Fussballjahr 1936

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Wir starten in eine neue Woche und haben bevor wir hoffentlich heute Abend die Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft für die WM feiern können, eine neue Folge meiner Serie Fußball History. Heute sind wir im Jahr 1936 und wie ihr es gewohnt seid, gucken wir nach Deutschland, auf die Nationalmannschaft, nach Italien, England, Spanien und Frankreich. Heute haben wir den Erfinder des Catenaccio im französischen Pokalfinale, dramatik pur im Meisterkampf in Italien. Und die Deutsche Meisterschaft wird durch ein Tor in allerletzter Sekunde entschieden Starten wir zunächst einmal in Deutschland. Wie in dieser Zeit üblich Namen wieder 16 Teams an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil, 15 davon waren schon vorher mal dabei. Das waren der SV Hindenburg Allenstein, Viktoria Stolp, der Berliner SV (dieser Verein war unter dem Namen Berliner TuFC schon bei der ersten deutschen Meisterschaft dabei, Vorwärts Rasensport Gleiwitz, PSV Chemnitz, 1. SV Jena, Eimsbütteler TV, Werder Bremen, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, Kölner CfR, FC Hanau Waldhof Mannheim, Stuttgarter Kickers und 1. FC Nürnberg. Der einzige Neuling kam aus dem Südwesten und war Wormatia Worms. Wormatia Worms spielt heutzutage in der Oberliga. Ab und zu gelingt ihnen mal der Sprung in die Regionalliga, dort können Sie sich aber zumeist nicht halten. Kleiner Tipp, wer vielleicht auf wirklich altmodische Fußballlieder steht, kann sich mal die Vereinshymne der Wormatia anhören, die tatsächlich komplett in Mundart gesungen ist. Das kenne ich so sonst eigentlich nur vom 1. FC Köln und Eintracht Trier. Erneut wurden vier Gruppen gebildet und nur der Beste kam eine Runde weiter. Gruppe A war ein Zweikampf zwischen Schalke und Chemnitz, der Berliner SV und Hindenburg Allenstein hatten keine Chance. Am letzten Spieltag konnte Schalke in Chemnitz 2:1 gewinnen und zog aufgrund des besseren Torquotient vorbei. Gruppe B holte sich Vorwärts Rasensport Gleiwitz. Werder Bremen, Eimsbüttel und Stolp hatten das Nachsehen. Am letzten Spieltag machte Gleiwitz mit einem 3:1 in Stolp alles klar. In Gruppe C war der 1 FC Nürnberg sehr dominant. Nur in Worms gab man bei einem Unentschieden Punkte ab, ansonsten dominierte man vor der Wormatia, Jena und den Stuttgarter Kickers. Auch Gruppe D war eine klare Angelegenheit, Fortuna Düsseldorf setzte sich schnell vor Hanau, Mannheim und Köln durch. Die 5:1 Niederlage in Hanau am vorletzten Spieltag war zu einem Zeitpunkt als die Fortuna schon durch war. Im Halbfinale traf Nürnberg auf Schalke. Das Spiel fand in Stuttgart statt und ging mit 2:0 an die Franken. Düsseldorf besiegte in Dresden Gleiwitz mit 3:1. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr ein Spiel um Platz 3, hier machte Schalke kurzen Prozess in Berlin mit Gleiwitz und gewann 8:1. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich finde Spiele um Platz 3 machen nur bei Olympischen Spielen sind, da geht's dann halt um was, aber ansonsten braucht das eigentlich kein Mensch. Im Finale traf Nürnberg am 21 Juni 1936 in Berlin auf Düsseldorf. Das Team aus dem Rheinland erwischt den besseren Staat und nach drei Minuten führen sie durch Josef Nachtigall. Nürnberg kam in Minute 34 durch Max Eiberger zum Ausgleich Das Spiel sollte in die Verlängerung gehen. In Minute 95 jubelt die Fortuna, Edmund Czaika trifft für Düsseldorf, doch zu früh gefreut der Schiedsrichter erkennt das Tor nicht an. Das Spiel läuft weiter und alles deutet darauf hin, dass die Verlängerung ohne Tore bleibt, der Stadionsprecher weißt die Menschen schon darauf hin, dass es ein Wiederholungsspiel in Köln geben würde. Doch dazu kommt es nicht. In Minute 120 ist Karl Gußner für Nürnberg erfolgreich und sorgt für den 2:1 Sieg der Franken. Sein Verein hat ihn übrigens nicht vergessen. 2006/2007 benannte der Club 35 Stadionblöcke nach berühmten und verdienten Spielern um, der Block 3b wurde nach Karl Gußner benannt. Torschützenkönig wurde Erwin Helmchen vom PSV Chemnitz mit zehn Toren. Schauen wir auf den Tschammer Pokal.. insgesamt nahmen damals 5291 Mannschaften an diesem Wettbewerb teil, wir werden direkt wieder ins Achtelfinale gehen. Stuttgart und Schalke trennten sich zunächst 0:0 nach Verlängerung, Schalke gewann dann das Wiederholungsspiel mit 6:0. Ulm musste sich Schweinfurt mit 2:4 geschlagen geben, Pforzheim unterlag Worms 1:2. Bremen gewann bei Wacker Berlin 1:3, Mannheim siegte bei Polizei Chemnitz 1:0. Zwischen Hertha BSC und dem VfL Benrath gab es zuerst ein 1:1 nach Verlängerung, das Wiederholungsspiel gewann der VfL 8:2 Der VfB Leipzig besiegte den Berliner SV 2:0. Und der VfB Peine gewann bei Hindenburg Allenstein 3:1. Im Viertelfinale gewann Schalke nach Verlängerung 5:2 in Bremen. Schweinfurt siegte 2:1 in Mannheim. Zwischen Wormatia Worms und dem VfL Benrath gab es ein 3:3 nach Verlängerung, das Entscheidungsspiel gewann dann Worms 3:2. Und der VfB Leipzig gewann in Peine 4:2. Im Halbfinale gewann Schalke 3: 2 gegen Schweinfurt und Leipzig besiegte Worms 5: 1 Das Finale fand am 3 januar 1937 in Berlin statt. Der VfB Leipzig traf vor 70000 Zuschauern auf Schalke 04. Jakob May brachte die Sachsen nach 20 Minuten in Führung. Herbert Gabriel konnte in Minute 32 erhöhen. 2:0. Ernst Kalwitzki verkürzte für Schalke zwar noch auf 2:1, doch mehr gelang nicht mehr. Leipzig war Pokalsieger. Torschützenkönige mit jeweils sieben Toren wurden Ernst Poertgen von Schalke und Hermann Budde vom VfL Benrath. Die deutsche Nationalmannschaft spielte 1936 11 mal. Zunächst konnte man im Februar in Spanien 2:1 gewinnen. Dann gelang ein Sieg in Lissabon gegen Portugal mit 3:1. Es folgte eine Niederlage in Budapest gegen Ungarn mit 2:3, ein 9:0 Sieg über Luxemburg im Achtelfinale der Olympischen Spiele in Berlin. Doch schon im Viertelfinale folgt dann das Aus gegen Norwegen mit 0:2. Im September gibt es ein 1:1 in Warschau gegen Polen. Und am 27 September gibt es wieder einmal zwei Spiele. Die stammspieler besiegen die Tschechoslowakei in Prag mit 2:1. Die eigentlichen Ersatzspieler und Debütanten gewinnen 7:2 in Krefeld gegen Luxemburg. Am 14 Oktober verliert Deutschland 0:2 in Glasgow gegen Schottland. Drei Tage später gibt es eine 2:5 Niederlage in Dublin gegen Irland. Es ist das letzte Spiel von Otto Nerz. Sepp Herberger sollte sein Nachfolger werden, Otto Nerz wurde zum Referent für die Nationalmannschaft und damit quasi der Vorgesetzte von Sepp Herberger. Dieser sollte noch 1936 sein Debüt geben, es gab ein 2:2 in Berlin gegen Italien. In England gab es um die Meisterschaft gar keine Spannung. Sunderland holte sich souverän den Titel und begeisterte mit einer Offensive, die 109 Tore schoss. Die Defensive der Black Cats war gar nicht einmal so gut, es setzte 74 Gegentore. Im Abstiegskampf fiel die Entscheidung am vorletzten Spieltag. Blackburn konnte zwar bei Aston Villa 4:2 gewinnen, doch weil Everton 4:3 gegen Birmingham gewann und West Brom einen Punkt in Brentford holte nutzte das nichts mehr. Aston Villa musste aufgrund der Niederlage gegen Blackburn gleich mit runter. Torschützenkönig mit 39 Toren wurde William Richardson von West Bromwich Albion. Den FA Cup holte sich der FC Arsenal durch ein 1 zu 0 über Sheffield United. Torschütze war Ted Drake in Minute 74. In Spanien muss zunächst mal eine Sache gesagt werden, das ist für diese Woche die erste und letzte Folge mit einem Spaniens Block.. denn nach dieser Saison brach der spanische Bürgerkrieg aus und es ging dann erst zur Saison 1939 1940 weiter. In dieser Saison rollte der Ball aber noch. Der Kampf um die Meisterschaft war bis zum letzten Spieltag spannend. Bilbao hatte einen Zähler Vorsprung auf den Madrid FC. Am letzten Spieltag musste Madrid zu Betis und Bilbao zu Hause gegen Osasuna ran. Durch Tore von Elices und Bata gewann Bilbao 2:0. Madrid spielte bei Betis 1:1

Richtig spannend war auch der Abstiegskampf. Vor dem letzten Spieltag waren noch vier Teams in Gefahr. Espanyol hatte 16:26 Punkte und brauchte zumindestens ein Unentschieden und ist aus eigener Kraft zu schaffen. Mit einem 1:1 gegen Santander schaffte man den Klassenerhalt. Athletic Madrid hatte 15:27 Punkte. Sie mussten gewinnen um es aus eigener Kraft zu schaffen, verloren aber 2:3 gegen Sevilla. Der FC Sevilla war vor diesem Spieltag letzter gewesen und sprang nun vorbei an Athletic Athletic war definitiv abgestiegen. Osasuna war der andere Kandidat im Abstiegskampf, sie hatten 14: 28 Punkte und verloren 2:0 in Bilbao. So mussten sie zusammen mit Athletic Madrid absteigen. Allerdings als 1939 1940 die nächste Saison der spanischen Liga gespielt wurde, war Madrid doch dabei, weil Oviedo so schlimm unter dem Krieg litt, dass man beschloss zu pausieren. 

Torschützenkönig wurde erneut Isidro Langara. Diesmal traf er 27 Mal. Den spanischen Pokal gewann Madrid FC durch ein 2:1 über Barcelona. Madrid war durch Eugenio und Simon Leuce mit 2:0 in Führung gegangen, die Katalanen konnten in Minute 29 durch Josep Escola verkürzen. Und eben dieser Escola hätte in der letzten Minute noch den Ausgleich machen können, doch ein unglaublicher Safe von Madrid Torhüter Ricardo Zamora rettete Madrid. Gehen wir nach Italien. Zum ersten Mal seit fünf Jahren sollte der italienische Meister nicht Juventus Turin heißen. Doch die Frage wer es werden sollte, war höchst spannend. Vor dem vorletzten Spieltag hatten noch fünf Teams eine theoretische Chance. Hier hatte auch Juventus noch eine kleine Chance, mit 33:23 Punkten hätten sie aber ein Wunder gebraucht. Zwar konnten sie am vorletzten Spieltag mit 1:0 gegen Brescia gewinnen, doch das reichte aufgrund anderer Ergebnisse nicht mehr um im Titelrennen zu bleiben. Inter hatte ebenfalls 33:23 Punkte vor dem vorletzten Spieltag und erleidete dasselbe Schicksal. Zwar konnte man zu Hause 2:0 gegen Bari gewinnen, doch das reichte nicht mehr um im Titel Rennen zu bleiben. Etwas besser waren die Chancen für den FC Turin. Sie standen bei 34:22 Punkten. Mit einem Sieg am vorletzten Spieltag würden sie auf jeden Fall im Titel Rennen bleiben und diesen holten sie sich mit einem 2:0 in Florenz. Vor dem vorletzten Spieltag auf Platz 2 war der AS Rom mit 35:21 Punkten. Die Römer holten sich einen 3:1 Sieg über Alessandria und wahrten ihre Chance. Tabellenführer vor dem vorletzten Spieltag war Bologna mit 36:20 Punkten. Sie verteidigten ihre Pole Position vor dem letzten Spieltag mit einem 1:0-sieg über Palermo. So konnten am letzten Spieltag noch drei Teams Meister werden. Turino hatte zwar die schlechtesten Karten, konnte sich aber zumindestens die theoretische Chance mit einem 2:0 über Bari offen halten. Doch es sollte nichts mehr werden. Das lag daran, dass die Roma 3:1 in Palermo gewann. Nun lag es an Bologna. Um Meister zu werden, mussten sie ihr Heimspiel gegen Triestina gewinnen. Und das gelang ihnen mit einem 3:0. Michele Andreolo, Angelo Schiavio und ein Eigentor besorgten den Titel. Im Abstiegskampf fiel die Entscheidung am letzten Spieltag. Brescia war zwar schon vorzeitig abgestiegen, doch es gab drei Kandidaten für den zweiten Absteiger. Bari hatte die beste Ausgangslage mit 25:33 Punkten, verlor aber wie bereits angesprochen in Torino mit 0:2. Sampierdarenese feierte durch einen 2:1 Sieg in Brescia aus eigener Kraft den Klassenerhalt. Palermo hätte mit einem Sieg mit Bari gleich ziehen können, unter lag aber der Roma mit 1 zu 3. Und so hieß es für Palermo Abstieg. Torschützenkönig wurde Giuseppe Meazza. Für Inter Mailand gelangen ihm 25 Tore. In Frankreich viel die Entscheidung über den Titel am vorletzten Spieltag. Racing Paris konnte zu Hause 2:1 gegen Sete gewinnen und profitierte davon, dass Olympique Lille in Marseille verlor. Im Kampf gegen den Abstieg waren noch vier Teams gefährdet. Der FC Mulhouse hatte die besten Karten und besiegte Marseille am letzten Spieltag, was den sicheren Klassenerhalt bedeutete. Valenciennes verlor in einem dramatischen Spiel am letzten Spieltag mit 5:4 in Metz. Olympique Ales konnte daraus aber kein Kapital schlagen und verlor mit 2:6 gegen Rennes. Damit war Ales abgestiegen. Red Star Paris hatte vor dem letzten Spieltag die schlechteste Ausgangslage gehabt, konnte sich nun aber mit einem Sieg über Excelsior Roubaix aus eigener Kraft retten und das schafften sie mit einem 3: 2. Valenciennes musste absteigen. Racing Paris konnte am Ende auch den Pokal gewinnen, gegen Zweitligist FCO Charleville gab es einen 1:0-sieg durch ein Tor von Rogar Couard. Charleville war mit einer extrem defensiven Taktik soweit gekommen, ihr damaliger Kapitän war Helenio Herrera, der später als Erfinder des Catenaccio galt