Fussballjahr 1938 WM

Aus wiki-fussball-historiker.diddipoeler.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Es ist Zeit für eine neue Folge meiner Serie Fußball History und heute kümmern wir uns mal wieder um eine Weltmeisterschaft. Bevor wir anfangen aber noch eine kleine Bitte.👏 Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr die Beiträge, wenn sie euch denn gefallen liken würdet. Ich möchte da jetzt echt nicht darum betteln oder so, aber es ist halt so, so lange Beiträge gehen gerade auf einer so aktiven Seite wie dieser hier sehr schnell unter und deshalb wäre das schon sehr wichtig. Danke 👏 Heute soll es bei uns um die Fußball-WM 1938 in Frankreich gehen, was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste, es sollte für 12 Jahre die letzte WM sein. Die Welt sollte in den nächsten Jahren andere Probleme als Fußball haben. Bei dieser WM sollten wir eines der besten Spiele der WM Geschichte aller Zeiten erleben, einen irgendwie traurigen Helden und ein ungarisches Traumduo Dieses WM wurde übrigens in Deutschland an Frankreich vergeben und zwar am 13 August 1936 in Berlin. Von 23 Stimmen bekam Frankreich 19, vier gingen an Argentinien. Deutschland hatte sich ebenfalls beworben, zudem auch für die zu diesem Zeitpunkt geplante WM 1942. Die deutsche Bewerbung bekam aber für 1938 nicht eine einzige Stimme. Schauen wir zunächst auf die Qualifikation. 36 Länder wollten dabei sein, 16 duften es. In Europa nahmen 25 Teams an der Qualifikation teil, 13 qualifizierten sich. Gleich in Gruppe A befand sich Deutschland. Die DFB-Elf traf auf Schweden Estland und Finnland. In dieser Gruppe sollten die ersten beiden zur WM fahren. Deutschland startete mit einem 2:0 Sieg am 29 juni 1937 in Helsinki in die Qualifikation. Es folgte ein 4:1 über Estland in Königsberg und ein 5:0 über Schweden in Hamburg. Da es keine Rückspiele gab, reichten diese drei Siege für die Qualifikation. Schweden holte sich den zweiten Platz. In Gruppe B gab es nur zwei Teams, Norwegen und Irland. Sie traten ihn hin und Rückspiel gegeneinander an. In Oslo siegte Norwegen 3:2. In Dublin gab es ein 3:3. Norwegen war für die WM qualifiziert. Gruppe C traf Polen auf Jugoslawien. Die Polen gewannen das Hinspiel in Warschau 4:0, die 1:0-niederlage in Belgrad fiel nicht mehr ins Gewicht. Gruppe D hatte eine kuriose Situation. Ägypten und Palästina sollten in der europäischen Qualifikationszone mitspielen. Ägypten sollte in Gruppe D auf Rumänien treffen, wie gesagt sollte.. Denn die Nordafrikaner verzichteten letztendlich und so war Rumänien kampflos bei der WM. In Gruppe E befanden sich die Schweiz und Portugal. Beide Länder einigten sich darauf, nur ein einziges Spiel auf neutralem Boden zu bestreiten und das geschah in Mailand. Die Schweiz gewann 2:1. Gruppe F war die Gruppe mit Palästina. Sie trafen auf Griechenland. Die Griechen konnten in Palästina, dass damals in Tel Aviv spielte, 3:1 gewinnen und auch das Rückspiel 1:0 gewinnen. Die Griechen waren damit aber noch nicht qualifiziert, sie mussten noch gegen Ungarn antreten. Und da bekamen sie eine Abreibung. Ungarn siegte in Budapest 11:1. Gruppe G bestand aus Bulgarien und der Tschechoslowakei. Das Hinspiel in Sofia endete 1:1. Doch in Prag machte die Tschechoslowakei kurzen Prozess und setzte sich 6:0 durch. Gruppe H hatte zunächst das Duell zwischen Lettland und Litauen.. Lettland gewann in Riga 4 zu 2 und in Kaunas 5:1. Sie mussten nun gegen Österreich antreten und verloren in Wien nur knapp mit 2:1. Die letzte Gruppe war wieder eine Dreiergruppe. Ihr seht schon, der Modus war damals ziemlich wild und hat auch nicht wirklich Sinn ergeben. In dieser Gruppe befanden sich die Benelux-Staaten. Also Niederlande Belgien und Luxemburg. Die ersten beiden kamen weiter. Holland gewann 4:0 gegen Luxemburg und Belgien besiegte Luxemburg 3:2. Zwischen Belgien und Holland gab es dann ein 1:1. In Südamerika gab es praktisch gar keine Qualifikation. Zwar sollten Brasilien und Argentinien um das einzige südamerikanische WM Ticket gegeneinander antreten, doch die Argentinier verzichteten. So war Brasilien kampflos bei der WM. Ähnlich kurios lief es in Nordamerika. Sieben Teams hatten offiziell gemeldet, doch am Ende qualifizierte sich nur ein Team und das ohne ein Spiel zu bestreiten. In der ersten Gruppe sollte Kuba auf die USA treffen. Doch die Amerikaner verzichteten. In der anderen Gruppe waren Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, El Salvador und Niederländisch Guyana. Doch alle fünf Teams beschlossen zu verzichten. Und auch in Asien fand keine wirkliche Qualifikation statt. Gemeldet hatten zunächst Niederländisch Indien und Japan. Japaner zogen aber wieder zurück. Somit waren letztlich für die WM qualifiziert: Belgien, deutsches Reich, Frankreich, Holland, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, Brasilien, Niederländisch Indien und Kuba. Und falls ihr euch jetzt fragt ob ich da nicht jemanden vergessen habe ja ich habe tatsächlich Österreich nicht erwähnt aber Österreich war zu diesem Zeitpunkt schon an Deutschland angeschlossen. Die FIFA hat dann England den Platz angeboten, der ja nun frei geworden war, die Engländer lehnten aber ab. So waren 15 Teams dabei. Es wurde sofort im K.o-modus gespielt. Die deutsche Mannschaft durfte sogar als erstes spielen. Am 4 juni 1938 spielte Deutschland in Paris gegen die Schweiz. Die Qualifikation war gut gewesen, doch dennoch gab es Ärger. Die NS-Führung wollte, dass auch die Österreicher zum Team gehörten. Sepp Herberger, der damalige Trainer des Deutschen Reiches wollte das nicht. Am Ende setzte sich die NSDAP durch und die Österreicher wurden in die Mannschaft integriert. Die deutsche Mannschaft galt nach der starken Qualifikation durchaus als einer der Mitfavoriten. Und gegen die Schweiz geht Deutschland auch in Führung: Josef Gauchel trifft in Minute 29 vom TuS Neuendorf, das ist heute der TuS Koblenz, erfolgreich. Er wurde später auch Trainer unter anderem beim FV Engers.Andre Abegglen konnte für die Schweiz in Minute 43 aber ausgleichen. Tore gab es keine mehr doch Johann Pesser Flug in Minute 96 vom Platz. Es kam zu einem Wiederholungsspiel am 9 Juni ebenfalls in Paris. Zunächst lief aus deutscher Sicht alles nach Plan. Wilhelm Hahnemann in der 8 Minute und ein Eigentor von Ernest Lörtscher in Minute 22 brachten Deutschland 2:0 in Front. Doch dann drehte die Schweiz auf. Eugene Walaschek brachte die Eidgenossen noch vor der Pause wieder ran. Alfred Bickel gelang in Minute 64 der Ausgleich. Er konnte in seiner Karriere 202 Tore für die Grasshoppers Zürich in der schweizer Liga schießen. Dann schlug die große Stunde von André Abegglen. Mit Toren in Minute 75 und 78 sorgte er für das Ausscheiden der DFB-Elf. Dramatisch verlief das Spiel zwischen Kuba und Rumänien. Kuba sah wie der sich Receiver aus, als sie in Minute 87 mit 2:1 in Führung gingen. Doch Rumänien gelang noch der Ausgleich eine Minute später. In der Verlängerung konnten beide Teams ein Tor schießen, was dazu führte, dass auch dieses Spiel wiederholt werden musste. Rumänien konnte zwar in Führung gehen, doch ein Doppelschlag von Kuba kurz nach der Pause brachte Kuba überraschend ins Viertelfinale. Ungarn fertigte ohne Mühe Niederländisch Indien 6:0 ab. Gyula Zsengeller und György Sarosi trafen doppelt. Titelverteidiger Italien brauchte gegen Norwegen schon die Verlängerung, um mit 2:1. Silvio Piola erlöste die Azzuri. Gastgeber Frankreich konnte sich gegen Belgien mit 3:1 durchsetzen. Dabei gelang Jean Nicolas ein Doppelpack. Das Spiel zwischen der Tschechoslowakei und den Niederlanden stand nach 90 Minuten 0:0. In der Verlängerung aber treten die Tschechoslowaken richtig auf und schossen noch drei Tore. Sie gewannen 3:0. Ein hochdramatisches Spiel fand zwischen Polen und Brasilien statt. Die Südamerikaner konnten durch Leonidas in Minute 18 in Führung gehen. 5 Minuten später gelang Fryderyk Scherfke der Ausgleich für Polen. In Minute 25 brachte Romeu Brasilien wieder in Führung und eine Minute vor der Pause erhöhte Peracio auf 3:1. Doch nun begann die große Show des Ernest Wilimoski. Zunächst konnte er in Minute 53 und 59 zwei Tore schießen und damit auf 3:3 stellen. Brasilien ging durch den zweiten Treffer von Peracio wieder in Führung. Doch in der 89 minute führte Ernest Wilimoski sein Team mit seinem dritten Treffer in die Verlängerung. Dort gelangen Leonidas zwei Tore für Brasilien zum 6:4. Wilimoski konnte zwar noch ein Tor schießen doch zu mehr als dem 6:5 reichte es nicht mehr. Brasilien gewann eines der dramatischen Spiele der WM Geschichte. Ernest Wilimoski, der manchmal auch Ernst genannt wurde, kam gebürtig aus Oberschlesien, was damals ja Teil des Deutschen Reichs war. Er spielte 22 Mal für Polen und 8 mal für Deutschland. In Deutschland spielte er unter anderem für den PSV Chemnitz, 1860 München, den Karlsruher FV und den VfB Stuttgart. Seine Zahlen in der Nationalmannschaft sind schon wahnsinnig gut. Für Polen 22 Spiele, 21 Tore und ab 1941 für Deutschland 8 Spiele 13 Tore. Den letzten Platz im Viertelfinale bekam Schweden kampflos, sie hätten eigentlich gegen Österreich spielen sollen, was natürlich nicht mehr stattgefunden hat. Im Viertelfinale traf Schweden dann auf Kuba und hatte keine Mühe das Spiel mit 8:0 zu gewinnen. Gustav Wetterström konnte drei Tore schießen. Das gleiche gelang Harry Anderson. Weltmeister Italien traf auf Gastgeber Frankreich. Die Italiener gingen durch Gino Colaussi in Front. Doch Oscar Heisserer konnte für Frankreich ausgleichen. Wie schon im Achtelfinale hieß der italienische Held am Ende Silvio Piola. Er konnte in Minute 51 und 72 zwei Tore schießen. Italien gewann 3:1. Ungarn setzte sich 2:0 gegen die Schweiz durch. Die Schweizer hatten nach dem Sieg im Wiederholungsspiel gegen Deutschland nur zwei Tage Pause gehabt. Sarosi und Zsengeller trafen für Ungarn. Brasilien traf auf die Tschechoslowakei. Schon nach 14 Minuten war Brasilien nach einem Platzverweis gegen Zeze Procopio in unterzahl. Dennoch konnten sie durch Leonidas in Führung gehen. Die Tschechoslowakei konnte durch Oldrich Nejedly ausgleichen. Weitere Tore fielen nicht, aber in Minute 89 mussten Jan Tiha auf tschechoslowakischer Seite und Machado auf brasilianischer Seite mit einem Platzverweis vom Feld. Es kam zu einem Wiederholungsspiel. Die Tschechoslowakei musste auf ihrem Torhüter und Torjäger Oldrich Nejedly verzichten. Trotzdem konnten sie in Führung gehen, doch die Brasilianer drehten das Spiel in der zweiten Halbzeit. Leonidas konnte auch wieder ein Tor erzielen. Im Halbfinale spielte Italien in Marseille gegen Brasilien. Colaussi und Giuseppe Meazza Trachten Italien 2:0 in Führung, Romeu konnte nur noch verkürzen, Brasilien hatte in diesem Spiel auf Leonidas verzichten müssen. Im anderen Halbfinale spielte Ungarn gegen Schweden. Schweden konnte zwar schnell in Führung gehen doch dann spielte nur noch Ungarn und es gab drei Tore von Zsengeller. Und auch sein kongenialer Partner Sarosi konnte wieder ein Tor schießen. Ungarn gewann mit 5:1. Im Spiel um Platz 3 führte Schweden schon 2:0 gegen Brasilien, doch die Brasilianer drehten das Spiel noch unter anderem durch einen Doppelpack von Leonidas und gewannen 4:2. Das Finale fand am 19 Juni 1938 in Colombes zwischen Italien und Ungarn statt. Italien konnte bereits in der 6 minute durch Gino Colaussi in Führung gehen. Er spielte damals für US Triestina Doch nur zwei Minuten später gelang Pal Titkos der Ausgleich für Ungarn. Aber nur 8 Minuten später brachte Silvio Piola Italien wieder in Führung. Der Mann von Lazio Rom sollte insgesamt in seinen 34 Länderspielen 30 Tore schießen. Colaussi machte in Minute 35 das 3:1. Es roch nach Entscheidung, aber noch gab Ungarn sich nicht geschlagen. Sarosi sorgte in Minute 70 plötzlich wieder für Spannung. Doch es war erneut Silvio Piola der in der 82 Minute den Deckel drauf machte. 4:2 für Italien. Die Squadra Azzurra hatte ihren Titel verteidigt, eine Leistung die es in der Geschichte der WM nur noch ein einziges Mal von einem anderen Land geben sollte. Torschützenkönig war Leonidas da Silva. Und er ist trotzdem irgendwie unglücklich. Denn zum einen Komma gibt es durchaus Leute die sagen, er hätte im Halbfinale spielen können, die die Schuld Trainer Adhemar Pimenta gaben, der sich möglicherweise zu sicher im Halbfinale war und Leonidas für das Finale schonen wollte. Zum anderen, wenn der Krieg nicht ausgebrochen wäre, für den er natürlich überhaupt nichts konnte, dann wäre er vielleicht wenigstens bei einer der nächsten WM Auflagen Weltmeister geworden. So blieb ihm dieser ganz große Titel verwehrt. Dabei war er vielleicht der erste große brasilianische Star und noch weit vor dem legendären Pelé