Fussballjahr 1947

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Auch heute gibt es eine frische folge meiner Serie Fußball History und wir sind im Jahr 1947. Das Gute ist ich kann euch schon mal sagen, das ist die letzte Folge, wo es nach dem Krieg noch nicht so ganz normal lief, ab 1948 ist alles wieder so wie gehabt. Auch heute schauen wir nach Deutschland, England, Spanien, Italien und Frankreich. In Deutschland wurde auch in diesem Jahr lediglich in den Zonenmeisterschaften gespielt. Der amerikanischen Zone gab es bereits eine sogenannte Oberliga, die wurde ziemlich deutlich mit 13 Punkten Vorsprung vom 1. FC Nürnberg gewonnen. Bei den 13 Punkten Vorsprung muss man auch bedenken, dass wir zu einer Zeit waren, wo es die Zweipunkte-regel gab, also die Dominanz noch viel größer war. Die Franken hatten die beste Offensive und die beste Defensive der Liga. Es gab sogar schon Absteiger nämlich den BC Augsburg, Bamberg und die beiden Karlsruher Vereine FV und Phönix. Für die französische Zone gab es die Nordzonenliga. Diese Liga war unterteilt in Süden und Norden.. Die saarländischen Vereine nahmen in diesem Jahr nicht teil, da eine eigene Liga ab Januar 1947 angekündigt war. Die kam dann aber nicht zustande und so kamen die Clubs aus dem saarland in die Nordgruppe. Im Norden setzte sich Kaiserslautern sehr souverän durch. Der FCK hatte sechs Punkte Vorsprung auf Worms und schoss in 14 Spielen 75 Tore. Im Süden setzte sich der VfL Konstanz vor Reutlingen durch. Hier war die Dominanz nicht ganz so groß, Konstanz hatte am Ende drei Punkte Vorsprung. Der Meister des Südens und der Meister des Nordens sollten dann noch mal gegeneinander spielen, um den Meister der französischen Besatzungszone zu ermitteln. Auch hier überrag der Kaiserslautern, es gab einen 8:1 Sieg im Hinspiel und einen 8:4 Sieg im Rückspiel. In Berlin traten 12 Vereine zu einer stadtliga an. Die SG Charlottenburg, das war eigentlich Tennis Borussia Berlin, setzte sich durch. Auch sie überzeugt mit ihrer Offensive, in 22 Spielen konnten 89 Tore gemacht werden. Die SG Wilmersdorf landete auf Platz 2. Es gab auch drei Absteiger, die SG Lichtenberg Nord (heutzutage SV Lichtenberg 47), die SG Stadtmitte (gibt es heute nicht mehr), und die SG Tempelhof (später BFC Viktoria, 2013 in einer Fusion mit LFC Berlin zum FC Viktoria 1889 Berlin geworden). Kompliziert war es in der britischen Zone, es gab erstmal eine Bezirksmeisterschaft, über die man sich für die Endrunde qualifizieren musste. In Schleswig-Holstein schafften das der VfB Lübeck und Holstein Kiel. Hamburg gewann St. Pauli Bezirksmeisterschaft vor dem HSV. In Niedersachsen gab es zwei Besonderheiten, erstens es waren auch die Teams aus Bremen dabei, zweitens es wurde geteilt in Niedersachsen Nord und Niedersachsen Süd. Der jeweilige Meister kam zur Endrunde. Im Norden war das Werder Bremen. Im Süden der TSV Braunschweig, das ist heutzutage Eintracht Braunschweig. Werder und Braunschweig spielten dann noch 2 Endspiele um die Bezirksmeisterschaft. Hier setzte sich Bremen durch. Sie hatten zwar das Hinspiel 1:3 verloren, konnten das Rückspiel aber 3:0 gewinnen. In Westfalen gab es die Landesliga Westfalen, die unterteilt war in West und Ost. Im Westen setzte sich Schalke durch. In 18 Spielen konnten 92 Tore geschossen werden und man verlor kein einziges Spiel, spielte lediglich zweimal Unentschieden. Im Osten gewann der BVB. Auch hier gab es ein Endspiel um die Bezirksmeisterschaft und ziemlich überraschend konnte sich hier Borussia Dortmund 3:2 durchsetzen. Am mittelrhein gab es nur eine Liga und der erste und zweite qualifizierten sich für die Endrunde um die britische Zonenmeisterschaft. Der VfR Köln und Alemannia Aachen konnten sich hier durchsetzen. Niederrhein konnten sich Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Düsseldorf qualifizieren, da beide aber punktgleich waren, brauchte es ein Endspiel um die Bezirksmeisterschaft. Hier setzte sich RWO mit 3:1 durch. Bevor es nun endlich mit dem Endrunde um die britische Zonenmeisterschaft losgehen konnte, gab es nun noch mal eine Art vorqualifikation. Denn es wusste zunächst mal ein westdeutscher Vizemeister ermittelt werden. Schalke 04, Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf traten dazu an. Schalke konnte sich locker durchsetzen und gewann seine Spiele mit 5:0 und 4:0. Im Norden mussten sogar die Meister in die Vorqualifikation. Der HSV eigentlich nur Vizemeister, setzte sich in seinem Spiel 5 zu 2 gegen Lübeck durch. St Pauli, Meister in Hamburg verzichtete und so qualifizierte sich Holstein Kiel. Im Viertelfinale besiegte der BVB Bremen in Bochum 4:2 Der VfR Köln besiegte Holstein Kiel zu Hause 2:1 nach Verlängerung. Braunschweig verlor in Hannover 2:3 nach Verlängerung gegen Oberhausen. Beim Duell zwischen dem HSV und Schalke brauchte es nach einem 0:0 im ersten Spiel ein Wiederholungsspiel, dass der HSV in Gelsenkirchen mit 2:0 gewann. Im Halbfinale setzte sich Dortmund gegen den VfR Köln 5:4 nach Verlängerung durch. Der HSV besiegte Oberhausen in Duisburg 3:1. So standen sich Borussia Dortmund und der HSV im Endspiel um die britische Zonenmeisterschaft gegenüber. Doch zunächst besiegte Köln Oberhausen 4:1 im Spiel um Platz 3. Das Endspiel gewann der HSV dann mit 1 zu 0 durch ein Tor von Alfred Boller. Zur sowjetischen Zone kann man leider nicht viel sagen, hier gab es keinen wirklichen Spielbetrieb. Wir gehen nach England. Zum ersten Mal seit der Saison 38 39 gab es in England wieder Liga-Betrieb. Nirgendwo anders hatte die Liga so lange ausgesetzt. Und diese erste Meisterschaft 8 Jahren war gleich mal richtig spannend. Vor dem vorletzten Spieltag durften mit Liverpool, Manchester United, Wolverhampton und Stoke City noch vier Teams auf den Titel hoffen. Stoke hatte zwar die schlechteste Ausgangslage, konnte seine Chance mit einem Heimsieg über den FC Brentford aber wahren. Wolverhampton holte sich einen Sieg in Bolton und Manchester United besiegte Blackburn. Tabellenführer Liverpool gelang ein wichtiger Sieg über Sunderland mit 1:0. Damit hatte Liverpool am letzten Spieltag die Pole Position. Stoke konnte sein letztes Spiel in Blackburn gewinnen, war aber auch viel Schützenhilfe angewiesen. Da sich Wolverhampton in einem wilden Spiel gegen Chelsea 6:4 durchsetzte, war Stoke raus aus der Rechnung. Weil aber auch Manchester United in Portsmouth mit 1:0 gewinnen konnte, waren auch die Wolves aus dem Titel Rennen draußen. Es hing nun von Liverpool ab. Die Reds mussten bei Aston Villa gewinnen. Und zunächst sah es nicht gut aus, Billy Evans brachte das Team aus Birmingham in Führung. Billy Watkinson und Willie Fagan drehten das Spiel aber zugunsten von Liverpool. Somit war der LFC Meister. Im Abstiegskampf war es dagegen gar nicht spannend. Brentford und Leeds standen schnell als Absteiger fest. Dennis Westscott wurde mit 37 Toren Torschützenkönig. Er spielte für Blackburn. Im FA Cup konnte Charlton Athletic mit 1:0 gegen Burnley gewinnen. Chris Duffy war in Minute 114 in der Verlängerung erfolgreich. Bis heute sollte es der einzige große Titel von Charlton Athletic bleiben. In Spanien wurde ebenfalls gespielt. Und auch hier war es richtig spannend, vor dem vorletzten Spieltag hat mit Barcelona, Bilbao, Atletico Madrid und Valencia noch vier Teams realistische Chancen. Barcelona leistete sich eine völlig unerwartete Niederlage in Gijon und fiel zurück. Valencia setzte sich bei Real 4:2 durch. Bilbao besiegte Murcia 6:2 und war Tabellenführer. Atletico konnte 2:0 in Castellon gewinnen. Am letzten Spieltag verabschiedete sich Barcelona mit einer Niederlage gegen Sabadell endgültig aus dem Titel Rennen. Atletico verspielte seine Chance ausgerechnet im Derby gegen Real obwohl sie zweimal führten, verloren sie 2:3 Valencia konnte sein letztes Spiel gegen Gijon 6:0 gewinnen. Und sie hatten einen Trumpf, sie hatten beide direkten Duelle mit Bilbao gewonnen. Das bedeutete, Bilbao musste am letzten Spieltag in La Corona gewinnen. Und Zarra tat alles dafür, er erzielte drei Tore. Doch in Minute 70 konnte Latorre das 3:3 schießen und dabei blieb es. So wurde Valencia Meister. Im Abstiegskampf mussten wieder die letzten beiden direkt runter und der drittletzte in die Relegation. Castellon war frühzeitig abgestiegen. Murcia hätte ein Unentschieden zum direkten Klassenerhalt im direkten Endspiel gegen Espanyol gereicht, doch sie verloren das Spiel mit 1:2. Calvo Olascoga Kraft doppelt für die Katalanen. La Coruna reichte das 3:3 gegen Bilbao nicht mal für die Relegation. In dieser stieg dann auch Murcia nach einem 0:2 gegen San Sebastian ab. Torschützenkönig wurde mal wieder Zarra. Diesmal traf er sogar 34 mal. Den spanischen Pokal holte sich Real Madrid nach einem 2:0 nach Verlängerung über Espanyol Barcelona. Pablo Vidal und Purden trafen für die Königlichen. In Italien war das Titelrennen nicht spannend. Der FC Turin holte sich sehr souverän die italienische Meisterschaft. Grande Turino konnte 104 Tore schießen und hatte mit 35 gegentoren auch die zweitbeste Defensive. Im Abstiegskampf gab es eine Kontroverse. Venedig und Brescia mussten absteigen, dabei war der Tabellenletzte und das ziemlich deutlich Triestina. Doch die durften drin bleiben. Es wird berichtet, dass es dazu politische Gründe gab, es wird aber leider nicht so wirklich darauf eingegangen welche politischen Gründe ist dafür gab.. Also ihr müsst jetzt einfach damit leben, dass Triestina in der Liga bleiben durfte. Torschützenkönig wurde Valentino Mazzola vom AC Turin mit 29 Toren. Bei ihm gibt es eine ganz besonders tragische Geschichte. Ihr wisst ja vielleicht, dass die Mannschaft des AC Turin 1949 abgestürzt ist und dabei bis auf einen Spieler alle ums Leben gekommen sind. Valentino Mazzola hätte eigentlich überleben können, denn es war eigentlich komplett unnötig, dass er die Reise mitmachte, da er damals aufgrund einer Erkrankung gar nicht hätte spielen können. Hätte er also zu Hause das Bett gehütet, hätte er diesen tragischen Tag überlebt. Er bestand aber darauf mitzufliegen und das war leider sein Todesurteil. In Frankreich war es im Kampf um den Titel spannend. Zwei spieltage vor Schluss führte das Überraschungsteam CO Roubaix Tourcoing jeweils zwei Punkten Vorsprung auf Reims und Strasbourg. Reims verabschiedete sich am vorletzten Spieltag nach einer Niederlage in Marseille endgültig aus dem Titel Rennen. Straßburg hielt sich die Chance mit einem Sieg in Bordeaux offen. Roubaix Tourcoing verteidigte die Tabellenführung durch einen knappes 1:0 über Rouen. Und da sie auch am letzten Spieltag in Metz mit 1:0 gewinnen konnten, waren sie Meister. Allerdings hätten sie sich auch eine Niederlage erlauben können, denn Straßburg verlor gegen Stade Francias Paris mit 1:2. CO Roubaix Tourcoing existiert übrigens heutzutage nicht mehr. Er war nach dem zweiten Weltkrieg aus einer quasi mehrfachen Fusion entstanden. RC Roubaix, Excelsior Roubaix, US Tourcoing und US Roubaix hatten miteinander fusioniert. 1957 verließ US Tourcoing diese Fusion und existiert heute nicht mehr. CO Roubaix Tourcoing sollte es auch nur bis 1970 geben. Absteigen mussten in diesem Jahr gleich vier Vereine. Le Havre und Rouen mussten frühzeitig runter. Lens folgte am vorletzten Spieltag. Der letzte Absteiger war hart umkämpft. Fünf Teams mussten am letzten Spieltag noch zittern. Der RCF Paris hatte die besten Chancen sich zu retten und braucht da im letzten Spieltag nur ein Unentschieden, jedoch verloren sie in Reims 2:1. Ebenfalls ein Unentschieden brauchte Toulouse um sicher zu sein. Und mit einem 0:0 gegen Marseille schafften sie das. Toulouse war gerettet. Sete würde ebenfalls ein Unentschieden genügen. Sie konnten ihr letztes Spiel gegen Cannes sogar gewinnen. Bordeaux brauchte einen Sieg um sicher zu sein. Doch sie verloren bei Absteiger Lens 1:0. Das bedeutete den sicheren Klassenerhalt für RCF Paris. Montpellier hatte nun die Chance sich doch noch zu retten, dafür brauchten sie mindestens ein Unentschieden, aber sie konnten sogar mit 2:0 in Rouen gewinnen. Torschützenkönig wurde Pierre Sinbaldi von Stade Reims. Er machte 33 Tore. Im französischen Pokalfinale standen sich Olympique Lille und Racing Straßbourg gegenüber. Lille gelang der schnellste Treffer in der Geschichte der Endspiele des französischen Pokals. Nach 29 Sekunden war Roger Vandooren erfolgreich. In Minute 70 unterlief Joseph lang ein Eigentor zum 2:0. Dabei sollte es bleiben .. Lille hatte schon in Runde zwei für Furore gesorgt, im Spiel gegen St. Etienne gab es mehrere Schlägereien und es galt als ein absolut über hartes Spiel