Fussballjahr 1948

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Auch am heutigen Donnerstag gibt es eine frische folge meiner Serie Fußball History. Wir sind mittlerweile im Jahr 1948 angekommen. In diesem Jahr war nun endlich alles wieder wie gewohnt, wenngleich es in Deutschland zum ersten Mal verschiedene Meisterschaften gab. Darauf schauen wir jetzt einfach mal, wie ihr es gewohnt seid schauen wir nach Deutschland, England, Spanien, Italien und Frankreich. In Deutschland sollte die erste Meisterschaft nach dem Krieg eigentlich noch eine gesamtdeutsche Meisterschaft werden. Teilnahmeberechtigt waren alle Teams aus den Besatzungszonen sowie der Meister der Berliner Stadtmeisterschaft. Die sowjetische Zone reagierte daraufhin und spielte ihre eigene Ostzonen-Meisterschaft. Das galt damals allerdings nur für die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, so mussten Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einen eigenen Meister ausspielen, der dann an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teilnehmen durfte. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft durften acht Vereine teilnehmen. Der HSV, St Pauli, Kaiserslautern Neuendorf, Nürnberg, 1860 und Oberschöneweide waren schon früher mal dabei. Einziger Neuling war die SG Planitz. Planitz ist ein Stadtteil in Zwickau und der Verein existierte von 1946 bis 1950. 1949 übernahm das Automobilwerk Horch den Verein und es entstand die ZSG Horch Zwickau. Daraus wurde dann später der FSV Zwickau. Im Viertelfinale besiegte Neuendorf den HSV mit 2:1 in Dortmund Kaiserslautern gewann deutlich gegen die Löwen mit 5:1 in Worms. Noch deutlicher gewann St. Pauli auswärts in Berlin bei Oberschöneweide mit 7 zu 0. Das Spiel zwischen Nürnberg und Planitz fand nicht statt. Die sowjetische besatzungsmacht verweigerte den Spielern von Planitz die Erlaubnis zum Spiel nach Stuttgart zu reisen. Im Halbfinale konnte sich Nürnberg in Mannheim nach Verlängerung gegen Pauli mit 3:2 durchsetzen. Kaiserslautern besiegte Neuendorf in Wuppertal mit 5:1. Das Endspiel zwischen Nürnberg und dem FCK fand am 8 august 1948 in Köln statt. 75 000 wollten das Spiel live sehen. Konrad Winterstein brachte den FCN in Führung. Schon in Minute 24 gelang Hans Pöschl das 2:0. Er hatte übrigens sehr interessante Hobbys nämlich Bergsteigen und Ägyptologie. Durch ein Eigentor von Hans Uebelein in Minute 57 kam der FCK noch einmal heran. Doch Nürnberg brachte das 2:1 über die Zeit. Werner Baßler( FCK), Fritz Machate( Pauli), Heinrich Schaffer (Pauli) und Ottmar Walter (FCK) teilten sich mit jeweils drei Toren den ersten Platz in der Torschützenliste. In der Ostzonen-Meisterschaft Namen an der Endrunde acht Vereine teil. Die SG Meerane (diesen Verein gibt es heute noch als Meeraner SV, er spielt aktuell in der Landesliga) die Sportfreunde Burg (das ist heute der Burger BC und spielt ebenfalls in der Landesliga), die SG Schwerin ( heute FC Mecklenburg Schwerin und in der Verbandsliga), die SG Planitz (die auch an dieser Meisterschaft teilnahmen), SG Cottbus Ost(heute BSV Cottbus Ost und in der Kreisliga), SG Weimar Ost( heute SC Weimar und in der Thüringenliga), SG Freiimfelde Halle (heute Turbine Halle und in der Landesliga Süd) und die SG Wismar Süd, ( heute FC Anker Wismar und in der Oberliga Nordost). Im Viertelfinale besiegte Meerane Burg in Leipzig mit 2:1 nach Verlängerung. Schwerin unterlag Planitz 1:3. Cottbus Ost verlor gegen Weimar Ost 0:1 nach Verlängerung. Halle besiegte Wismar Süd 3:1. Im Halbfinale besiegte Halle in Magdeburg Meerane 5:2. Planitz besiegte Weimar Ost in Dresden 5:0. Das Finale fand am 4 juli 1948 im Probstheidaer Stadion in Leipzig vor 40.000 statt. Horst Weiß machte in der 38 Minute das einzige Tor und zwar für Planitz. Schauen wir nach England. Hier war der Titelkampf nicht besonders spannend, Arsenal war frühzeitig Meister. Und auch im Abstiegskampf fehlte die ganz große Spannung. Grimsby war völlig überfordert und kassierte über 100 Gegentore, Blackburn stieg am vorletzten Spieltag ab. Torschützenkönig wurde Ronnie Rooke mit 33 Touren von Meister Arsenal. Im Finale des FA Cup traf Manchester United auf den FC Blackpool. Durch ein Tor von Eddie Shimwell könnte Blackpool Entführung gehen, doch Jack Rowley gelang der Ausgleich. Blackpool holte sich in Minute 35 durch Stan Mortensen die Führung zurück. Bis Minute 70 sah es nach einem Sieg aus, doch dann trafen Rowley, Stan Pearson und John Anderson für Manchester United. Es war durchaus ein besonderer Titel, denn Manchester United holte den ersten Titel seit 37 Jahren. In Spanien gab es einen Zweikampf um den Titel. Vor dem vorletzten Spieltag hatte Valencia einen Zähler Vorsprung auf Barcelona. Am vorletzten Spieltag gab es in Valencia das direkte Duell und Barca konnte sich mit 3:1 durchsetzen. Und weil Valencia am letzten Spieltag auch in Vigo verlor, war Barcelona Meister. Im Abstiegskampf war es so, dass es in diesem Jahr keine Relegation gab und nur die letzten beiden runter mussten. Vor dem vorletzten Spieltag waren rein theoretisch betrachtet noch acht der 14 Mannschaften gefährdet. Darunter Real Madrid. Und nachdem man am vorletzten Spieltag 3:0 in Bilbao verlor, waren die königlichen auch am letzten Spieltag noch gefährdet. Gleiches galt für Sabadell,Gijon und San Sebastian. San Sebastian konnte am letzten Spieltag nur noch ein Sieg helfen und tatsächlich holten sie ihn sich gegen Espanyol.Gijon brauchte ebenfalls Punkte, kassierte aber eine böse 2:7 Klatsche zu Hause gegen Atletico Madrid. San Sebastian durfte weiter hoffen, Gijon war definitiv abgestiegen. Sabadell rettete sich mit einem 3:1 Sieg über den FC Sevilla. Das bedeutete, die Entscheidung musste zwischen San Sebastian und Real Madrid fallen und Real brauchte zumindestens ein Unentschieden um drin zu bleiben. Es ging zu Hause gegen Oviedo. Purden bewahrte real mit zwei Toren vor der größten Demütigung der Vereinsgeschichte. Torschützenkönig wurde ausnahmsweise mal nicht Zarra sondern Pahino von Celta Vigo. 23 Mal konnte er treffen und wechselte nach der Saison zu Real Madrid wo er dann in 124 spielen 108 Tore schießen sollte. Den Pokal gewann der FC Sevilla im Finale gegen Vigo. das Team aus Galizien konnte durch Miguel Munoz zwar nach sechs Minuten in Führung gehen, doch es folgte ein dreierpack von Mariano Uceda für das Team aus Andalusien. Juan Arza besorgte den Endstand von 4 zu 1. Schauen wir in die Serie A. In Italien wurde in dieser Saison ausnahmsweise mit 21 Teams gespielt. Ein Titel Rennen gab es nicht wirklich. Der AC Turin dominierte alles in Grund und Boden und hatte am Ende 16 Punkte Vorsprung auf Juventus und noch mal bitte bedenken, wir reden von einer Zeit, wo es zwei Punkte für einen Sieg gab. Ich kann schon mal einen kleinen Spoiler machen, leider leider wird es morgen sehr tragisch in der Folge um das legendäre Turin. Absteigen sollten vier Teams. Vicenza war frühzeitig abgestiegen. Alessandria, Salernitana und Neapel folgten am vorletzten Spieltag. Für Neapel gab es auch nachträglich noch Ärger, denn wegen eines Korruptions-skandals wurden sie auf den letzten Platz gesetzt. Torschützenkönig wurde überraschend niemand vom AC Turin sondern Giampiero Boniperti von Juventus mit 27 Toren. Er sollte später auch Präsident seines Vereines werden und dieses Amt 19 Jahre lang ausführen. Danach ging er in die Politik und wurde Europaabgeordneter. In Frankreich war es im Kampf um den Titel sehr spannend. Drei Teams kämpften vor dem vorletzten Spieltag noch um den Meistertitel. Marseille, Reims und Lille. Lille konnte am vorletzten Spieltag 5:2 gegen Ales gewinnen und hielt sich eine kleine Chance offen. Reims besiegte Toulouse 4:0 und Marseille gewann 6 zu 3 gegen Metz. Am letzten Spieltag brauchte Lille einen Sieg, viel Schützenhilfe und eigentlich auch ein kleines Wunder. Tatsächlich konnten sie ihr letztes Spiel in Sete mit 2:1 gewinnen und es gab sogar Hoffnung, weil Reims in St Etienne verlor. Doch Marcel reichte ein Unentschieden in Sochaux für den Titel. Keine Spannung gab es dagegen im Abstiegskampf. Red Star Paris und Olympique Ales mussten runter. Torschützenkönig wurde Jean Baratte mit 31 Toren von Lille. Im französischen Pokal standen sich im Finale Lille und Lens gegenüber. Roger Vandooren brachte Lille in Führung, doch Stefan Dembicki konnte ihn Minute 39 ausgleichen. Lille holte sich die Führung nach der Pause durch Baratte zurück. Doch wieder machte Dembicki den Ausgleich. Aber Lille hatte das letzte Wort und Jean Baratte machte in Minute 86 den Siegtreffer für sein Team. Lens war damals übrigens ein Zweitligist und verkaufte sich trotzdem teuer