Fussballjahr 1950

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Serie Fußball History und heute sind wir im Jahr 1950. Das Jahr 1950 werde ich wieder auf zwei Folgen aufteilen, heute kümmern wir uns um den Vereinsfußball und die deutsche Nationalmannschaft, morgen gibt's dann die WM 1950. Beginnen wir wie immer in Deutschland. 16 Teams Namen an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil, 13 waren schon früher einmal dabei gewesen. Das waren der HSV, St Pauli, der VfL Osnabrück, Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen, 1. FC Kaiserslautern, TuS Neuendorf, Spielvereinigung Fürth, VfB Stuttgart, Kickers Offenbach, Tennis Borussia Berlin und Union Oberschöneweide. Drei Teams waren neu. Da war zum einen Preußen Delbrück. Der Verein aus Köln existiert heute nicht mehr, er fusionierte 1957 mit dem SC Rapid Köln zum SC Viktoria Köln. Es gibt aber heute noch eine erinnerungstafel am alten Preußenplatz. Und für alle Liebhaber der Kölner Fußballgeschichte, von 1955 bis 57 spielte ein gewisser Jean Löring für den Verein. Er sollte später die Geschicke von Fortuna Köln leiten. Dann haben wir den STV Horst Emscher. Ich will euch nicht anlügen von diesem Verein hatte ich zuvor noch nie lange Geschichte gehabt, er existierte nämlich von 1892 bis 2007. Größte Erfolg war der Gewinn der deutschen Amateurmeisterschaft 1967. Man hat nach dem Ende des Vereins versucht ihn neu zu gründen, das ist aber an den Behörden gescheitert. Und dann haben wir noch den SSV Reutlingen 05. Das ist ein Verein der auch mal eine gewisse Zeit in der zweiten Fußball-Bundesliga verbracht hat. Und ein Verein mit dem Frankfurt Fans positive und Fans von Mainz 05 negative Erinnerungen verbinden. Am letzten Spieltag der Saison 2002/2003 spielte Reutlingen nämlich gegen die Eintracht und hielt lange ein 3:3 Unentschieden. Weil sie aber in den letzten 10 Minuten noch drei Gegentore kassierten, von dem besonders die letzten beiden ein bisschen sehr billig waren, stieg die Eintracht doch noch auf und Mainz 05 verpasste den Aufstieg. Heutzutage dümpelt der Verein in der Oberliga vor sich her. Im Achtelfinale traf Kaiserslautern auf Essen in Karlsruhe und spielte 2:2 nach Verlängerung, das Wiederholungsspiel in Köln gewann der FCK 3:2. Fürth setzte sich gegen Horst Emscher 3:2 in Worms durch. Delbrück besiegte in Koblenz Reutlingen 1:0 nach Verlängerung. Der BVB unterlag in Gladbeck mit 1:3 dem VfR Mannheim. Der VfB Stuttgart besiegte in Köln Osnabrück 2:1. Offenbach besiegte Tennis Borussia Berlin in München 3:1. Pauli besiegte Neuendorf in Hannover 4:0. Und der HSV besiegte Oberschöneweide in Kiel 7:0. Im Viertelfinale besiegte der VfB Stuttgart Kaiserslautern in Nürnberg 5 zu 2. Fürth setzte sich in Gelsenkirchen 2:1 gegen St Pauli durch. Offenbach besiegte den HSV in Düsseldorf 3:2. Und Preußen Delbrück besiegte den VfR Mannheim in Frankfurt 2:1 . Im Halbfinale setzte sich Stuttgart in Frankfurt gegen Fürth 4 zu 1 durch und zwischen Delbrück und Offenbach brauchte es nach einem 0:0 in Stuttgart ein Wiederholungsspiel in Oberhausen, dass der OFC 3: 0 gewinnen konnte. Das Finale zwischen Stuttgart und dem UFC fand am 25 Juni 1950 in Berlin vor 95.000 Zuschauern statt. Die Schwaben konnten durch Erwin Läpple in Minute 17 in Führung gehen. Durch Walter Bühler erhöhte der VfB 10 Minuten später auf 2:0. Kurz nach der Pause kam Offenbach noch mal ran durch ein Tor von Horst Buhtz. Er sollte später auch in Italien für den AC Turin spielen und 1976 Trainer von Borussia Dortmund werden. Mit Neunkirchen, Wuppertal, Nürnberg und Uerdingen stieg er in die Bundesliga auf und führte den WSV sogar in den UEFA Pokal. Doch es sollte beim 2:1 für den VfB bleiben. Herbert Wojtkowiak vom HSV wurde Torschützenkönig. Leider ist nicht übermittelt wie viele Tore er genau erzielen konnte. In der DDR wurde die erste DDR-Oberliga ausgetragen. 14 Vereine Namen an der Liga teil, und der Spielplan meinte es gleich gut. Denn am letzten Spieltag stand ein ultimatives Endspiel um die Meisterschaft an. Die SG Friedrichstadt Dresden traf als Tabellenführer auf den direkten Verfolger ZSG Horch Zwickau. Und zunächst lief für Dresden alles nach Plan, Kurt Lehmann brachte den Tabellenführer in Führung und das schon in Minute drei. Zwickau konnte aber durch Heinz Satrapa 6 Minuten später ausgleichen. 3 Minuten später also in der 12 minute musste der Dresdner Kapitän Walter Kreisch verletzt vom Feld und auswechseln war damals noch nicht erlaubt. Das 2:1 für Zwickau durch Herbert Heinze war aus Sicht der Dresdner irregulär erzählte aber trotzdem. Siegfried Meyer erhöhte für Zwickau noch vor der Pause auf 3:1 und dann unterlief Kurt Lehmann auch noch ein Eigentor nach der Pause. Erneut Herbert Heinze sorgte für das 5:1. Nach dem Spiel gab es auch noch Ärger weil wütende Dresdner Fans auf den Platz liefen und die Politik der DDR schaltete sich ein. Walter Ulbricht lobte Zwickau in den höchsten Tönen, erwähnte Dresden aber nicht ein einziges Mal, dafür kritisierte er den Dresdner Trainer Helmut schön scharf. den Spielern der SG Dresden Friedrichstadt wurde danach mitgeteilt, dass sie nun an die BSG VVB Tabak Dresden angegliedert werden. Helmut Schön und einige seiner Spieler verließen die DDR aus Protest und die meisten Spieler fanden dann bei Hertha BSC einen Platz. Die SG Friedrichstadt Dresden wurde aufgelöst. Ebenfalls absteigen musste Vorwärts Schwerin. Um einen weiteren Abstiegsplatz gab es ein echtes Finale, denn die ZSG Altenburg und die ZSG Anker Wismar waren punktgleich nach dem letzten Spieltag. Es musste eine Entscheidung Spiel her und das konnte Altenburg 3:2 gewinnen. Heinz Satrapa von Meister Zwickau wurde mit 23 Toren Torschützenkönig . Den FDGB Pokal holte sich die SG Eisenhüttenwerk Thale nach einem 4:0 im Finale über die BSG KWU Erfurt. Die deutsche Nationalmannschaft durfte 1950 ihr erstes Spiel seit 1942 machen. Am 22 November 1950, auf den Tag genau 8 Jahre nach dem letzten länderspiel, gab es einen 1:0-erfolg in Stuttgart gegen die Schweiz. Die Euphorie war riesig, es waren über 100.000 Menschen im Stadion. Schauen wir nach England. Es war eine unfassbar spannende Saison. Vor dem vorletzten Spieltag hätten rein theoretisch noch 7 Teams Meister werden können. Allerdings reduzierte sich das Feld der Kandidaten vor dem letzten Spieltag auf zwei. Portsmouth und Wolverhampton. Portsmouth würde am letzten Spieltag bereits ein Unentschieden reichen, allerdings wurden sie unter Druck gesetzt, denn Wolverhampton konnte sein letztes Spiel 4:2 in Bolton gewinnen. Jedoch sprach immer noch alles für Portsmouth da sie das deutlich bessere Torverhältnis hatten. Und so konnten sie sich auch eine 2:0 Niederlage bei Arsenal am letzten Spieltag leisten. Portsmouth wurde englischer Meister. Im Kampf gegen den Abstieg fiel die Entscheidung quasi am vorletzten Spieltag. Charlton Athletic konnte sich mit zwei zu null gegen den direkten Konkurrenten Birmingham durchsetzen, was dadurch definitiv abgestiegen war und weil Manchester City nur 2:2 gegen Derby spielte und das wesentlich schlechtere Torverhältnis hatte, waren auch die Sky Blues so gut wie sicher abgestiegen. Ein 0:0 am letzten Spieltag bei West Bromwich besiegelte das Schicksal von City. Dickie Davis von Sunderland wurde mit 25 Toren Torschützenkönig. Den FA Cup holte sich der FC Arsenal durch ein 2:0 im Finale über Liverpool. Reg Lewis traf doppelt In Spanien war die Situation sehr ähnlich wie in England, vor dem vorletzten Spieltag hat mathematisch gesehen noch sieben Teams die Chance Meister zu werden. Am vorletzten später reduzierte sich das Feld auf drei Kandidaten. Atletico Madrid hatte 32 Punkte Deportivo La Coruna 31 und Valencia 30. Atletico Madrid und Valencia trafen am letzten Spieltag direkt aufeinander Atletico führte zwischenzeitlich mit 4 zu 1, am Ende stand es aber 4:4. Damit blieben die Madrilenen zwar vor Valencia, aber La Coruna hatte mit einem Sieg in Bilbao eine Chance. Und tatsächlich führten sie zur Pause durch einen Doppelpack von Franco 2:0. Doch Bilbao holte den Rückstand nach der Pause auf und so endete das Spiel 2 zu 2. Atletico Madrid war spanischer Meister. Im Kampf gegen den Abstieg war es in diesem Jahr so dass es keinen festen Absteiger gab, aber die letzten beiden mussten in die Relegation. Schon vor dem letzten Spieltag war klar, dass dies auf Tarragona und Oviedo zu treffen würde. Tarragona verlor sein Spiel in der Relegation 6 zu 3 nach Verlängerung gegen Alcoyano und musste absteigen. Und auch Oviedo scheiterte in der Relegation, es setzte ein 0:2 gegen Murcia. Torschützenkönig wurde mit 25 Toren Zarra. Spanischer Pokalsieger wurde Athletic Bilbao. Im Finale gegen Valladolid gab es in Minute 15 durch Zarra die Führung, doch fünf Minuten vor Schluss konnte Gerardo Coque ausgleichen. Zarra machte dann aber in der Verlängerung gleich drei Tore zum 4:1. Schauen wir nach Italien. In der Saison nach der Katastrophe um Grande Torino holte sich Juventus souverän den Titel. Bereits am drittletzten Spieltag machten sie mit einem Heimsieg gegen Bologna alles klar. Am Ende sollte Juventus 100 Tore geschossen haben, das reichte aber nicht mal ansatzweise für die beste Offensive der Liga, denn der AC Mailand schoss sogar 118 Tore. Inter Mailand kam übrigens auf 99. Spannend war es zumindestens teilweise im Abstiegskampf. Venedig war frühzeitig abgestiegen, doch um den zweiten Absteiger gab es zahlreiche Kandidaten. Vor dem vorletzten Spieltag hätte es noch 9 Teams erwischen können, darunter die Roma. Nach dem vorletzten Spieltag waren noch fünf Teams gefährdet. Die beste Ausgangslage hatte Bologna mit 31 Punkten, ihnen würde am letzten Spieltag definitiv ein Unentschieden reichen. Und dieses holten sie sich gegen Lucchese. Die waren damit ebenfalls gerettet. Die Roma brauchte ebenfalls zumindestens ein Remis, um sicher in der Serie A zu bleiben. Doch es setzte eine böse 6:2 Klatsche beim AC Mailand. Novara hatte 29 Punkte. Sie konnten am letzten Spieltag 2:1 gegen Palermo gewinnen und damit an der Roma vorbeiziehen. Die Roma musste nun hoffen dass Bari nicht gewinnen würde. Und tatsächlich erhielten sie Schützenhilfe, denn Inter Mailand konnte in Bari mit 3:2 gewinnen. So blieb die Roma gerade so in der Liga. Torschützenkönig wurde der Schwede Gunnar Nordahl. Er traf 35 mal für den AC Mailand. Insgesamt sollte er in 257 spielen für Milan 210 Tore schießen, später spielte er auch noch mal eine kurze Zeit lang für die Roma. Nahezu unglaublich ist seine Statistik in der Nationalmannschaft, in 33 Spielen schaffte er 43 Tore. Damit liegt er noch immer auf Platz drei der Liste der besten Torschützen der schwedischen Nationalmannschaft, aber seine Quote ist deutlich besser als die von Sven Rydell auf Platz 2 und auch als die von Zlatan Ibrahimovic auf Platz 1. Und wie ihr es gewohnt seid schauen wir ganz zum Schluss noch mal nach Frankreich. Auch hier war es in Sachen Meisterschaft nicht besonders spannend, Bordeaux machte am drittletzten Spieltag alles klar. Im Abstiegskampf stand der FC Metz frühzeitig als Absteiger fest. Drei Teams kamen vor dem vorletzten Spieltag noch in Frage um den zweiten Absteiger. SC Sete und RC Lens hatten jeweils 25 Punkte, Montpellier 23. Es kam zwischen Lens und Sete am vorletzten Spieltag zu einem direkten Duell, das letztgenannte für sich entscheiden konnten. Montpellier verlor 1:2 gegen Stade Francias Paris. Lens würde so am letzten Spieltag ein Unentschieden definitiv zum Klassenerhalt reichen und das holten sie sich mit einem 1:1 in Toulouse. Allerdings wäre auch eine Niederlage kein Problem gewesen, denn Montpellier verlor in Marseille. Torschützenkönig wurde Jean Grumellon von Stade Rennes mit 24 Toren. Und ganz zum Schluss schauen wir noch auf den französischen Pokal. Hier traf Reims im Finale auf Racing Paris. Gespielt wurde am 14 mai 1950 vor 61.722 Zuschauern. Lange Zeit stand das Spiel 0:0, dann folgte in der 81 Minute das 1:0 durch Francis Meano für Reims. 2 Minuten später machte Andre Petitflis das 2:0.