Fussballjahr 1957

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Herzlich willkommen zu einer neuen Woche und damit auch einen neuen Folge Fußball history und in dieser Woche werden wir die Jahre 1957 und 58 haben. Heute kümmern wir uns um die nationale Saison 1957, morgen um die internationale Saison 57, dann am Mittwoch kommt die nationale Saison 58, Donnerstag die internationale Saison 1958 und am Freitag die WM 1958. Beginnen wir wie immer in Deutschland. Nach wie vor sind wir in der Zeit, wo es endrunden um die deutsche Meisterschaft gab, 1957 waren acht Vereine dabei. Alle Vereine waren schon vorher mal dabei gewesen, es waren der HSV, der Duisburger SpV, Saarbrücken, Nürnberg, Kaiserslautern Hertha BSC, Borussia Dortmund und die Kickers Offenbach. In Gruppe A spielten der HSV, Duisburg, Nürnberg und Saarbrücken. Da es in diesem Jahr nur jeweils ein Spiel von jeder Mannschaft gegen jede andere in der Gruppe gab, war es vor dem letzten Spieltag richtig spannend. Duisburg und der HSV, Nürnberg und Saarbrücken jeweils einen. Der HSV besiegte am letzten Spieltag Saarbrücken in Düsseldorf mit 2:1. Duisburg spielte in Ludwigshafen gegen Nürnberg 2:2 und so qualifizierte sich der HSV für das Endspiel. Gruppe B bestand aus Kaiserslautern, der Berliner Hertha, dem BVB und Offenbach. Am ersten Spieltag kassierte die Hertha eine 14 zu 1 Niederlage in Wuppertal gegen Kaiserslautern. Allerdings verlor Kaiserslautern die anderen beiden Spiele. Der BVB hingegen konnte alle drei Spiele gewinnen und somit zog der Titelverteidiger ins Finale ein. Dieses fand am 23 juni 1957 in Hannover statt. Der BVB konnte durch Alfred Kelbassa das 1:0 markieren, doch der HSV schlug durch Gerhard Krug zurück. Es sollte jedoch das einzige lebenszeichen des HSV bleiben. In Minute 25 und 26 gelang dem BVB durch Kelbassa und Alfred Niepieklo ein Doppelschlag zum 3:1. Niepieklo sorgte in Minute 78 dann auch noch für den Endstand von 4 zu 1. Der BVB hatte seinen Titel erfolgreich verteidigt. Alfred Niepieklo wurde mit fünf Toren gemeinsam mit kaiserslauterns Willi Wenzel Torschützenkönig. Den DFB-Pokal in dieser Saison wurde vom FC Bayern gewonnen. Am 29 dezember 1957 besiegten sie in Augsburg wo 44.000 Zuschauern Fortuna Düsseldorf 1:0. Torschütze war Rudolf Jobst. In der DDR gab es in diesem Jahr keine großartige Spannung um die Meisterschaft. Der SC Wismut Karl-Marx-Stadt, was wie ich ja schon mal erklärt habe eigentlich Aue ist, gewann die Meisterschaft. Schon am drittletzten Spieltag machte man durch einen Sieg bei Frankfurt an der Oder alles klar. Im Kampf gegen den Abstieg musste der SC Motor Karl-Marx-Stadt, heute bekannt als Chemnitzer FC frühzeitig die Segel streichen. Lok Stendal, Zwickau und Halle standen zwei Spieltage vor Schluss bei 20 Punkte. Halle verlor dann 0:2 gegen Jena Stendal holte sich einen 2 zu 0 Sieg über Karl-Marx-Stadt und Zwickau spielte 0:0 in Babelsberg. Damit hatte Stendal die besten Chancen, verlor am letzten Spieltag aber das direkte Duell in Halle mit 3:0. Und weil Zwickau ebenfalls mit 3:0 gegen Jena gewinnen konnte musste Stendal doch noch absteigen. Torschützenkönig wurde Heinz kaulmann von Vorwärts Berlin, er traf 15 Mal. Den FDGB-Pokal sicherte sich Lokomotive Leipzig mit einem 2:1 nach Verlängerung über Rostock. Arthur Bialas hatte Empor Rostock in Führung gebracht, Heinz Schoppe besorgte in Minute 58 für den Ausgleich und in der Verlängerung traf Heinz fröhlich zum Sieg für Lokomotive Leipzig. Die deutsche Nationalmannschaft spielte 1957 fünf Spiele. Zunächst gab es einen Auswärtssieg in Österreich mit 3:2 Dann konnte Holland in Amsterdam 2:1 besiegt werden, es folgte eine 3:1-niederlage in Stuttgart gegen Schottland und jeweils einen 1:0 Sieg über Schweden in Hamburg und Ungarn in Hannover. In England war Manchester United frühzeitig Meister und machte schon am drittletzten Spieltag alles klar mit einem Auswärtssieg in Burnley. Am Ende hatte Manchester über 100 Tore geschossen allerdings hatte Tottenham sogar noch ein Tor mehr geschossen. Im Abstiegskampf war Charlton Athletic frühzeitig weg vom Fenster. Vor dem letzten Spieltag waren noch zwei Teams gefährdet. Portsmouth hatte 31 Punkte und Cardiff 29. Und der spielplan meinte es gut, denn es kam zum direkten Duell zwischen den beiden. Peter Harris sorgte mit zwei Toren für den Auswärtssieg von Portsmouth und damit den Klassenerhalt. John Charles wurde Torschützenkönig für Leeds United. Er machte 38 Tore und wechselte dann nach der Saison zu Juventus Turin und sollte ein Jahr später Torschützenkönig in Italien werden. Den FA Cup gewann Aston Villa mit einem 2:1 über Manchester United. Es war der 4 mai 1957 vor 100.000 Zuschauern, Peter McParland machte zwei Tore in Minute 68 und 73, Tommy Taylor konnte Manchester United nur noch auf 2:1 heranbringen In Spanien hatten zwei spieltage vor Schluss noch vier Mannschaften die Chance auf die Meisterschaft. Real führte mit 40 Punkten vor Barcelona mit 38 sowie Bilbao und dem FC Sevilla mit jeweils 36. Am vorletzten Spieltag konnte Real in Saragossa 2:1 gewinnen. Damit war klar das Bilbao und Sevilla raus waren. Barcelona hätte sich mit einem Sieg im Derby bei Espanyol noch eine Chance offen halten können, doch sie verloren mit 2:0 und somit war Real am vorletzten Spieltag Meister. Im Kampf gegen den Abstieg hatte sich geändert, dass es in dieser Saison keine Relegation gab. Vor dem letzten Spieltag waren noch vier Teams in Gefahr. Celta Vigo hatte mit 23 Punkten die beste Chance und brauchte lediglich ein Unentschieden um sicher durch zu sein, doch sie verloren bei Real Madrid 4:1. Cultural Leonesa könnte sich mit einem Sieg aus eigener Kraft retten, doch auch sie mussten sich geschlagen geben, mit 1:0 in Valencia. Damit war Vigo gerettet. Real Jean stand vor dem letzten Spieltag mit 21 Punkten auf einem Abstiegsplatz, hatte jetzt aber wieder eine Chance und die nutzten sie mit einem 2:0 Sieg über Atletico Madrid. Und das reichte für den Klassenerhalt. Und durch ihren Sieg wurde auch der 3:0 Sieg von Deportivo La Coruna wertlos und Deportivo musste zusammen mit Leonesa in die Segunda Division. Torschützenkönig wurde Alfredo di Stefano mit 31 Toren, damit hatte er 13 Tore Vorsprung auf den zweitplatzierten Joaquin Murillo von Real Valladolid. Den spanischen Pokal gewann der FC Barcelona und rächte es sich dabei im Finale an Espanyol Barcelona. Am 16 Juni 1957 gab es vor 75 000 Zuschauern einen 1:0 Sieg. Torschütze war Francisco Sampedro in Minute 80. Weiter geht unsere Reise in der Serie A und damit in Italien. Hier war der Titel früh vergeben. Der AC Mailand wurde mehr als überlegen italienischer Meister. Schon am 31 von 34 spieltagen machte Milan den Sack zu. Deutlich mehr Spannung gab es im Kampf gegen den Abstieg. Palermo war frühzeitig abgestiegen, doch um den zweiten Absteiger gab es ein ziemliches Gerangel. Vor dem vorletzten Spieltag hätte es rein theoretisch sogar die auf Platz 8 befindliche Roma treffen können. Ebenfalls zumindestens theoretisch in Gefahr waren zu diesem Zeitpunkt noch Juventus und Neapel. Beide konnten sich allerdings mit Siegen am vorletzten Spieltag sichern. Vor dem letzten Spieltag waren noch vier Teams in Gefahr. Vicenza hatte die besten Karten und wäre bei einem Unentschieden auf jeden Fall gerettet und sie konnten gegen Meister Milan sogar gewinnen. Damit waren sie in Sicherheit. Triestina brauchte schon einen Sieg um aus eigener Kraft sicher zu sein und sie spielten gegen Bergamo, das ebenfalls einen Sieg braucht um auf eigener Kraft gerettet zu sein. Atalanta konnte das Spiel durch ein Tor in Minute 53 von Alfonso Mion 1:0 gewinnen. Damit war Triestina in höchster Gefahr. Sollte der CFC Genua sein letztes Spiel gewinnen, müsste man runter. Genua spielte zu Hause gegen Neapel. Antonio Corso besorgte in Minuten 19 das 1:0 und damit den Klassenerhalt für den CFC. Torschützenkönig wurde Dino da Costa von der Roma. Der Brasilianer traf 23 Mal. Obwohl er Brasilianer war, bestritt er sein einziges länderspiel für Italien. Mit Florenz Bergamo und Juventus sollte er in den 60ern den italienischen Pokal gewinnen, mit Florenz auch Europapokalsieger der Pokalsieger werden. Noch eine kurze Info bezüglich des italienischen Pokals der wurde sehr lange nicht regelmäßig ausgetragen, deshalb habe ich ihn bis jetzt nicht drin gehabt, aber die gute Nachricht ist ab 1958 wurde er dann regelmäßig gespielt und das heißt in der Folge am Mittwoch werden wir ihn dann auch drin haben, wenn ich es hoffentlich nicht vergesse. Wie immer beenden wir unsere Runde in Frankreich. Im Kampf um die französische Meisterschaft hatten zwei Spieltage Verschluss noch zwei Teams Chancen. St. Etienne hatte 46 Punkte, Lens 43. Am vorletzten Spieltag kam ST Etienne in Straßburg zwar nicht über ein 1:1 hinaus, doch Lens verlor in Nizza und damit war die Sache entschieden. Unten mussten die letzten beiden direkt absteigen und der drittletzte in die Relegation vor dem letzten Spieltag waren noch vier Teams gefährdet. Straßburg brauchte ein Wunder, sie waren letzter und konnten bestenfalls noch in die Relegation kommen und auch das nur mit einem sehr sehr sehr sehr sehr hohen Sieg. Den Sieg gab es tatsächlich mit 1:0 in Valenciennes, doch das reichte nicht mehr. Der FC Nancy hatte sein Schicksal zwar ebenfalls nicht in der eigenen Hand aber immerhin etwas bessere Karten. Doch sie verloren 0:2 gegen Monaco und waren damit ebenfalls abgestiegen. Nun ging es noch um die Relegation. Auf dem Relegationsplatz stand vor dem letzten Spieltag der FC Metz. Sie konnten ihr letztes Spiel 3:0 in Angres gewinnen und damit war Rennes unter Druck, denn die hatten vorher nur einen Zähler mehr gehabt als der FC Metz. Rennes verlor in St Etienne 0:2 und musste in die Relegation. Dort wurde es dramatisch. Rennes konnte das erste Spiel in Lille 2:0 gewinnen, das Rückspiel gewann aber der OSC 3:1. Es musste ein Entscheidungsspiel geben und das gewann der OSC mit 2:1 und Rennes musste absteigen. Torschützenkönig mit 33 Toren wurde Thadee Cisowski von Racing Paris. Und zum Schluss wie immer das Finale um den französischen Pokal. Hier wurde es richtig Torreich. Der FC Toulouse traf auf Angers. In Minute 11 brachte Rene Dereuddre Toulouse in Front und in Minute 24 erhöhte er auf 2:0. Abdelhamid Bouchouk machte in Minute 28 das 3:0. Henri Biancheri verkürzte in Minute 35 auf 3:1. Als in der 61 Minute Robert Bocci das 4:1 für Toulouse machte, schien das Spiel entschieden. Ein Eigentor in Minute 83 durch Richard Boucher brachte aber das 4:2. 2 Minuten später erhöhte Eduardo Di Loreto auf 5:2. Claude Bourrigault sorgte in der 88 minute für das 5 zu 3. In Minuten 89 sorgte dann aber Said Brahami für den Endstand von 6:3 für Toulouse. Leider hat dieses französische Pokalfinale noch eine sehr traurige und tragische Geschichte, damals gab es den algerischen unabhängigkeitskrieg und ein Angehöriger der befreiungsbewegung hat auf einen algerischen Abgeordneten der nationalversammlung ein Attentat während dieses Spiels verübt