Fussballjahr 1952
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Wir befinden uns mittlerweile im Jahr 1952. Auch heute schauen wir wieder nach Deutschland, auf die DDR, nach England Spanien Italien und Frankreich. Acht Vereine waren an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft beteiligt. Alle waren schon vorher mal dabei gewesen, es waren der HSV, Osnabrück, Stuttgart, Nürnberg, Saarbrücken, Tennis Borussia Berlin, Essen und Schalke. Die Teams wurden wie schon im Vorjahr auf zwei Gruppen zu jeweils vier Mannschaften aufgeteilt und die beiden Sieger sollten dann den Meister ausspielen In Gruppe A waren Saarbrücken, Nürnberg, der HSV und Schalke. Schalke enttäuschte ziemlich und kassierte in 6 Spielen 22 Gegentore, unter anderem setzte es ein 8:2 beim HSV. Am letzten Spieltag führte Nürnberg die Tabelle an und brauchte ein Unentschieden in Saarbrücken. Die Franken führten sogar zu Halbzeit mit 1:0, doch die Saarländer drehten das Spiel noch und gewannen 3:1 und zogen ins Finale ein. Gruppe B war bestückt mit Osnabrück, Stuttgart, Essen und Tennis Borussia Berlin. Es war eine sehr umkämpfte Gruppe, vor dem letzten Spieltag hatte Stuttgart sechs Punkte, Osnabrück und Tennis Borussia jeweils fünf Punkte und Essen vier Punkte. RWE konnte sich bei Tennis Borussia mit 2:1 durchsetzen, die Entscheidung musste also zwischen Stuttgart und Osnabrück fallen. Schwaben hätte bereits ein Unentschieden gereicht, doch sie konnten sogar mit 3:1 gewinnen. Das Finale fand am 22 Juni 1952 in Ludwigshafen statt. Die Mannschaft aus dem Saarland erwischte den besseren Start. Nach 15 Minuten brachte Konrad Schreiner den FCS in Führung. Robert Schlienz konnte für den VfB in Minute 18 ausgleichen. Kurz vor der Halbzeit konnte Otto Baitinger die Schwaben in Front bringen. Dem FCS gelang durch Herbert Martin in Minute 54 der Ausgleich. Ihn darf man sehr wohl als Legende des FCS bezeichnen, in 279 spielen machte er 215 Tore und spielte auch 18 mal für die Nationalmannschaft des Saarlandes, wo er sechsmal erfolgreich war. Doch der VfB sollte das bessere Ende für sich haben, erneut Otto Baitinger machte die Schwaben in der 73 Minute zum Meister. Torschützenkönig mit sieben Toren wurde Konrad Winterstein vom 1. FC Nürnberg. In der DDR war die Meisterschaft schnell entschieden. Turbine Halle setzte sich frühzeitig durch und machte bereits drei spieltage vor Saisonende alles klar. Absteigen mussten vier Teams. Die BSG Eintracht Pankow, im Vorjahr noch der VfB Pankow, stieg als Tabellenletzter ab. Auch Stahl Altenburg war schon drei spieltage vor Ende der Saison abgestiegen, genauso wie der Meeraner SV. Am vorletzten Spieltag erwischte es dann auch Motor Wismar, heutzutage bekannt als Anker Wismar. Rudolf Krause von Chemie Leipzig wurde mit 27 Toren Torschützenkönig. Den Pokal gewann der SV deutsche volkspolizei Dresden im Finale gegen Eintracht Pankow mit 3:0. Für Dresden trafen Johannes Matzen, und zweimal Karl-Heinz Holze.b übrigens sollte aus dem SV Volkspolizei später Dynamo werden. Die deutsche Nationalmannschaft bestritt sechs Spiele. Am 20 April wurde Luxemburg auswärts mit 3:0 besiegt, es folgte ein 3:0 Heimsieg über Irland. Im Oktober gab es die einzige Niederlage in diesem Jahr, man verlor in Frankreich mit 1:3. Dafür konnte im November die Schweiz mit 5:1 in Augsburg besiegt werden. Gegen Jugoslawien gab es im Dezember in Ludwigshafen eine 3: 2 Sieg. Und dann beendete man das ja mit einem 2:2 in Spanien In England konnten vor dem vorletzten Spieltag rechnerisch noch drei Teams Meister werden, wobei Manchester United schon drei Punkte Vorsprung auf Arsenal und vier Punkte Vorsprung auf Tottenham hatte. Aber es wurde zumindestens noch mal ein bisschen spannen, denn United spielte am vorletzten Spieltag in Blackpool nur unentschieden. Arsenal konnte 4:1 zu Hause gegen Stoke gewinnen. Am letzten Spieltag gab es tatsächlich das direkte Duell und Arsenal wäre mit einem Sieg mit sieben Toren Vorsprung Meister geworden, doch es ging ziemlich genau in die andere Richtung es setzte eine 6:1 Klatsche im Old Trafford. Im Abstiegskampf war der FC Fulham schon vor dem vorletzten Spieltag abgestiegen. Huddersfield hatte drei Punkte Rückstand auf Stoke und brauchte ein Wunder. Und tatsächlich wurde es am vorletzten Spieltag noch mal richtig eng. Stoke verlor wie bereits angesprochen bei Arsenal und Huddersfield konnte 1:0 gegen Charlton Athletic gewinnen und rückte bis auf einen Zähler heran. Und die Aufgabe am letzten Spieltag erschien durchaus machbar, denn es ging zum bereits abgestiegenen FC Fulham. Stoke spielte zeitgleich gegen Manchester City. Huddersfield verlor überraschend in Fulham und damit war die Sache durch. Ein kleiner Trost, auch ein Sieg hätte nichts gebracht, denn Stoke gewann sein Spiel 3:1. Torschützenkönig wurde George Robledo. Er konnte für Newcastle 33 Tore schießen. Im FA Cup Sieg den Newcastle im Finale 1:0 gegen Arsenal vor 100.000 Zuschauern im Londoner Wembley Stadion und George Robledo markierte in Minute 84 das entscheidende Tor. Gehen wir nach Spanien. Hier hatten zwei spieltage vor Schluss noch vier Mannschaften die Chance Meister zu werden. Und es waren die großen Vier des spanischen Fußballs, Barcelona, Bilbao, Real und Atletico Madrid. Die beiden Madrider Clubs lagen jeweils drei Punkte hinter Tabellenführer Barcelona. Real konnte sein Spiel am vorletzten Spieltag 2:0 gegen Santander gewinnen, Atletico verlor 3:0 in Valencia und war draußen. Bilbao spielte nur 2:2 in Valladolid und so hatte Barcelona die Chance mit einem Sieg über Las Palmas Meister zu werden und die ließen sie sich mit einem 7:0 Sieg nicht nehmen. Cesar Rodriguez war dreimal erfolgreich. Im Kampf gegen den Abstieg mussten wieder die letzten beiden direkt runter und die beiden Teams davor in die Relegation. Rein mathematisch hätte es zwei spieltage vor Schluss noch alle Teams ab Platz acht erwischen können. Das bedeutet dass zu diesem Zeitpunkt mehr Teams in der 16 Teams umfassenden Liga gefährdet waren, als gerettet. Am vorletzten Spieltag klärte sich zumindestens mal die Frage nach den direkten Absteigern. Atletico Tetuan und UD Las Palmas mussten runter. Der Kampf gegen die Relegation betraf nun noch vier Teams. Saragossa hatte genauso wie Gijon 25 Punkte. Santander und La Coruna jeweils 23. Saragossa verlor am letzten Spieltag in Las Palmas 4 zu 2 und musste zittern. Gijon verlor bei Espanyol 3:0. La Coruna konnte Valencia mit 3:2 besiegen und Santander besiegte Vigo 3:0. Jetzt wurde es richtig kompliziert, weil in Spanien ja der direkte Vergleich gilt und nun hatte man vier Teams die alle 25 Punkte hatten. Am Ende mussten Gijon und Santander in die Relegation, während Saragossa und la Corona gerettet waren. Gijon und Saragossa mussten mit vier Zweitligisten Relegation spielen. Und hier wurde es etwas kurios. Die ersten beiden sollten sich für die Primera Division qualifizieren. Gijon wurde zweiter und war damit gerettet. Soweit alles klar. Santander landete auf dem dritten Platz und war damit abgestiegen. Oder auch nicht. Denn sie hatten ein merkwürdiges Glück. Der erste in dieser Relegation war CD Mestalla. Und wer bei dem Wort Mestalla an den FC Valencia denkt, hat Recht, denn dieser Verein war die zweitvertretung des FC Valencia, der zwar nicht aufsteigen konnte aber warum auch immer trotzdem an dieser Relegation teilnehmen dürfte. Was halt gar keinen Sinn ergab. Und so durfte Santander als dritter nachrücken. Torschützenkönig wurde Pahino mit 28 Toren von Real Madrid Den spanischen Pokal gewann der FC Barcelona. Im Finale gegen Valencia lagen die Katalanen nach 28 Minuten schon 0:2 hinten durch einen Doppelpack von Manuel Badenes. Doch durch Tore von Basora und Vila erreichte Barcelona die Verlängerung, wo dann Kubala und Cesar Rodriguez die entscheidenden Tore schießen konnten. In der Serie A gab es keine großartige Spannung um den Titel, Juventus war schon nach Spieltag 35 Meister. Im Abstiegskampf galt die gleiche Regel wie in Spanien, die letzten beiden müssen direkt runter die zwei Teams davor in die Relegation. Legnano war völlig überfordert und frühzeitig abgestiegen. Doch davor war es ziemlich knapp und es konnte zwischen Platz 11 und 19 jedes Team erwischen. Nach dem vorletzten Spieltag hatte sich das ganze nur leicht gelichtet. Alle Teams ab Platz 14 mussten zumindestens befürchten noch in die Relegation zu müssen und die drei Teams zwischen Platz 17 und 19 zitterten noch vor dem direkten Abstieg. Calcio Padova konnte bestenfalls noch auf die Relegation hoffen und das auch nur wenn man am letzten Spieltag gewinnen würde. Doch das gelang nicht, man unterlag Juventus mit 1:2. Für die übrigen fünf Teams ging es jetzt nur noch gegen die Relegation Udinese würde zum Verhindern selbiger bereits ein Unentschieden langen. Und sie hatten Glück, denn sie mussten im letzten Spieltag beim AC Turin spielen und die hatten exakt dieselbe Ausgangslage, auch die brauchten ein Unentschieden für den sicheren Klassenerhalt und völlig überraschend (Achtung Ironie) endete dieses Spiel dann 0:0. So waren beide gerettet. Damit waren Triestina, Bologna und Lucchese gefährdet, in die Relegation zu müssen. Triestina könnte das aus eigener Kraft mit einem Sieg verhindern, doch es setzte eine 4 zu 1 Niederlage bei Lazio. Bologna nutzte seine Chance und gewann 4 zu 2 gegen como und zog vorbei. Lucchese konnte sein letztes Spiel gegen SPAL es war ebenfalls gewinnen, doch aufgrund des Sieges von Bologna mussten sie trotzdem in die Relegation. Der Modus war hier ein bisschen seltsam, das lag daran dass die Liga auf 18 Clubs verkleinert werden sollte.. Zunächst spielten Triestina und Lucchese gegeneinander, das erste Spiel endete mit einem 3:3 nach Verlängerung. Es brauchte ein Wiederholungsspiel, dieses gewann Triestina 1:0. Jetzt durften sie gegen Brescia, den zweiten der zweiten Liga spielen, während Lucchese abgestiegen war. Triestina gewann auch gegen Brescia 1:0 und konnte so die Klasse halten. Torschützenkönig wurde John Hansen von Juventus mit 30 Toren. Interessant ist unter den fünf besten Torschützen dieser Serie A Saison befanden sich gleich drei Skandinavier, während es nur ein Italiener schaffte. Und zu guter letzt noch der Blick nach Frankreich. Vor dem vorletzten Spieltag hat noch drei Teams die Chance auf die Meisterschaft. Nizza mit 44 Punkten, Bordeaux mit 43 und Lille mit 41. Am vorletzten Spieltag kam es zu zwei unglaublichen Ergebnissen Lille verprügelte Tabellenführer Nizza mit 6:0. Jetzt hätte ja zunächst einmal Bordeaux profitieren können, doch die kassierten ebenfalls eine 6:0-niederlage und zwar in Marseille. Damit führte vor dem letzten Spieltag Nizza mit 44 Punkten, vor Bordeaux mit 43 und Lille mit 43. Lille spielte am letzten Spieltag jedoch nur 1:1 in Sochaux. Bordeaux wollte seine letzte Chance nutzen und besiegte Rennes 3:2. Doch Nizza besiegte Marseille mit 2 zu 0 und holte sich damit den Titel. Marseille, eigentlich einer der größten Rivalen von Nizza hatte ihnen damit in den letzten beiden Spielen entscheidend zum Titel verholfen. Im Abstiegskampf mussten die letzten beiden direkt absteigen, der drittletzte in die Relegation. Straßburg und Lyon mussten frühzeitig runter. Aber der Kampf gegen den relegationsplatz war spannend, vor dem vorletzten Spieltag waren noch fünf Teams in Gefahr und auf dem Relegationsplatz stand zu diesem Zeitpunkt Olympique Marseille. Am vorletzten Spieltag nach dem furiosen 6:0 Sieg über Bordeaux schien die Sache für Marseille eigentlich ein gutes Ende zu nehmen, doch sie machten nur einen Platz gut auf Platz 15. Vor dem letzten Spieltag konnten immer noch fünf Teams in die Relegation rutschen. Sochaux rettete sich mit dem Unentschieden gegen Lille. Lens benötigte ebenfalls zumindestens ein Unentschieden und das holte man sich gegen Le Havre. RCF Paris brauchte einen Sieg um sicher zu sein, sie spielten jedoch nur 2:2 in Nimes. Marseille verlor wie bereits angesprochen in Nizza. Dadurch war Paris gerettet. Und dadurch kam Rennes noch in die Relegation. Übrigens hier mal eine kleine Anmerkung, hier merkt man dass man bei solchen Berichten auch aufpassen muss, denn ich habe euch ja gestern gesagt ich benutze weltfußball sehr gerne als Quelle, die haben Marseille in ihrer in Tabelle tatsächlich auf Platz 15 weil sie ihn aus irgendeinem Grund einen Punkt zu viel gegeben haben andere Quellen die ich dann auch benutze zu Überprüfung sehen Marseille auf Platz 16 und in der Relegation ich habe dann wirklich mehrere Quellen geprüft, aber das ist ein bisschen blöd halt. Ich kann jetzt auch nicht erklären woher dieser Fehler kommt, aber glaubt mir bitte Marseille war in der Relegation. Dort spielten sie gegen Valenciennes und verloren zunächst mal das erste Spiel 3:1. Doch ein starker 4 zu 0 Sieg im Rückspiel rettete OM. Torschützenkönig wurde Gunnar Andersson und der spielte tatsächlich bei Marseille. 31 Mal traf der Schwede für sein Team. Zu guter Letzt haben wir noch das französische Pokalfinale. Hier spielte Nizza gegen Bordeaux. Victor Nurenberg brachte Nizza in Minute 10 in Führung, eine Minute später gelang Henri Baillot der Ausgleich, aber wieder nur eine Minute traf Luis Carniglia zu erneuten Führung von Nizza. Nizza konnte dann durch Jean Belver auf 3:1 stellen. Eduard Kargulewicz verkürzte in Minute 40 auf 3:2. In Minute 55 gelang erneut Henri Baillot der Ausgleich für Bordeaux. Abdelaziz Ben Tifour brachte Nizza in Minute 61 wieder in Führung und vier Minuten später konnte Georges Cesari für die endgültige Entscheidung und das 5:3 für Nizza sorgen.