Fussballjahr 1921

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Hallo Leute und Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Heute sind wir im Jahr 1921, auch heute schauen wir wieder nach Deutschland, auf die Nationalmannschaft, nach England, Spanien, Italien und Frankreich, allerdings möchte ich auch zwei Dinge ankündigen, morgen kommt eine ganz besondere Folge weil wir werden morgen über eines der legendärsten Endspiele aller Zeiten sprechen und am Samstag kommt zwar keine Folge, ich werde aber bezüglich dieser Serie etwas verkünden. Ich denke mal etwas, was ihr auch selber gut finden werdet. Starten wir also frisch rein in die Saison 1920 1921. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft nahmen 1921 7 Teams Teil. Dabei waren alte Bekannte wie der 1. FC Nürnberg, der Duisburger SpV und Vereinigte Breslauer Sportfreunde. Aber auch Neulinge wie z.B der Stettiner SC. Diesen Verein gab es bis zum Ende des zweiten Weltkrieges, danach ist Stettin an Polen gefallen. Dann gab es vorwärts 90 Berlin, das war ein Verein aus dem Berliner Bezirk Tempelhof. Vorwärts 90 sollte bis 1927 existieren. Dann fusionierte der Verein mit Union 92 Berlin zu Blau Weiß 90 Berlin. Blau-Weiß sollte es Mitte der 80er Mal in die Bundesliga schaffen, musste sich aber ein paar Jahre später auflösen. Genau genommen erfolgte die Auflösung 1992. Es folgte jedoch ein Nachfolge-Verein, der heute in der Berlin-Liga spielt. Dann haben wir den Hallescher FC Wacker und um das gleich klar zu machen, das ist NICHT der Hallesche FC. Diesen Verein gab es bis zum Ende des zweiten Weltkrieges und er war zweimal mitteldeutscher Fußballmeister. Der letzte Club ist ein ganz großer Name nämlich der HSV. Ich glaube über den HSV muss ich nicht viel sagen, wer diesen Verein nicht kennt, der hat keine Ahnung von Fußball. Im Viertelfinale bekam Titelverteidiger Nürnberg ein Freilos. Duisburg gewann zu Hause nach Verlängerung gegen den HSV mit 2:1. Breslau unterlag zu Hause Halle 1:2. Vorwärts 90 siegte in Stettin 2:1. Im Halbfinale gewann Nürnberg in Halle mit 5:1 und Vorwärts 90 setzte sich nach Verlängerung zu Hause 2:1: gegen Duisburg durch. Das Finale wurde am 12 Juni 1921 in Düsseldorf gespielt vor 27.000 Zuschauern. Nürnberg spielte gegen Vorwärts 90 Berlin. Bereits nach 13 Minuten gegen Nürnberg durch Luitpold Popp in Führung und eine Minute später erhöhte Heinrich Träg auf 2:0. Erneut Heinrich Träg machte in der 35 Minute das 3:0. Nach der Pause gelang Luitpold Popp noch das 4:0 und das 5:0. In dieser Zeit war der fränkische Fußball einfach deutlich überlegen. Man kann eigentlich sagen bis Ende der 20er Jahre waren Nürnberg und Fürth die dominierenden Kräfte im deutschen Fußball. Popp wurde mit fünf Toren im Turnier auch Torschützenkönig. Im Nürnberger Stadion ist übrigens der Block 41 nach ihm benannt. Die Nationalmannschaft machte 1921 genau drei Spiele. Im Mai gab es ein 3:3 gegen Österreich in Dresden, im Juni unterlag man im Budapest 0:3 gegen Ungarn und im September gab es ein 3:3 in Helsinki gegen Finnland, hier gibt es eine interessante Geschichte dazu, es war das erste länderspiel von Sepp Herberger, damals natürlich noch als aktiver, er machte dort zwei Tore, sollte danach aber nie wieder ein Tor für Deutschland schießen. Insgesamt sollte er als Spieler nur dreimal für Deutschland spielen. Sepp Herberger war damals noch bei Waldhof Mannheim und wechselte ein Jahr später zum VfR Mannheim. In England holt es sich der FC Burnley den Titel. Für die Clarets war es die erste Meisterschaft, 1960 sollte noch eine weitere folgen. Absteigen mussten Derby County und Bradford Park Avenue. Der Pokal ging an Tottenham. Sie besiegten im Finale Wolverhampton an der Stamford Bridge 1:0. Jimmy Dimmock sorgte für das Tor des Tages. Torschützenkönig wurde Joe Smith. Der Mann von den Bolton Wanderers konnte 38 Tore schießen, was ich interessant finde, er hat in seiner gesamten Karriere in 570 spielen 357 Tore geschossen, aber trotzdem nur fünf Spiele für England gemacht. In Spanien wurde die Meisterschaft wieder als pokalwettbewerb ausgetragen, in diesem Jahr waren acht Teams dabei. Das waren der FC Sevilla, Sporting Gijon, Athletic Bilbao, Real Club Fortuna Vigo, Real Union Irun, der FC Barcelona, Athletic Madrid (wer jetzt glaubt, dabei würde es sich um einen Fehler handeln, liegt falsch, denn dieser Verein ist zwar Atletico Madrid, doch diesen Namen trägt man erst seit 1939) und SR Levante, falls ihr jetzt glaubt, dass sei heutzutage UD Levante liegt ihr falsch, dieser Verein ist heutzutage Real Murcia. Die Umbenennung folgte 1923. Im Viertelfinale setzte sich Vigo zunächst mit einem 5:1 Sieg gegen Irun durch, doch das Rückspiel konnte Irun gewinnen mit 3:2 und deshalb gab es damals eine Entscheidungsspiel, das wurde in Madrid ausgetragen und ging mit 4 zu 3 an Irun. Bilbao besiegte Gijon zweimal und genauso setzte sich Sevilla zweimal gegen Levante durch. Das Duell zwischen Athletic Madrid und dem FC Barcelona fand nicht statt, weil die katalane nicht damit einverstanden waren, dass der spanische Verband entschieden hatte, den Finalort von Sevilla nach Bilbao zu verlegen und sich deshalb zurückzogen. Im Halbfinale setzte sich Madrid gegen Irun mit zwei Siegen durch und dem anderen Halbfinale hatte sich eigentlich der FC Sevilla gegen Bilbao durchgesetzt, aber sie wurde nachträglich des qualifiziert, weil sie im Viertelfinale vier Spieler eingesetzt hatten, die in der Saison bereits für Betis Sevilla gespielt hatten und das war damals verboten, so kam Bilbao ins Endspiel. Und dieses Finale zwischen Athletic Bilbao und Athletic Madrid hat eine gewisse Vorgeschichte und ich weiß nicht ob jeder die kennt, aber Athletic Madrid ist eigentlich eine Abspaltung von Bilbao. Zunächst war das ein Verein und man verstand sich auch zunächst gut, aber 1903 nahm Bilbao ohne einen Spieler aus Madrid an der Copa del Rey teil und gewann den Titel, das schmeckte den Menschen in Madrid so gar nicht und so entschied man sich seinen eigenen Verein zu gründen. Spannend ist es übrigens auch aus geschichtlicher Sicht in Bezug auf Bilbao, weil damals war es eben noch nicht so wie heute, dass nur Spieler aus dem Baskenland für diesen Verein spielen dürfen. Also das war jetzt nicht vom ersten Tag an so, dass man immer gesagt hat, es dürften hier nur Spieler aus dem baskenland dieses Trikot tragen, sondern es ist etwas was sich entwickelt hat. Ein bisschen ironisch ist dabei übrigens auch die Tatsache, dass der Verein nicht von Basken gegründet wurde sondern von Engländern. Gehen wir in das Endspiel. Bilbao ging nach 29 Minuten durch Jose Maria Laca in Führung, doch Madrid konnte durch Monchin Triana ausgleichen. Noch vor der Pause gegen Bilbao durch Domingo Gomez Acedo wieder in Führung und er erhöhte nach der Pause auch auf 3:1. Laca besorgte dann noch das 4:1 und eliminierte letzte Zweifel. In Italien gab es immer noch diesen Modus bezüglich zunächst einen Norditalienischen und einen Süditalienischen Meister suchen, diese dann gegeneinander antreten lassen und so einen Gesamtitalienischen Meister zu finden. Im Norden gab es zunächst sieben nach Regionen eingeteilte Gruppen. Dabei kamen immer unterschiedlich viele Teams weiter, ich würde sagen gehen wir es einfach mal durch. In Ligurien kämpften acht Teams um zwei Plätze für die nächste Runde. Rivarolese, FC Sestrese, SPES Genua, SG Sampierdarenese, US Savona, AC Spezia, CFC Genua und SG Andrea Doria. Die beiden letztgenannten konnten sich für die nächste Runde qualifizieren. In Piemont gab es zwei Gruppen. In beiden gab es jeweils sechs Teams, in der ersten Gruppe gab es drei freie Plätze für die nächste Runde in der zweiten zwei. In der ersten Gruppe spielten FC Carignano, FC Pastore, Juventus Turin, US Torinese, FBC Turin und Novara Calcio. Die drei letztgenannten kamen weiter. In der anderen Gruppe spielten US Alessandria, SG Pro Vercelli, AC Casale, AS Biellese, Valenzana Calcio und Amatori GC. Hier setzten sich die beiden erstgenannten Teams durch. In der Lombardei gab es sechs Teams, die um 4 Plätze kämpften. AC Legnano, Inter Mailand, US Milanese, AC Mailand, FBC Saronno, CS Trevigliese. Die ersten vier kamen weiter. In Venetien spielten vier Teams um zwei freie Plätze. Calcio Padova und Bentegodi Verona setzten sich gegen Hellas Verona und AS Petrarca durch. In der Emilia Romagna gab es zwei Gruppen mit jeweils fünf Teams, in der ersten setzte sich nur der Sieger durch, in der zweiten die ersten beiden. In der ersten Gruppe hatte der FC Modena die Nase vorn und so mussten wir uns vom FC Parma, Piacenza Calcio, AC Reggiana und dem FC Capri verabschieden. In der anderen Gruppe konnten sich der FC Bologna und der AC Mantova gegen SPAL Ferrara, Virtus Bolognese und Nazionale Emilia durchsetzen. In der zweiten Runde wurde der Modus dann ein bisschen merkwürdig, es gab vier Vierergruppen, aber nur die drei besten Sieger kamen weiter. Heißt also ein Gruppensieger blieb komplett auf der Strecke In Gruppe A setzte sich der FC Bologna durch vor dem CFC Genua, Novara Calcio und dem AC Mailand. Und Bologna erreichte auch die nächste Runde. In Gruppe B setzte sich US Alessandria vor dem FC Modena, SG Andrea Doria und US Milanese durch und erreichte ebenfalls die nächste Runde. In Gruppe C konnte der FBC Turin die Gruppe zwar gewinnen vor dem AC Legnano , Calcio Padova und AC Mantova, doch es reichte nicht für den Sprung in die nächste Runde Den schaffte dagegen in Gruppe D SG Pro Vercelli vor US Torinese, Inter Mailand und Bentegodi Verona. Nun sollten zunächst Alessandria und Pro Vercelli gegeneinander antreten, das Spiel konnte Pro Vercelli 4:0 gewinnen. Im Finale gewann Pro Vercelli 2:0 gegen Bologna. Damit war Pro Vercelli Meister im Norden. Im Süden gab es drei Regionen wo sich jeweils die beiden besten für die nächste Runde qualifizieren konnten. In Latium spielten acht verschiedene Teams mit, das waren Roman, Vittoria Roma, US Romana, Audace Roma, Pro Roma, Juventus Audax Roma, Lazio Rom und Fortitudo Roma. Die beiden letztgenannten kamen in die nächste Runde, Fortitudo blieb sogar ohne Niederlage und konnte 13 der 14 Spiele gewinnen. Auch in der Toskana gab es acht Teams. Hier setzten sich der SC Pisa und US Livorno durch. Ausgeschieden waren der FC Lucca, SC Prato, CS Firenze, Libertas Firenze, SC Viareggio und Giovanni Gerbi Pisa. Und zum Schluss in Kampanien gab es vier Teams, auch hier kamen die beiden besten weiter. Das waren der AC Neapel und Ilva Bagnolese. Draußen waren Internazionale Neapel und FC Puteolana. Nun wurden die Teams auf zwei Dreiergruppen aufgeteilt, hier kamen die Sieger weiter und spielten dann gegeneinander. In der ersten Gruppe setzte sich Livorno mit vier Siegen vor Neapel und Lazio durch. In der zweiten Gruppe konnte sich Pisa vor Fortitudo Roma und Ilva Bagnolese behaupten. Pisa konnte dann das Endspiel um die süditalienische Meisterschaft gegen Livorno mit 1 zu 0 gewinnen. So kam es am 24 Juli in Turin zum Endspiel zwischen Pisa und Pro Vercelli. Der Trend aus dem Vorjahr, dass der Unterschied zwischen den Teams aus dem Süden und den Teams aus dem Norden nicht mehr so groß war, setzte sich durchaus fort. Pro Vercelli konnte durch Ugo Ceria zwar in Führung gehen doch Danilo Sbrana sorgte für den Ausgleich. Am Ende setzte sich dann aber doch der Favorit durch ein Tor von Alessandro Rampini durch. Aber der Trend dass der Süden immer näher an den Norden herankam, hielt an, es gab zwar den Titel für den Nordmeister Pro Vercelli, aber das Niveau will ich sich immer mehr an. Zum Schluss noch der Blick nach Frankreich, wie gesagt in Frankreich war es in dieser Zeit halt immer noch ein Thema mit der Meisterschaft, deshalb schauen wir auf den französischen Pokal. Wie auch gestern schon steigen wir direkt im Halbfinale ein Olympique Paris konnte gegen US Tourcoing mit 3 zu 2 nach Verlängerung gewinnen und Red Star Paris besiegte Racing Club der France 4:3. Das Finale zwischen Red Star Paris und Olympique Paris fand am 24 April vor 18000 Zuschauern statt. Red Star konnte nach einer torlosen ersten Halbzeit durch Robert Clavel in Führung gehen, Marcel Naudin erhöhte auf 2:0. Olympique Paris konnte nur noch durch Paul Landauer auf zwei zu eins verkürzen. Der Titel ging an Red Star