Fussballjahr 1925

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History und wir sind heute genau 100 Jahre in der Vergangenheit. Das heißt wir befinden uns im Jahr 1925. Auch heute werden wir uns ansehen was in Deutschland passiert ist, was die Nationalmannschaft so getrieben hat, Wagen den Blick nach England, Spanien, Italien und nach Frankreich. Heute haben wir einen neuen Modus in Deutschland, den letzten Titel eines großen Traditionsvereins in England und ein Drama im Kampf um die norditalienische Meisterschaft Los geht's. In Deutschland gab es zunächst mal eine Reform, danach durfte jeder der sieben Regionalverbände nicht mehr nur einen Teilnehmer stellen, sondern zwei. Die beiden größten, der Süddeutsche und der westdeutsche Verband durften sogar drei Teams stellen. So hatten wir 16 Teilnehmer. Darunter waren alte Bekannte wie der FC Titania Stettin, FC Viktoria Forst, Hertha BSC Berlin, Berliner TuFC Alemannia, VfB Leipzig, Hamburger SV, Altonaer FC, Duisburger SpV, VfB Königsberg und 1. FC Nürnberg. Aber auch neue Clubs wie der Breslauer SC, der bis 1933 bestehen sollte, Schwarz-weiß Essen, ein großer Traditionsverein, der heutzutage leider nur noch in der Oberliga spielt, letztes Jahr aber erst am letzten Spieltag den Sprung in die Regionalliga verpasst hat und 1959 mal deutscher Pokalsieger wurde. TuRU Düsseldorf, ein Club der im Moment in der landesliga unterwegs ist. Der 1. SV Jena, dieser Verein heißt heute FC Carl Zeiss Jena. Der VfR Mannheim, der sogar 1949 deutscher Meister werden sollte und der einzige deutsche Meister ist, der niemals in der Bundesliga spielte, der VfR ist heutzutage in der Oberliga beheimatet. Und dann noch den FSV Frankfurt das ist ein Verein der heutzutage in der Regionalliga spielt. Vor ungefähr zehn Jahren waren sie noch in der zweiten Liga. Im Achtelfinale besiegte Düsseldorf Mannheim in Köln 4:1. Stettin unterlag zu Hause Altona 2:4. Nürnberg gewann ebenfalls zu Hause gegen Jena 2:0. Duisburg setzte sich 2:1 in Berlin durch. Essen gewann in Forst 2:1. Hertha BSC gewann nach Verlängerung in Königsberg 3:2. Und der FSV Frankfurt setzte sich nach Verlängerung in Hannover gegen den HSV mit 2:1 durch. Breslau gewann in Dresden gegen Leipzig 2:1. Im Viertelfinale gewann Duisburg 2:0 in Hamburg gegen Altona. Hertha BSC besiegte Düsseldorf 4:1. Essen verlor in Bochum gegen Frankfurt 1:3 und Nürnberg gewann in Breslau 4:1 Im Halbfinale konnte sich Nürnberg in Duisburg mit 3:0 durchsetzen. Der FSV Frankfurt gewann in Fürth nach Verlängerung 1:0 gegen die Hertha. Das Finale fand am 7 Juni 1925 in Frankfurt im waldstadion statt, damals war das waldstadion, das heute der Deutsche Bank Park ist, gerade frisch eröffnet worden. Nürnberg konnte sich vor 40 000 Zuschauern nach Verlängerung mit 1 zu 0 durchsetzen, das entscheidende Tor gelang Ludwig Wieder in der 108 Minute. Torschützenkönig mit drei Toren wurden zwei Spieler, nämlich Josef Lüke von Düsseldorf und Altona Spieler Arthur Warnecke. Beide konnten jeweils drei Tore in zwei Spielen schießen. Die Nationalmannschaft spielte 1925 viermal. Los ging es im März mit einer Niederlage in Amsterdam gegen Holland, man verlor 2:1. Auch gegen Schweden in Stockholm gab es nichts zu holen und eine 0 zu 1 Niederlage. Finnland konnte man in Helsinki dann mit 5 zu 3 besiegen und wie in der damaligen Zeit üblich gab es fast jedes Jahr ein Spiel gegen die Schweiz, diesmal im Oktober in Basel, Deutschland siegte 4:0. Und wir schauen nach England. Hier konnte Huddersfield seinen Titel verteidigen, man lag am Ende zwei Punkte vor West Bromwich und drei Punkte vor Bolton. Am letzten Spieltag reichte ein 1:1 gegen Liverpool zum Titel. Harry Cawthorne sorgte für das entscheidende Tor. Absteigen mussten Preston North End und Nottingham Forest. Frank Roberts wurde mit 31 Toren Torschützenkönig, er spielte damals für Manchester City. Den FA Cup holte sich Sheffield United im Finale gegen Cardiff City. Fred Tunstall erzielte nach einer halben Stunde das einzige Tor. Bis heute ist es der letzte große Titel für Sheffield, das ist ein bisschen traurig wenn man bedenkt dass das jetzt genau 100 Jahre her ist und man vielleicht weiß, wie schlecht es diesem Verein aktuell geht. Gehen wir nach Spanien. Hier waren in diesem Jahr 11 Teams dabei und ich kann schon mal sagen, man hat den Modus geändert. Erst einmal wir waren die 11 Teams? Da waren viele bekannte Gesichter dabei wie z.B Arsenas Club, Celta Vigo, Real Sociedad San Sebastian, FC Barcelona, FC Valencia, Athletic Madrid (das ist Atletico Madrid damals noch unter einem anderen Namen), Racing Santander, CD Espanol (das ist Espanyol Barcelona), RSA Stadium und FC Sevilla. Aber es gab auch einen eher unbekannten Club nämlich Stadium Ovetense. Ich bin gestern mal gefragt worden, wie lange es dauert so eine Folge zu schreiben, ehrlich gesagt eigentlich geht es, aber solche Vereine halten dann echt ein bisschen auf. Das Ding ist halt, da findet ihr wirklich schwer etwas auf deutschen oder englischen Seiten, dann müsst ihr auf spanische Seiten gehen, dann müsst ihr das übersetzen und dann nervt es einfach. Aber kurz zu unserem Verein, ist es gar nicht so uninteressant dieser Verein hat von 1914 bis 1926 existiert, und war ein Arbeiterverein. Es gab damals einen Stadtrivalen namens Real Club Deportivo Oviedo. Dieser Verein hat eher die wohlhabenden repräsentiert und 1926 haben dann beide fusioniert zu Real Oviedo. Jetzt zum bereits angesprochenen neuen Modus, man hat statt eines Viertelfinals vier Gruppen mit hin und Rückspiel gebildet. In Gruppe A spielten der FC Barcelona, der FC Valencia und RSA Stadium. Letztgenannte sind übrigens heutzutage Real Saragossa. Barcelona dominierte die Gruppe und gewann drei der vier Spiele, nur in Valencia gab es ein Unentschieden. Somit kann Barcelona ins Halbfinale. In Gruppe B gab es nur zwei Teams, Athletic Madrid und den FC Sevilla, weil beide jeweils ein Spiel gewinnen konnten, gab es ein Entscheidungsspiel. Das kann man aber aus Sicht der Andalusier ziemlich unfair finden, denn der Sieg von Sevilla war ein 8:0, der Sieg von Madrid lediglich ein 3:1. Noch bitterer Aussicht von Sevilla die Tatsache, das Madrid das Entscheidungsspiel in Valencia gewinnen konnte. In Gruppe C gab es drei Teams. Arenas Club, Real Sociedad San Sebastian und Racing Santander. Arenas konnte zwar nur einmal gewinnen, aber das reichte. In Gruppe D waren ebenfalls drei Teams, Celta Vigo, Stadium Ovetense und CD Espanol. Celta konnte alle vier Spiele gewinnen und dominierte die Gruppe nach Belieben. Im Halbfinale traf Barcelona auf Madrid und konnte das Hinspiel 3:2 gewinnen, das Rückspiel gewann aber Madrid 2:1. Es braucht da ein Entscheidungsspiel, das gewann Barcelona 2:1. Im anderen Halbfinale setzte sich Arenas nach einem 1:0 und einem 1:1 gegen Celta Vigo durch. Das Finale fand am 10 Mai 1925 statt und zwar im Reina Victoria in Sevilla, der FC Barcelona konnte sich nach Toren von Josep Samitier und Agustin Sancho mit 2:0 durchsetzen. Eine Sache ist noch interessant, es gab damals einen deutschen im Team der Katalanen, Emil Walter. Er war ein in Pforzheim geborener abwehrspieler und man kann durchaus sagen, dass er ein wichtiger Spieler war denn ein paar Jahre später sollte er Barcelona sogar als Kapitän zu einer weiteren Meisterschaft führen. Nach dem zweiten Weltkrieg, er war inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt, war er ziemlich verarmt, ehemalige Spieler seines Vereines haben dann tatsächlich einen Hilfsfonds für ihn gestartet. Man kann schon sagen Emil Walter war jetzt nicht irgendjemand der mal so ein bisschen im Kader war oder so, das war wirklich jemand der einen gewissen Einfluss hatte. Schauen wir nach Italien. Wie zu dieser Zeit üblich, wurde zunächst ein Meister im Norden und dann ein Meister im Süden gesucht. Im Norden wurden wieder zwei Gruppen mit 12 Teams in Gruppe A und 13 in Gruppe B. gebildet. In der ersten Gruppe waren das der CFC Genua, der FC Modena, AS Casale, Inter Mailand, SC Pisa, FBC Turin, US Cremonese, AC Reggiana, Hellas Verona, FBC Brescia, AC Legnano und AC Spezia. Der CFC konnte sich ganz knapp vor Modena durchsetzen und qualifizierte sich für das Finale um die norditalienische Meisterschaft. Spezia wurde letzter und musste absteigen. In Gruppe B spielten der FC Bologna, die SG Pro Vercelli, Juventus Turin, Calcio Padova, US Livorno, US Alessandria, Novara Calcio, AC Mailand, SG Andrea Doria, SG Sampierdarenese, AC Mantova, SPAL Ferrara und FBC Derthona. Der FC Bologna konnte sich mit zwei Punkten Vorsprung durchsetzen, Derthona musste absteigen. Das Finale um die Meisterschaft im Norden entwickelte sich zu einem unfassbaren Drama. Zunächst konnten beide Teams jeweils ein Spiel mit 2:1 gewinnen. Es kam zu einem ersten Entscheidungsspiel, dieses endete mit einem 2:2, wurde aber nicht gewertet, weil es ein zu starkes Unwetter gab . Es wurde ein weiteres Entscheidungsspiel festgesetzt, dieses endete dann 1:1 also wieder keine Entscheidung. Erst das dritte Entscheidungsspiel zwischen dem CFC Genua und dem FC Bologna brachte endlich die Entscheidung, Bologna konnte 2:0 gewinnen. Im Süden lief es etwas anders. Es gab zunächst einmal 5 Zonen, mit unterschiedlich vielen Teams nicht überall gab es Absteiger. In Latium waren fünf Teams dabei, die besten beiden könnten sich für die nächste Runde qualifizieren, der letzte musste runter. Absteigen musste Pro Roma, Alba Rom und Lazio Rom konnten sich für die nächste Runde Qualifizieren. Fortitudo Roma und Audace schieden aus. In Marken gab es wieder nur einen Verein und das war der AC Anconitana. Er kam automatisch in die nächste Runde. In Kampanien gab es vier Teams, aber keinen Absteiger. Salernitanaaudax verlor zwar alle sechs Spiele, musste aber nicht absteigen, der FBC Internaples musste ebenfalls ausschalten, US Cavese und FC Savoia konnten die nächste Runde erreichen. In Apulien mussten dagegen zwei Teams absteigen, das waren der FC Bari und US Tarantina. Ideale Bari und Audace Taranto waren ausgeschieden, Pro Italia Taranto und Liberty Bari kamen weiter. In Sizilien gewann US Messinese mit 3:0 gegen den FBC Palermo. Die letzten acht Teams wurden jetzt auf zwei Gruppen zu jeweils vier Teams verteilt, die Meister spielten dann den süditalienischen Meister aus. In Gruppe A konnte sich der AC Anconitana ganz knapp vor Lazio Rom aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs durchsetzen. FC Savoia und Pro Italia Taranto hatten keine Chance. In Gruppe B setzte sich Alba Rom deutlich vor US Cavese, Liberty Bari und US Messinese durch. Alba Rom konnte dann auch das Finale um die süditalienische Meisterschaft mit zwei Siegen über den AC Anconitana gewinnen. Erst gab es einen 3:1 Sieg, dann ein 1:0. Das Finale fand also zwischen dem FC Bologna und Alba Rom statt. Und wie üblich war es eine klare Sache für den Meister aus dem Norden, nach einem 4:0 im Hinspiel gelang Bologna im Rücspiel ein 2:0 Sieg Schauen wir zum Schluss noch nach Frankreich. Wir schauen wieder auf den Pokal und gehen direkt ins Halbfinale. Olympique Paris verlor gegen den FC Rouen1:2 nach Verlängerung, CASG Paris konnte sich mit 1:0 gegen den FC Cette behaupten . Das erste Finale zwischen CASG Paris und Rouen endete 1:1 nach Verlängerung. Es brauchte ein Wiederholungsspiel am 10 Mai 1925 vor 18000 Zuschauern. Jaroslav Soika brachte Paris schon früh in Führung, doch Marcel Boulanger konnte ebenfalls relativ schnell ausgleichen. In der 15 minute ging Paris wieder in Führung Jean Barville war erfolgreich, doch nur fünf Minuten später war es erneut Marcel Boulanger mit dem Ausgleich für Cette. Die Entscheidung besorgte dann in der 58 Minute Pierre Lienert, der Kapitän der Hauptstädter besorgte das entscheidende 3 zu 2 für sein Team.