Fussballjahr 1944

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Bevor wir in das letzte November wochenende gehen habe ich noch eine frische folge meiner Serie Fußball History für euch. Wir sind mittlerweile im Jahr 1944 angekommen. Damit sind wir kurz vor dem Ende des Krieges allerdings muss man auch sagen, dass 1944 der Spielbetrieb in einigen Ländern Stillstand und in Frankreich gab es einen Sonderfall. Und wir es uns einfach mal an. 1944 Namen 31 Teams an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. Während der Pokalwettbewerb in dieser Saison frühzeitig abgebrochen wurde, wurde die deutsche Meisterschaft tatsächlich zu Ende gespielt. Nach dieser Saison gab es eine Saison, wo die Meisterschaft abgebrochen wurde und 1946 und 47 gab es dann sogenannte Zonenmeisterschaften. Eine richtige Saison sollte es dann erst wieder 1947/48 geben. Folgende Teams, die Teilnehmer der Endrunde 1944 waren, waren auch zuvor schon einmal dabei gewesen: VfB Königsberg, Hertha BSC Berlin, Germania Königshütte, Dresdner SC, SV Dessau, Holstein Kiel, Wilhelmshaven 05, Eintracht Braunschweig, Schalke 04, die Spielgemeinschaft VfL Köln/SpVgg Sülz(beide Teams waren zuvor als Einzelvereine dabei gewesen. Aus dem VfL wurde später der FSV Köln, der sich tatsächlich als ältester Fußballverein in Köln sieht und aktuell in der Kreisliga spielt, aus Sülz wurde dann der FC). Borussia Fulda TuS Neuendorf, Kickers Offenbach, die Spielgemeinschaft FV/AK Saarbrücken (das war eine Spielgemeinschaft aus dem FV Saarbrücken und dem SC Altenkessel. Aus dem FV wurde später der 1. FC Saarbrücken und den SC Altenkessel gibt es heute noch, er spielt aktuell in der landesliga), dann den VfR Mannheim, den FC Mülhausen, 1. FC Nürnberg, FC Bayern München, Militär SV Brünn , First Vienna und die Spielgemeinschaft SpV/48/99 Duisburg. SpV Duisburg war ja vor allem in der anfangszeit recht häufig dabei und 1913 sogar vizemeister. Diesen Verein gibt es nicht mehr, er wurde 1964 aufgelöst. Der andere Verein ist TuS Duisburg 48/99. Auch dieses Team gibt es heute nicht mehr, es existierte ebenfalls bis zum 30 Juni 1964 und fusionierte dann mit einigen anderen zu Eintracht Duisburg. Dazu haben wir noch die BSG DWM Posen. 9 Teams waren neu. Das war zum einen der Heeressportverein Groß Born. Die gab es nur von November 43 bis September 44. Dann haben wir den STC Hirschberg. Hirschberg ist eine Stadt in Niederschlesien und 1945 wurde dieser Verein dann aufgelöst. Dann haben wir den luftwaffen Sportverein Hamburg, der LSV ist vielleicht manchen von euch bekannt, weil in der letzten Folge 1943, haben Sie das letzte Finale des Tschammerpokal erreicht. Weiter geht's mit dem Luftwaffen SV Rerik. Rerik ist ein Landkreis in Rostock. Diesen Verein gab es von 1940 bis 1944. Als nächstes haben wir Wehrmacht SV Celle. Auch diesen Verein hat es nur sehr kurz gegeben von 1942 bis 1945. Dann haben wir tatsächlich mal einen Verein, den es heute noch gibt, 1. Göppinger SV. Dieser Verein besteht seit 1895 und 2024 schaffte er den Aufstieg in die Regionalliga Südwest, musste aber gleich wieder runter. Dann haben wir die Nationalsozialistische Turngemeinde Brüx. Brüx ist eine Stadt in Tschechien und wird in Tschechien Most genannt und deshalb könnt ihr euch ja denken, dass auch dieser Verein 1945 aufgehört hat zu existieren. Als nächstes haben wir wieder einen Luftwaffen SV nämlich diesmal den aus Danzig, auch hier hat 1945 aufgehört zu existieren. Der letzte Club ist der Luftwaffen SV Mölders Krakau. Auch hier war natürlich 19 44 Schluss. Benannt ist der Verein übrigens nach dem jagdflieger Werner mölders gewesen. In der ersten Runde mussten 30 der 31 Teams antreten. Borussia Fulda hatte Glück und bekam ein Freilos und durfte direkt ins Achtelfinale. Zwischen dem LSV Danzig und Hertha BSC gab es ein 0:0 im ersten Spiel, es gab dann ein Wiederholungsspiel das konnte die Hertha mit 7:1 gewinnen. Groß Born setzte sich gegen den LSV Rerik 6:4 durch. Hirschberg gewann 7 zu 0 gegen Posen. Der Dresdner SC besiegte Königshütte 9:2. Kiel setzte sich nach Verlängerung gegen Dessau 3:2 durch LSV Hamburg besiegte Celle 4:0. Eintracht Braunschweig unterlag nach Verlängerung Wilhelmshaven 05 1:2. Schalke besiegte Neuendorf 5:0. Köln unterlag Duisburg 0:2. Mühlhausen besiegte Offenbach 4 zu 2. Göppingen verlor 3:5 gegen Saarbrücken. VfR Mannheim besiegte die Bayern nach Verlängerung 2:1. Brüx musste sich mit 0:8 gegen Nürnberg geschlagen geben. Brünn verlor gegen die Vienna 3:6. Und Königsberg besiegte Krakau 4:1. Im Achtelfinale verlor Königsberg 3:10 gegen Groß Born. Vienna setzte sich 5:0 gegen Hirschberg durch. Hertha BSC schlug Kiel 4:2. Borussia Fulda unterlag Dresden mit 2:9. Zwischen Wilhelmshaven und dem LSV Hamburg endete das erste Spiel 1:1 nach Verlängerung, das Wiederholungsspiel gewann der LSV 4:2. Duisburg besiegte Schalke 2:1. Saarbrücken setzte sich mit 5 zu 3 gegen Mühlhausen durch. Und Nürnberg bezwang Mannheim 3:2. Im Viertelfinale konnte sich Groß Born 3:2 gegen Hertha BSC durchsetzen. Der LSV Hamburg besiegte Duisburg 3:0. Saarbrücken verlor 1:5 gegen Nürnberg. Und der Dresdner SC besiegte die Vienna mit 3:2. Im Halbfinale konnte sich der LSV Hamburg gegen Groß Born 3:2 in Hannover durchsetzen. Und der Dresdner SC besiegte in Erfurt Nürnberg 3:1. Das Spiel im Platz 3 fand nicht statt, weil Groß Born verzichtete. Das Finale zwischen dem Dresdner SC und dem LSV Hamburg fand am 18 juni 1944 in Berlin vor 70.000 Zuschauern statt. Die Sachsen gingen durch Rudi Voigtmann in Minute 19 in Führung. In Minute 50 erhöhte er auf 2:0. Helmut schön, der 1974 Deutschland zum Weltmeister machen sollte als Trainer gelang in Minute 61 das 3:0. Heinrich Schaffer setzte in Minute 85 den Schlusspunkt zum 4:0. Der Dresdner SC war deutscher Meister und ich habe die Frage glaube ich schon mal aufgeworfen, man kann schon darüber diskutieren warum es der DSC nicht geschafft hat, nach dem Krieg zumindestens innerhalb Dresdens die Nummer eins zu bleiben, denn an für sich hat man deutlich mehr Tradition als Dynamo. Torschützenkönig wurde Helmut Schön mit 14 Toren. Wie schon erwähnt 1945 wurde die Meisterschaft frühzeitig abgebrochen, aber ich verspreche dass ich nächste Woche über die Zonenmeisterschaften 46 und 47 sprechen werde. Schauen wir nach England. Hier gab es auch 1944 nur den War Cup. Eine richtige Liga wurde erst wieder 1946/47 ausgespielt. Wie schon 1943 gab es zunächst einen Wettbewerb im Norden und einen im Süden. Im Norden traf Blackpool auf Aston Villa. Blackpool konnte das Hinspiel 2:1 gewinnen, verlor dann aber in Birmingham 4:2. Im Süden spielte Charlton Athletic gegen den FC Chelsea, hier gab es allerdings nur ein Finale. Dieses gewann Charlton 3:1. Wie schon im Vorjahr gab es auch dann ein Finale zwischen dem Südsieger und dem Nordsieger. Dieses fand am 20 Mai 1944 statt. Man weiß dass es an der stanford Bridge vor 38.540 Zuschauern gespielt wurde und dass es mit einem 1:1 endete, mehr gibt es dazu aber. Aufgrund der Transportbeschränkungen wegen des Krieges gab es auch kein Wiederholungsspiel. Charlton und Villa teilten sich den Titel. Gehen wir nach Spanien. In Sachen Meisterschaft war es hier nicht spannend. Valencia machte schon am drittletzten Spieltag mit einem 2:1 über Sabadall den Sack zu. Mundo traf doppelt. Im Abstiegskampf war es so, dass wieder die beiden letzten direkt runter mussten und die beiden Teams davor in die Relegation. Vigo stand schon früh als Absteiger fest. Davor war es aber spannender. San Sebastian brauchte am vorletzten Spieltag irgendetwas zählbares beim baskischen Derby in Bilbao, verlor jedoch sang und klanglos mit 0:3. La Coruna wusste schon vor dem letzten Spieltag, dass es in die Relegation gehen würde, doch es gab vier andere Teams, die befürchten mussten, das Team aus Galizien dorthin begleiten zu müssen. Bilbao hatte die besten Karten sich zu retten, verlor aber in einem wilden Spiel 5:4 in Valencia. Granada sicherte sich 5 zu 2 Sieg über Celta Vigo. Sabadell konnte mit 4:0 in La Coruna gewinnen und sicherte sich so mit den Liga Verbleib. Espanyol brauchte einen Sieg bei Atletico Aviacion. Doch sie verloren 3:1 und mussten in die Relegation. Aber wie schon in den letzten Jahren hielten beide Erstligisten in der Relegation die Klasse. Espanyol gewann mit 7:1 gegen CD Alcoyano und La Coruna 4:0 gegen Constancia. Torschützenkönig wurde Mundo vom FC Valencia. Ihm gelangen 27 Tore. Insgesamt war er in 210 spielen für den FC Valencia 186 Mal erfolgreich. Den spanischen Pokal gewann Athletic Bilbao mit einem 2:0 über den FC Valencia am 25 Juni 1944 in Barcelona. Zarra, der schon im Jahr zuvor den Siegtreffer gegen Real erzielt hatte, war erneut erfolgreich. In 278 spielen für seinen Verein macht er insgesamt 251 Tore und in 20 Länderspielen ebenso viele Tore. Rafael Escudero steuerte den zweiten Treffer bei. So gewann Bilbao das Spiel mit 2:0. In Italien ruhte der Ball aufgrund des zweiten Weltkrieges, die nächste Saison im italienischen Fußball sollte die Saison 1945/46 werden, das heißt wir werden am Dienstag das nächste mal eine Folge mit italienischen Fußball haben. In Frankreich gab es in diesem Jahr einen Sonderweg. Und zwar gab es insgesamt 16 regionale Teams. Also es gab nicht die normalen Vereine, sondern halt eben Teams die sich aus Spielern aus einer bestimmten Region zusammensetzten. Das hat man auch nur einmal gemacht, danach ist man sofort wieder zu den Vereinen zurückgekehrt, es war ein einmaliges Experiment. Ich kann euch da jetzt auch nicht sehr viel mehr als die statistischen Daten zu geben. Meister wurde Lens Artois mit am Ende drei Punkten Vorsprung, man hatte eine überragende Offensive mit 95 Toren in 30 Spielen. Lille Flanders landete auf Platz 2. Auch im französischen Pokal machte man es in diesem Jahr so, dass es diese regionalen Teams gegeben hat. Nancy Lorriane spielte im Finale gegen Remis Champagne. Nancy setzte sich durch Tore von Marcel Paremeggani, Marcel Poblome, Michel Jacques und erneut Poblome 4:0 durch.