Fussballjahr 1914-1919

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Hallo leute! Wir kommen zu einer Art Sonderfolge meiner Serie Fußball History. In dieser Folge werde ich die Jahre während des ersten Weltkrieges zusammenfassen, ich weiß selber noch nicht wie ich das jetzt ganz genau machen werde und ob euch die Folge gefällt, aber ich will es einfach mal versuchen. Morgen geht es dann weiter mit der Saison 1919/1920. Eine Sache noch vorweg, ich werde jetzt nicht auf das politische beim ersten Weltkrieg großartig eingehen, ich finde den ersten Weltkrieg wesentlich schwieriger politisch aufzuarbeiten als den zweiten und das hier ist auch keine politische Seite. Der Erste Weltkrieg hatte im Juli 1914 begonnen. Deutschland ist nur kurze Zeit später dann in den ersten Weltkrieg eingetreten. Es gab keine nationale Saison zwischen 1914 und 1919. In dieser Zeit gab es auch keine deutschen länderspiele, auf kommunaler Ebene wurde gekickt, ich weiß aber nicht ob das so spannend ist. Eine Sache die ich allerdings sehr spannend finde, ist das was an Weihnachten 1914 passierte. In einem deutschen schützengraben beginnt ein einziger Soldat stille Nacht heilige Nacht zu singen. Irgendwann gehen die anderen Soldaten darauf ein und auch im englischen Lager wird dann gesungen. Aus dem britischen Lager bringt plötzlich ein Schotte einen Fußball. Und es entsteht ein Spiel zwischen den britischen Soldaten und den deutschen. Es soll wahnsinnig fair gewesen sein wenn ein Spieler egal von welcher Mannschaft in den Dreck gefallen war, halfen ihnen die anderen Spieler. Gespielt wird übrigens an verschiedenen Orten z.B in St. Yvon. An manchen Orten wird sogar richtig nach Regeln gespielt mit Halbzeiten und Schiedsrichtern. Die britische Times berichtet am Neujahrstag 1915 das eine deutsche Mannschaft eine britische mit 3:2 besiegt hätte. Ich finde es bemerkenswert, dass der Fußball schon damals eine so vereinende Kraft hatte. Natürlich konnte der Fußball nicht diesen Krieg beenden aber immerhin konnte er für ein paar Stunden das Töten beenden. Traurig ist, dass trotzdem auch viele Fußballer während dieses Krieges gefallen sind. In England wurde 1914 1915 noch eine Meisterschaft ausgespielt, danach war dann allerdings auch in England bis 1919 Pause. Den Titel 1915 sichert sich der FC Everton mit einem Zähler Vorsprung auf Oldham. Interessanterweise ist es ausgerechnet der FC Liverpool der den Lokalrivalen zum Meister macht. Denn vor dem letzten Spieltag sind Oldham und die Toffees punktgleich. Everton spielt nur 2:2 gegen Chelsea. Doch Oldham patzt gegen Liverpool und verliert mit 0:2. Fred Pagnam wird zum roten Helden des blauen Everton. Er schießt beide Tore. Bobby Parker von Everton wird mit 35 Toren Torschützenkönig. Auch er musste unter dem Krieg leiden, er bekam eine Kugel in den Rücken, überlebte zwar war aber nie wieder derselbe. Den FA Cup gewann Sheffield United Spanien war das einzige unserer Länder, dass am ersten Weltkrieg nicht beteiligt war, das heißt in Spanien ist in diesen Jahren immer der Ball gerollt und deshalb müssen wir jetzt einige Saisons auf einmal machen und legen einfach mal los. 1915 Namen vier Vereine an der Meisterschaft teil. Espanyol Barcelona, Real Sociedad Gimnastica Espanola, Real Club Fortuna Vigo und Athletic Bilbao. Im Halbfinale setzte sich Espanyol mit zwei Siegen gegen Gimnastica durch. Bilbao konnte nach einem 0:0 und einem 5 zu 1 Sieg gegen Vigo jubeln. Das Finale war dann eine klare Sache, Bilbao gewann mit 5:0. Pichichi machte genau wie Felix Zubizarreta zwei Tore. 1916 sollten ursprünglich fünf Teams teilnehmen, doch der Espanol FC und Real Club Fortuna Vigo verzichteten. So nahmen der FC Barcelona, der Madrid FC und Athletic Bilbao teil. Bilbao war als Meister direkt für das Finale gesetzt und Madrid und Barca mussten gegeneinander spielen. Es sollte hin und Rückspiel geben man hatte sich aber darauf geeinigt, dass wenn beide ein Spiel gewinnen es auf jeden Fall Entscheidungsspiele geben würde. Und so kam es dann auch Barcelona gewann im Hinspiel mit 2:1 und Madrid im Rückspiel 4:1. Im ersten Entscheidungsspiel sollte es zu einem unfassbaren 6:6 nach Verlängerung kommen. Paulino Alcantara für die Katalanen und Luis Belaunde für Madrid trafen jeweils dreimal. Im Rückspiel setzte sich Madrid 4:2 nach Verlängerung durch. Barcelona verließ aus Protest 7 Minuten vor Ende der Verlängerung das Feld. Bemerkenswert hier traf einen damals junger 21-jähriger Mann namens Santiago Bernabeu der die Geschichte von Real entscheidend prägen sollte. Im Finale hatte Madrid allerdings keine Chance es gab einen 4 zu 0 Sieg für Bilbao. 1917 spielten 6 Teams mit. Der FC Sevilla Sporting Gijon, Real Vigo, FC Espana, Madrid FC und Arenas Club. Das ist ein Verein der in den nächsten Jahren durchaus erfolgreich sein sollte, heutzutage aber in der dritten Liga spielt. Im Viertelfinale hatte man sich wieder darauf geeinigt, dass wenn beide Teams ein Spiel gewinnen, es ein Entscheidungsspiel gibt. Madrid besiegte Sevilla im Hinspiel 8:1 verlor aber im Rückspiel 2:1. So braucht es ein Entscheidungsspiel dass Madrid 4:0 gewinnen konnte. Arenas Club hatte keine Mühe mit Gijon und konnte beide Spiele gewinnen. Vigo und Espana bekamen ein Freilos. Im Halbfinale setzte sich Madrid im Hinspiel mit 4:1 gegen Espana durch, verlor aber im Rückspiel 2:1. Das erste Entscheidungsspiel endete 2:2 nach Verlängerung. Das zweite gewann Madrid 1:0. Arenas Club setzte sich zweimal gegen Vigo durch. Das Finale zwischen Madrid und Arenas Club endete 0:0. Also auch hier ein Wiederholungsspiel. Hier stand es dann 1:1. Es brauchte also eine Verlängerung, auf die sich beide Teams einigten, als die ohne Tor blieb, einigten sich beide darauf so lange weiter zu spielen, bis ein Tor fallen sollte. Ricardo Alvarez sorgte dann für den Sieg und den Titel für Madrid. 1918 waren erneut 6 Teams dabei. Recreativo Huelva, Sporting Gijon, Real Club Fortuna Vigo, Espanyol Barcelona, Madrid FC und Real Union Irun. Im Viertelfinale gab es wieder die Regel, dass wenn beide Teams ein Spiel gewinnen, es dann zu einem Entscheidungsspiel kommen würde. So kam es beim Duell zwischen Barcelona und Madrid, das Hinspiel gewannen die Katalanen, das Rückspiel die Madrilenen. Das Entscheidungsspiel gegen dann mit 2:1 an die Hauptstädter. Etwas anders lief es zwischen Irun und Gijon. Hier wurde sich von Anfang an darauf verständigt, dass es nur ein Spiel geben sollte, dieses gewann Irun 4:1. Huelva und Vigo hatten einen Freilos. Im Halbfinale setzte sich Madrid mit zwei Sägen gegen Huelva durch. Irun bestritt gegen Vigo wieder nur ein Spiel und setzte sich wieder mit 4:1 durch. Das Finale gewann Irun 2:0 gegen Madrid durch einen Doppelpack von Juan Legarreta. Und zum Schluss unseres heute sehr langen Spanien Blocks noch das Jahr 1919. Dieses Mal waren acht Teams dabei. Der FC Sevilla, Sporting Gijon, Arenas Club, Real Vigo Sporting Club, Real Sociedad San Sebastian, FC Barcelona, CD Aguilas und Racing Madrid. Aguilas hätte gegen Sevilla spielen sollen zog sich aber zurück. Diesen Verein gab es übrigens bis 2010, dann musste er aufgrund hoher Schulden aufgelöst werden. Arenas besiegte Racing Madrid 8:2 und 3:0. Zu Racing gibt es übrigens interessante Neuigkeiten, dieser Verein ist 2022 tatsächlich von der City Group übernommen worden. Man spielt 2025 zwar noch in der fünften Liga, aber da könnte durchaus Potenzial für die nächsten Jahre sein. Nach zwei Unentschieden setzte sich letztlich Vigo im Entscheidungsspiel gegen Gijon durch. Barcelona gewann zweimal gegen San Sebastian. Im Halbfinale gewann Barcelona dann ebenfalls zweimal, diesmal gegen Sevilla. Im anderen Halbfinale setzte sich Arenas zweimal gegen Vigo durch. Im Finale zwischen Arenas und Barcelona stand es 2:2, aber in der Verlängerung setzte sich Arenas 5:2 durch und wurde zum ersten Mal spanischer Meister. In Italien wurde 1914 1915 noch gespielt. Es nahm auch ein Verein aus der Schweiz teil, nämlich der FC Chiasso. In Norditalien gab es in der ersten Runde sechs Gruppen. Die beiden besten jeder Gruppe und die vier besten dritten qualifizierten sich für die zweite Runde. In Gruppe A gab es den CFC Genua, US Alessandra, SG Andrea Doria, US Savona, ASD Acqui und AC Ligure Bolzaneto. Die ersten drei konnten sich durchsetzen. In Gruppe B spielten der FBC Turin, Juventus Turin, Vigor Turin, Valenzana Calcio, Piemonte FC und US Biellese. Auch hier konnten sich die ersten drei für die nächste Runde qualifizieren, der FBC Turin blieb sogar ungeschlagen. In Gruppe c gab es ausnahmsweise nur fünf Teams, weil Savoia Milano sich zurückzog. Dabei waren SG Pro Vercelli, AS Casale, Novara Calcio, Nazionale Lombardia und Racing Libertas Milano. Auch hier kamen die ersten drei weiter. Gruppe D hatte mit dem AC Mailand ein überteam, dass 9 Spiele gewinnen konnte. Ansonsten schaffte es aber nur noch Juventus Italia in die nächste Runde. Ausgeschieden waren der FC Bologna, der AC Milanese, der FC Chiasso und Audax Modena. Auch aus Gruppe E konnten sich nur zwei Teams für die nächste Runde qualifizieren und das waren Inter Mailand und der FC Como. Verabschieden musste man sich vom US Milanese, FBC Brescia, US Cremonese und FC Modena In der letzten Gruppe konnten sich Vicenza Calcio, Hellas Verona und der AC Venedig durchsetzen, draußen waren Calcio Padova,AC Udinese und Petrarca Calcio. In Runde zwei wurden vier Vierergruppen gebildet. Nur der jeweilige Sieger qualifizierte sich für die Finalrunde um die norditalienische Meisterschaft. In Gruppe A setzte sich der CFC Genua vor Casale, Juventus und Venedig durch. In Gruppe B gewann der AC Mailand vor Alessandria, Vigor Turin und Novara. Gruppe C sicherte sich der FBC Turin, der wie schon in der ersten Runde ungeschlagen blieb und alle sechs Spiele gewann. Verabschieden musste man sich von SG Pro Vercelli, Hellas Verona und dem FC Como. In Gruppe D hatte Inter Mailand die Nase vorn vor Andrea Doria, Vicenza und Juventus Italia.

In der Finalrunde führte Genua vor dem letzten Spieltag vor Turin und den beiden Mailänder Clubs. Dann erreichte der Erste Weltkrieg auch Italien und die Saison wurde abgebrochen. 

Im Süden gab es in der Vorrunde ebenfalls eine Gruppenphase. In Latium setzten sich Roman und Lazio durch. Audace Roma, Fortitudo Roma, Juventus Audax Roma und Pro Roma schieden aus. In der Toskana konnten sich der SC Pisa und der FC Lucca für die nächste Runde qualifizieren, ausgeschieden waren Libertas Firenze, CS Firenze, SPES Livorno, Virtus Juventusque und Prato. In Kampanien setzte sich Internazionale Neapel gegen AC Neapel durch. Der Plan war jetzt dass es eine gruppenphase geben sollte mit Lazio Rom, Pisa, Roman und Lucca. Der Sieger sollte dann gegen Neapel spielen, Lazio gewann diese Gruppe, doch dann wurde die Meisterschaft auch hier abgebrochen, letztlich wurde Genua zum Meister erklärt. Darüber kann man sicherlich geteilter Meinung sein allerdings war in dieser Zeit der Norden dem Süden deutlich überlegen und wahrscheinlich wäre es auch so dazu gekommen. In Frankreich war es ein wenig geteilt in dieser Zeit, 1915 und 1918 gab es keinen französischen Meister, 1916, 1917 und 1919 aber schon. Gehen wir es einfach schnell mal durch. 1916 Meister der USFSA Stade Rennais, in Deutschland bekannt als Stade Rennes. In der FGSPF holte sich Etoile des Deux Lacs Paris den Titel. In der FCAF war VGA du Médoc Bordeaux erfolgreich. In der LFA siegte Olympique Pantin. Pantin, dass sich 1927 dem Rivalen Red Star Paris anschloss, holte sich dann auch den gesamt französischen Titel durch ein 2:0 gegen Etoile des Deux Lacs Paris. 1917 gab es nur zwei Meister. In der USFSA holte sich CASG Paris nach einem 4:1 gegen FC Lyon den Titel. CASG der Verein einer großen Bank und deshalb wurden sie auch die Bankiers genannt. FC Lyon existiert bis heute, die Fußballabteilung fusionierte aber 1934 mit Lyon Olympique. Diese haben allerdings nichts mit Olympique Lyon zu tun. Meister in der FGSPF wurde Bousbotte Association Besnacon. 1919 gab es nur einen Meister und das war Le Havre nach einem 4:1 über Olympique Marseille.