejedly von Sparta Prag sorgte in der 73 Minute für den Siegtreffer. Deutschland spielte als erstes gegen Belgien in Florenz, auch dieses Spiel fand am Sonntag dem 27 mai 1934 um 16:30 Uhr statt. Das taten alle acht Spiele das Achtelfinals. Stanislaus Kobierski traf für das Team von Otto Nerz zur Führung und damit sorgte der Mann von Fortuna Düsseldorf für das erste deutsche Tor bei einer WM. Doch Belgien konnte das Spiel noch vor der Halbzeit durch einen Doppelpack von Bernhard Voorhoof drehen. Otto Siffling von Waldhof Mannheim gelang der Ausgleich, leider wurde er nur 27 Jahre alt. Dann schlug die Stunde von Edmund Conen. Der Spieler vom FV 03 Saarbrücken, das ist heutzutage der 1. FC Saarbrücken, konnte gleich drei Tore schießen. Und er war kein one Hit Wonder, er hatte eine fantastische Quote in der Nationalmannschaft, 28 Spiele 27 Tore. So gewann Deutschland 5:2. Österreich traf auf Frankreich und geriet zunächst in Rückstand, konnte das Spiel aber ausgleichen. Es ging in die Verlängerung, hier konnten Anton Schall und Josef Bican Österreich auf die Siegerstraße bringen, daran änderte auch der Anschlusstreffer von Georges Verriest nichts. Spanien bekam es mit Brasilien zu tun und dominierte das Spiel von Anfang an. Iraragorri mit einem Doppelpack in Minute 17 und 25 und Isidro Langara in Minute 28 schossen schon früh eine 3:0 Führung heraus. In Halbzeit zwei konnte Leonidas für Brasilien nur noch den Ehrentreffer erzielen. Auch er hatte eine tolle Quote in seiner Nationalmannschaft, 26 Spiele, 25 Tore. Vielleicht hätte es noch mal spannend werden können, doch Waldemar vergab einen Elfmeter für Brasilien. Ein bisschen Kontroverse gab es in diesem Spiel auch, denn die FIFA entschied, dass das zweite Tor der Spanier von Iraragorri erzielt worden war, andere Quellen geben Langara als Torschützen an. Die Schweiz spielte gegen Holland. Zweimal war Leopold Kielholz für die Schweiz erfolgreich. Das dritte Schweizer Tor erzielte André Abegglen. So gewann die Schweiz am Ende 3:2. Schweden traf auf Argentinien. Die Südamerikaner konnten zweimal in Führung gehen, verloren aber am Ende doch mit 2:3. Sven Jonasson markierte einen Doppelpack für die Schweden den entscheidenden Treffer steuerte dann Knut Kroon bei. Das letzte Achtelfinale fand zwischen Ungarn und Ägypten statt. Abdulrahman Fawzi konnte zwar zwei Tore schießen, am Ende gewann Ungarn aber relativ problemlos mit 4 zu 2. Damit war auch das letzte nicht europäische Team ausgeschieden. Das Viertelfinale fand komplett am Donnerstag dem 31 Mai 1934 um 16:30 Uhr statt. Die Tschechoslowakei spielte gegen die Schweiz. Erneut konnte für die Schweiz Leopold Kielholz Treffen für den Mann von Servette Genf war es bereits das dritte Tor bei dieser WM. Ungarn konnte das Spiel aber durch Tore von Frantisek Svoboda und Jiri Sobotka drehen. Willi Jäggi gelangt zwar der Ausgleich, doch Oldrich Nejedly, der schon im Achtelfinale das entscheidende Tor für die Tschechoslowakei geschossen hatte konnte wieder den Siegtreffer markieren. Deutschland traf in Mailand vor gerade einmal 3000 Zuschauern auf Schweden. Karl Hohmann schnürte einen Doppelpack für die deutsche Mannschaft zur 2:0 Führung. Gösta Dunker verkürzte für Schweden, doch Deutschland gewann das Spiel. Österreich traf auf Ungarn. Johann Horvath und Karl Zischek trafen für Österreich Ungarn konnte nur noch verkürzen und verlor das Spiel mit 1:2. Gastgeber Italien traf auf Spanien. Luis Regueiro brachte Spanien in Führung, Giovanni Ferrari gelang war sie mit dem Pfiff zur Halbzeit der Ausgleich. Dann vielen keine weiteren Tore mehr, weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung, und das bedeutete, dass das Spiel am nächsten Tag noch mal von vorne begann. Diesmal gewann Italien 1:0 Giuseppe Meazza sorgte in der 12 minute für das 1:0. Allerdings war da wohl nicht alles so ganz sauber, denn es wurden zwei reguläre Tore der Spanier nicht anerkannt und ihnen wurden auch zwei Elfmeter verweigert. Schiedsrichter war der Schweizer Rene Mercet. Zudem ließ er den Italienern sehr viel durchgehen, drei spanische Spieler schieden verletzt aus. Es gibt auch zwei interessante Fakten dazu, zum einen ist Mercet von den Italienern als Schiedsrichter für das Finale vorgeschlagen wurden, zum anderen trat er nach dem Turnier als Schiedsrichter zurück. Das Halbfinale wurde am 3 juni 1934 um 16:30 Uhr gespielt, Deutschland traf auf die Tschechoslowakei und zwar in Rom vor 15 000 Zuschauern. Oldrich Nejedly brachte sein Team in Führung. Rudolf Novak konnte für Deutschland in Minute 62 ausgleichen. Doch Oldrich Nejedly machte zwei weitere Tore und führte damit die Tschechoslowakei ins Endspiel der WM. Deutschland verlor mit 1:3. Im anderen Halbfinale hat Italien gegen Österreich gespielt. Enrique Guaita, geboren und aufgewachsen in Argentinien sorgte für das entscheidende Tor für Italien. Er hat übrigens auch viermal für die argentinische Nationalmannschaft gespielt. Im Spiel um platz 3 traf Deutschland auf Österreich am 7 juni 1934 um 18 Uhr in Neapel. Ernst Lehner traf bereits in der ersten Minute zur deutschen Führung. Es war das schnellste deutsche WM Tor aller Zeiten. Edmund Conen legte in Minute 29 nach, doch nur eine Minute später konnte Johann Horvath Österreich wieder ran bringen. Ernst Lehner schoss aber in Minute 42 das 3:1. Nach der Pause kam Österreich noch mal zurück, Karl Sesta war erfolgreich, doch zu mehr als zum Anschlusstor reichte es für die Österreicher nicht mehr, und so beendete Deutschland seine erste WM auf Platz 3. Das Finale wurde am 10 Juni 1934 um 17:30 Uhr zwischen Italien und der Tschechoslowakei in Rom gespielt. 55.000 Zuschauer waren dabei, die tschechoslowaken hatten übrigens den Vorschlag der Italiener, Rene Mercet zum Schiedsrichter des Spiels zu machen abgelehnt. Stattdessen wurde die Partie von dem Schweden Ivan Eklind geleitet. Lange stand es 0:0, doch in Minute 76 deutete alles auf die Tschechoslowakei hin, Antonin Puc von Slavia Prag brachte sein Team in Führung. Doch Italien gelang der Ausgleich durch Raimundo Orsi. Auch er war gebürtig aus Argentinien. Es kam zur Verlängerung und in der sorgte in der 96 Minute Angelo Schivao für den Sieg von Italien und damit für die erste Weltmeisterschaft eines europäischen Teams. Italien war Weltmeister