Fussballjahr 1939

Aus wiki-fussball-historiker.diddipoeler.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

Bevor wir alle ins Wochenende gehen, habe ich noch eine frische Folge meiner Serie Fußball History für euch. Wie immer freue ich mich darüber, wenn ihr meine Beiträge lest, kommentiert und gerne auch liket. Wir sind mittlerweile im Jahr 1939 und diesbezüglich erstmal eine kleine Erklärung, heute und besonders nächste Woche wird es so sein, dass wir die Fußballerische Zeit während des zweiten Weltkrieges erleben. Wir werden auf sogenannte Kriegsmeisterschaften stoßen und einige Länder werden zwischendurch auch pausieren. Legen wir los mit der heutigen Folge und beginnen wie ihr es gewohnt seid in Deutschland. 1939 nahmen 18 Teams an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. 12 Teams waren schon früher mal dabei. Das waren der SV Hindenburg Allenstein, Viktoria Stolp, Vorwärts Rasensport Gleiwitz, Dresdner SC, SV Dessau 05, der HSV, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, SpVgg Sülz, Wormatia Worms, VfR Mannheim und die Stuttgarter Kickers. 6 Teams waren zum ersten Mal dabei. Darunter Blau-Weiß 90 Berlin, diesen Verein gibt es heute nicht mehr, er wurde 1992 aufgelöst, nachdem er 1986 87 sogar eine Saison in der Bundesliga spielte. Es wurde ein Nachfolge Verein gegründet, der sich aktuell in der Verbandsliga befindet. Dann haben wir den VfL Osnabrück, den VfL muss man nicht großartig vorstellen, ein Verein der in der heutigen Zeit zwischen zweiter und dritter Liga pendelt. Als nächstes haben wir CSC 03 Kassel. Diesen Verein gibt es auch heute noch, er spielt heute in der Hessenliga. Für alle Schalke-Fans, Günter Siebert, ein späterer Stürmer von Schalke und auch Vereinspräsident spielte eine Zeit lang für Kassel. Weiter geht es mit Schweinfurt 05. Auch diesen Club gibt's heute natürlich noch, man ist im letzten Sommer in die dritte Liga aufgestiegen, allerdings so wie das im Moment aussieht dürfte das ein kurzes Vergnügen sein. Als letztes haben wir hier den SK Admira Wien. Die sind Verein gab es bis 1971, dann sind Sie mit dem Sportclub Wacker Wien fusioniert zum FC Admira Wacker. Diesen Verein gibt es dann auch heute noch und er kämpft gerade um den Wiederaufstieg in die erste Liga in Österreich. Der letzte Club ist der Warnsdorfer FK. Dieser Verein wurde 1940 aufgelöst und nach dem zweiten Weltkrieg auch nicht wieder neu gegründet. Obwohl es nun zwei Mannschaften mehr gab, hatte man den Modus nur minimal angepasst. Es gab immer noch vier Gruppen und nur in Gruppe B hatte sich der Modus leicht verändert. In Gruppe A spielten der HSV, Osnabrück, Hindenburg und Blau-Weiß 90. Der HSV setzte sich mühelos durch und konnte sich die Niederlage am letzten Spieltag in Osnabrück leisten. Gruppe B wurde quasi geteilt. Es gab zunächst mal zwei Dreiergruppen. In der ersten spielten Düsseldorf, Sülz und Stolp. Zwischen der Fortuna und Sülz gab es am letzten Spieltag ein Endspiel, dass die Fortunen gewinnen konnten. Im anderen Teil der Gruppe B gab es ebenfalls zunächst eine dreiergruppe, hier waren der Dresdner SC, Schweinfurt und Warnsdorf. Der DSC konnte am letzten Spieltag 1:0 gegen Schweinfurt gewinnen und kam deshalb aufgrund des besseren Torquotient weiter. Dresden und Düsseldorf mussten nun noch einmal gegeneinander antreten, um zu bestimmen welches Team aus Gruppe B ins Halbfinale kommt. Dresden konnte das Hinspiel 4:1 gewinnen und im Rückspiel gab es ein 3:3. In Gruppe C waren die Admira, die Stuttgarter Kickers, Mannheim und Dessau. Vor dem letzten Spieltag deutete alles auf die Kickers hin, doch sie patzten in Dessau. Das wäre doch gar nicht so schlimm gewesen, wenn nicht der Admira ein fulminanter 8:3 Sieg über Mannheim geglückt wäre. So zogen die Österreicher vorbei. Gruppe D bestand aus Schalke, Gleiwitz, Worms und Kassel. Am letzten Spieltag waren Schalke und Gleiwitz gleichauf, doch Schalke setzte sich im direkten Duell deutlich mit 4:0 durch. Im Halbfinale besiegte die Admira in Frankfurt den HSV 4:2. Schalke spielte zunächst in Berlin 3:3 nach Verlängerung gegen Dresden und brauchte ein Wiederholungsspiel. Das gewann Schalke dann 2:0. Dresden setzte sich im Spiel um Platz 3 3:2 gegen den HSV durch. Das Finale zwischen Schalke und der Admira fand am 18 juni 1939 vor 100.000 Zuschauern in Berlin statt. Es sollte eine Demütigung werden. Schon in Minute 7 ging Schalke durch Ernst Kalwitzki in Führung. Adolf Urban erhöhte 5 Minuten später. Erneut Kalwitzki mit dem 3:0 in Minute 25. Nur fünf Minuten später wieder Kalwitzki 4:0. Nach der Pause das nächste Tor durch Otto Tibulski. Dann ein weiterer Doppelpack von Kalwitzki. Ernst Kuzorra und Fritz Szepan sorgten dann für den Endstand von 9:0. Ernst Kalwitzki wurde mit 11 Toren Torschützenkönig Schauen wir auf den Pokal. Im Achtelfinale setzte sich Blau-Weiß 90 9:2 gegen Leipzig durch. WWG BSG Neumeyer Nürnberg konnte den Berliner SV mit 2:1 besiegen. Der VfL Köln unterlag Wacker Wien 1:3. Der HSV besiegte Hamborn 2:0. Hartha verlor 0:1 gegen Nürnberg. Rapid Wien besiegte Gleiwitz 6:1. Fortuna Düsseldorf setzte sich gegen Tennis Borussia Berlin 8:1 durch. Und Mannheim besiegte Osnabrück 4:0 Im Viertelfinale verlor Blau Weiß 90 1:7 gegen Rapid. Waldhof Mannheim besiegte den HSV 6:2. Nürnberg besiegte Düsseldorf 3:1. Wacker Wien setzte sich gegen Neumeyer Nürnberg 7:4 durch. Im Halbfinale gewann Nürnberg gegen Rapid 1:0. Dramatisch verlief das Duell zwischen Waldhof Mannheim und Wacker Wien. Das erste Duell fand in Mannheim statt und endete 1:1 nach Verlängerung. Das zweite fand in Wien statt und endete 2:2 nach Verlängerung. Das dritte fand dann in München, also auf neutralem Platz statt, und endete 0:0 nach Verlängerung. So wurde gelost und so durfte Mannheim ins Finale. Dieses fand am 28 April 1940 in Berlin statt vor 60000 Zuschauern. Nürnberg konnte kurz nach der Pause durch Max Eiberger in Führung gehen. In Minute 85 sorgte er dann auch für die Entscheidung. Die Franken gewannen 2:0. Torschützenkönige wurden Edmund Adamkiewicz, der während der Saison von Frankfurt nach Hamburg gegangen war und Franz Binder von Rapid Wien mit jeweils 11 Toren. In England sollte es die letzte Saison bis zur Saison 46/47 werden. Nirgendwo Route der Ball so lange wie in England. Die Meisterschaft war nicht besonders spannend, Everton wurde am drittletzt letzten Spieltag Meister, obwohl sie ihr Spiel bei Charlton mit 2:1 verloren. Doch der letzte Verfolger Wolverhampton kam nicht über ein 0:0 in Bolton hinaus. Zumindest etwas spannender war es im Abstiegskampf. Leicester stand bereits als Absteiger fest, doch Birmingham City hatte noch eine kleine Chance an Chelsea vorbeizuziehen. Und tatsächlich konnten sie ihr letztes Spiel gegen Leicester 2:1 gewinnen. Doch Chelsea holte das für den Klassenerhalt erforderliche Unentschieden mit einem 1:1 gegen Bolton. Tommy Lawton wurde mit 35 Toren Torschützenkönig, er spielte für den Meister. Schon ein Jahr zuvor hatte er sich die Torschützenkanone gesichert. Den FA Cup gewann Portsmouth durch einen 4:1 Sieg über Wolverhampton. Bert Barlow brachte am 29 April 1939 Portsmouth in Führung. John Anderson erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0 und nach einem Treffer von Cliff Parker kurz nach der Pause stand es 3:0. Wolverhampton konnte noch einmal kurz rankommen, Dicky Dorsett war in Minute 54 erfolgreich doch erneut Parker sorgte für die Entscheidung. In Spanien ruhte in diesem Jahr noch der Ball, aber ich kann hier schon mal versprechen da geht's ab Montag wieder los. Auch in Italien fiel die Entscheidung am drittletzten Spieltag. Bologna gewann 1:0 bei der Roma und profitierte von der Niederlage von Torino in Genua. Deutlich spannender war da schon der Kampf gegen den Abstieg. Am letzten Spieltag mussten noch vier Teams zittern. Modena hatte mit 24:34 Punkten die besten Karten. Ihnen reichte ein Unentschieden und das schafften sie gegen den AC Mailand mit einem 2:2. Triestina musste für den Klassenerhalt aus eigener Kraft schon gewinnen, doch sie spielten lediglich 1:1 gegen Juventus Turin. Das war die Chance für Livorno. Sie konnten mit einem Sieg gleichziehen, um vorbeizuziehen brauchten sie aber einen Sieg mit fünf Toren Vorsprung. Sie konnten ihr Spiel zwar gewinnen, doch das 1:0 in Genua reichte nicht. Ebenso wenig der 3:1 Sieg von Luccese über Liguria. Torschützenkönig wurde Aldo Boffi vom AC Mailand. 19 Mal war er erfolgreich. Und zum Schluss noch der Blick nach Frankreich. Auch in Frankreich sollte es die letzte Saison vor einer längeren Pause werden, die erste Liga machte dann erst 45/46 weiter. Es gab allerdings in dieser Zeit so genannte Kriegsmeisterschaften. 38/39 gab es einen Zweikampf um den Titel. Vor dem vorletzten Spieltag war der SC Sete Tabellenführer vor Marseille, Sete und OM waren Punktgleich. Am vorletzten Spieltag verlor Marseille 2:0 in le Havre. Zeitgleich gewann Sete 2:1 gegen den FC Sochaux. Damit brauchte Marseille am letzten Spieltag ein Wunder. Zwar konnten sie ihr eigenes Spiel 2:0 gegen Lille gewinnen, doch der SC Sete lies nichts mehr anbrennen und gewann 1:0 in Rouen. Im Abstiegskampf gab es vor dem letzten Spieltag durchaus noch Spannung. RC Roubaix war zwar bereits abgestiegen, doch gleich drei Teams mussten zittern, den RC begleiten zu müssen. Excelsior Roubaix hatte die beste Ausgangslage, bereits ein Unentschieden würde definitiv reichen, und ausgerechnet mit einem Derbysieg sicherte man sich den Klassenerhalt. Der FC Rouen hätte es mit einem Sieg aus eigener Kraft schaffen können, verlor aber wie wir ja bereits wissen gegen Sete. Das war die Chance für Antibes. Mit einem Sieg könnte man die Klasse halten, doch gegen Racing Paris gab es nur ein Unentschieden. Aufgrund der schlechten Tordifferenz reichte das nicht. Im Finale um den französischen Pokal traf Racing Paris auf Olympique Lille. Im Stadion waren 52.431 Zuschauer, das war die größte Kulisse für ein französisches Pokalfinale zu diesem Zeitpunkt. Die Hauptstädter konnten durch Jose Perez in Minute vier in Führung gehen. Geza Kalocsay brachte aber den Ausgleich für Lille. Emile Veinante sorgte in Minute 25 für die erneute Führung von Paris und Jules Mathe machte noch vor der Pause das 3:1. Dennoch wurde es in der zweiten Halbzeit noch einmal spannend, denn gleich zwei Spieler von Racing verletzten sich und auswechseln war damals nicht erlaubt, so musste Paris mit zwei Mann weniger die Führung verteidigen. Doch das gelang ihnen.