Fussballjahr 1949

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Hallo Leute und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History. Wir sind mittlerweile im Jahr 1949 angekommen und werden auch heute wieder auf Deutschland, England, Spanien Italien und Frankreich gucken. Heute haben wir unter anderem den vielleicht traurigsten Teil der Geschichte des italienischen Fußballs Eine Sache vorweg, ich bin gestern darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich nicht Ostzonen-Meisterschaft sagen soll. Ich kann verstehen, dass Leute das sagen, aber 1948 und 1949 hieß das ganze halt wirklich Ostzonen-Meisterschaft und deshalb kann ich da nichts anderes sagen. Allerdings ich kann euch beruhigen ab der Folge am Montag werden wir dann die DDR Oberliga haben und dann hat sich das Problem erledigt. Legen wir los. In Westdeutschland waren acht Teams bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Alle acht waren davor schon einmal dabei gewesen, es waren Wormatia Worms Kickers offenbach, VfR Mannheim, der HSV, der Berliner SV, der BVB, St Pauli und Kaiserslautern.. Im Viertelfinale gab es zwischen Worms und Offenbach ein 2:2 nach Verlängerung im ersten Spiel. Das Wiederholungsspiel gewann dann der OFC 2:0. Mannheim besiegte in Frankfurt den HSV 5:0. Der Berliner SV verlor zu Hause gegen den BVB 0:5. Und zwischen St Pauli und Kaiserslautern gab es zunächst ein 1:1 in Bremen, das Wiederholungsspiel in Düsseldorf gewann der FCK 4:1. Im Halbfinale besiegte der VfR Mannheim in Gelsenkirchen 2:1 Offenbach. Zwischen Kaiserslautern und Dortmund gab es zunächst in München ein 0:0, das Wiederholungsspiel gewann der BVB in Köln 4:1. Im Spiel um Platz 3 setzte sich der FCK nach Verlängerung in Koblenz mit 2 zu 1 gegen Offenbach durch. Das Finale wurde am 10 Juli 1949 in Stuttgart gespielt. Der VfR Mannheim traf auf den BVB. 92.000 Zuschauer waren im Neckarstadion. Herbert Erdmann brachte den BVB in Minute fünf in Führung. Erst in Minute 74 gelang ernst Löttke der Ausgleich für Mannheim. Erdmann brachte den BVB in der 82 Minute wieder in Führung, doch drei Minuten später traf Ernst Langlotz zum Ausgleich. Das bedeutet Verlängerung und hier wurde Ernst Löttke zum Helden des VfR und traf zum 3:2. Mannheim war deutscher Meister. Der VfR, der heutzutage ein relativ trostloses Dasein in der Oberliga fristet, ist der einzige deutsche Meister nach dem zweiten Weltkrieg, der es nie in die Bundesliga schaffte. Und jetzt müssen wir zum letzten Mal über das böse Wort Ostzonen-Meisterschaft reden. Denn 1949 hieß sie eben noch so. Auch hier waren acht Teams dabei fünf waren neu, drei waren im Vorjahr schon dabei. Schon letztes Jahr dabei waren die SG Wismar Süd, die SG Einheit Meerane und Fortuna Erfurt. Neu waren die SG babelsberg, dieser Verein hieß dann später BSG Rotation Babelsberg, es hat mit dem SV 03 nichts zu tun. 1990 wurde dieser Verein aufgelöst und hieß dann später Fortuna Babelsberg. Dann gab es die SG Dresden Friedrichstadt. Auch dieser Club existiert heute nicht mehr. Anders als die ZSG Union Halle, das ist heute Turbine Halle und spielt in der Landesliga. Dann haben wir Franz Mehring Marga. Diesen Verein gibt es heute noch als FSV Glückauf Brieske Senftenberg. Er spielt in der Landesliga Brandenburg Süd. Und zum Schluss den vielleicht bekanntesten Club auf dieser Liste Eintracht Stendal, was heute der 1 FC Lok Stendal ist. Dieser Verein spielt immerhin in der Oberliga. Im Viertelfinale setzte sich Meerane 3:2 gegen Babelsberg in Brandenburg durch. Stendal besiegte Franz Mehring Marga in Dessau 4:0. Fortuna Erfurt besiegte Wismar Süd in Jena 10:0. Und Union Halle setzte sich gegen Dresden 2:1 in Halle durch. Im Halbfinale besiegte Halle Stendal zu Hause mit 3:0. Und Fortuna Erfurt schlägt nach Verlängerung in Chemnitz Meerane 4:3. Das Finale zwischen der ZSG Union Halle und der SG Fortuna Erfurt fand am 26 Juni 1949 in Dresden vor 50000 Zuschauern statt. Halle konnte in Minute 13 durch Herbert Rappsilber in Führung gehen. Kurz nach der Pause erhöhte Rolf Theile in Minute 48 auf 2:0. Otto Werkmeister gelang in der 64 Minute das 3:0. Erneut Herbert Rappsilber machte in Minute 71 das 4:0. Fritz Schmidt gelang nur noch das Ehrentor für Erfurt. Immerhin sicherte sich Schmidt mit diesem Treffer den ersten Platz in der Torschützenliste. Gehen wir nach England. Im Titel Rennen war die Sache schnell entschieden. Am 40. Spieltag machte der FC Portsmouth den Sack zu und wurde mit einem Sieg in Bolton englischer Meister. Wesentlich spannender war es im Abstiegskampf. Vor dem letzten Spieltag waren noch vier Teams in Gefahr. Middlesbrough hatte 33 Punkte, Sheffield United und Huddersfield 32 und Preston North End 31. Preston hielt seine Chance mit einem Auswärtssieg in Liverpool am Leben. Huddersfield besiegte Manchester City mit 1:0 und erhöhte seine Chance. Sheffield United spielte nur 0:0 gegen Newcastle und das reichte auf gar keinen Fall. Sie waren abgestiegen. Huddersfield war damit auf jeden Fall gerettet, jetzt stellte sich noch die Frage ob Middlesbrough oder Preston absteigen mussten. Middlesbrough brauchte in seinem letzten Spiel auswärts bei Villa zumindestens ein Unentschieden und das schafften sie mit einem 1:1. Willie Moir wurde mit 25 Toren Torschützenkönig. Den FA Cup gewann Wolverhampton gegen Leicester city am 30 April 1949 vor 98.820 Zuschauern im alten Wembley Stadion mit 3 zu 1. Jesse Pye traf in Minute 13 und 42 zur 2:0 Führung der Wolves. Leicester verkürzte durch Mal Griffiths , doch Sammy Smyth sorgte für die Entscheidung zugunsten der Wolves. In Spanien konnten zwei Spieltage vor Schluss noch vier Teams Meister werden. Barcelona hatte 33 Punkte, Valencia 32, Real 31 und Atletico 30. Am vorletzten Spieltag patzte Valencia in Valladolid und spielte nur unentschieden. Die anderen drei Titel Kandidaten könnten ihre Spiele gewinnen, wobei das Atletico nicht reichte und sie so auch rechnerisch rausmachen. Real spielte am letzten Spieltag nur Unentschieden in Alcoyano. Valencia besiegte den FC Sevilla 2:0, das bedeutete Barcelona musste um sicher Meister zu sein mindestens Unentschieden spielen im Derby gegen Espanyol. Tatsächlich konnte Espanyol in Führung gehen durch Calvo Olascoga. Doch ein Doppelpack von Cesar Rodriguez brachte Barca den Titel. Im Abstiegskampf war Sabadell chancenlos und frühzeitig abgestiegen. Um den anderen Absteiger war es aber knapp. La Coruna und Alcoyano waren Punktgleich vor dem letzten Spieltag. Alcoyano er arbeitete sich immerhin ein 2:2 gegen Real Madrid. Deportivo musste nach Tarragona und konnte mit einem 4:1 Sieg die Nerven behalten. Alcoyano musste absteigen. Torschützenkönig mit 28 Toren wurde Cesar Rodriguez vom FC Barcelona. Den spanischen Pokal gewann der FC Valencia durch ein 1: 0 im Finale über Bilbao. Am 29 mai 1949 traf vor 70000 Zuschauern Epi in Minute 62. Und jetzt kommen wir zum traurigsten Teil des heutigen Tages. Doch zunächst schauen wir mal auf das sportliche in Italien. Rheinsportlich änderte sich erstmal nichts an der Dominanz des AC Turin. Schon am vorletzten Spieltag machte man alles klar. Ein Sieg in Genua bedeutete die nächste Meisterschaft. Im Abstiegskampf mussten vor dem letzten Spieltag noch vier Teams zittern. Atalanta hatte die beste Ausgangslage und 29 Punkte Pro Patria lag bei 28, Modena bei 27 und Livorno bei 26. Atalanta setzte sich im direkten Duell mit Livorno 2:0 durch. Damit war Livorno definitiv abgestiegen und Atalanta definitiv gerettet. Modena gewann in Triestina 2:1. Pro Patria gewann in Genua 2:0. So musste der FC Modena absteigen. Torschützenkönig wurde Istvan Nyers von Inter Mailand mit 26 Toten. Aber jetzt zur Tragödie. Es ist der 4 Mai 1949. Der AC Turin hatte gerade ein Freundschaftsspiel gegen Benfica Lissabon bestritten und befindet sich auf dem Heimflug. In Barcelona gibt es eine zwischenlandung zum Auftanken des Flugzeugs. Dann wird der Flug nach Turin fortgesetzt, doch das Wetter im großraum Turin ist schlecht. Im Bereich des 675 m hohen Hügel von Superga herrscht dichter Nebel. Um 17:05 Uhr kollidiert das Flugzeug mit der Stützmauer eines Erdwalls auf der Rückseite der Basilika von Superga. Alle 31 Passagiere sterben. Darunter die Mannschaft vom AC Turin. Natürlich ist das Spekulation, aber vielleicht wäre Torino heute größer als Juventus, wenn es diese schreckliche Katastrophe nicht gegeben hätte. Nur drei Spieler sind nicht gestorben, weil sie nicht an Bord waren. Ersatztorwart Renato Gandolfi, Luigi Giuliano und Verteidiger Sauro Toma. Er war damals am Knie verletzt und ist deshalb nicht mitgeflogen und im Nachhinein kann man sagen, dass ihm diese knieverletzung das Leben gerettet hat. Er hatte dann ein sehr sehr langes Leben, ist 93 Jahre alt geworden. In Frankreich gab es einen Zweikampf um den Titel zwischen Stade Reims und Lille. Einen Spieltag vor Saisonende lag Reims einen Zähler vor dem OSC. Lille konnte sein letztes Spiel in Nizza gewinnen und erhöhte den Druck. Reims spielte erst drei Tage nach Lille sein letztes Spiel beim SC Sete. Reims konnte auswärts zwei zu eins gewinnen. Der Abstiegskampf war spannend und sollte auch noch ein überraschendes Ende haben. 5 Teams mussten noch zittern. So zum CO Roubaix Tourcoing. Die waren 1947 noch überraschend Meister geworden. Nun schwebten sie mit 27 Punkten in abstiegsgefahr genauso wie der FC Metz mit 26, der FC Nancy mit ebenfalls 26, Racing Straßbourg mit 26 und der AS Cannes mit 25 Punkten. Roubaix Tourcoing konnte sein letztes Spiel gegen Cannes 4:0 gewinnen und war damit gerettet, zeitgleich war Cannes abgestiegen. Nancy konnte mit einem 2:0 Heimsieg über Toulouse das Abstiegsgespenst verscheuchen. Der FC Metz verlor in Sochaux 2:1. Straßburg hätte nun ein Unentschieden zum Klassenerhalt gereicht, doch sie verloren bei RCF Paris mit 4 zu 2 und waren abgestiegen. Oder doch nicht? Ein paar Tage nach Saisonende zog sich der Tabellenelfte SR Colmar aus dem Profifußball zurück und so durfte Straßburg in der Liga bleiben. Colmar gibt es heute übrigens auch noch, allerdings musste der Verein 2016 neu gegründet werden. Torschützenkönige wurden Jean Baratte von Lille und der Tscheche Josef Humpal vom FC Sochaux Im Pokalfinale standen sich Racing Paris und Olympique Lille gegenüber Racing dominierte die Partie und ging in Minute 28 durch Roger Gabet in Front. Gerade einmal zwei Minuten später erhöhte Roger Quenolle auf 2:0. Erneut Gabet besorgte in Minute 35 das 3:0. In der 52 Minute traf Ernest Vaast zum 4.0. Joseph Jadrejak unterlief in Minute 59 auch noch ein Eigentor zum 5:0. Lille konnte aber noch zwei Ehrentore erzielen. Erst traf Jean Lechantre und dann Andre Strappe. Lille verlor übrigens zum dritten Mal nach 1939 und 1945 gegen RCF Paris ein französisches Pokal Finale. Deshalb hat dieser Verein auch den Beinamen bete noire, schwarze Bestie, bei den Fans von Lille