Fussballjahr 1958 WM

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Auch heute habe ich natürlich eine neue Folge meiner Serie Fußball History für euch. Heute sind wir bei der Fußball-WM 1958. Eigentlich hätte die WM 1958 in Südamerika stattfinden sollen, denn damals gab es die Regel dass sich Europa und Südamerika bei der Ausrichtung des turnieres abwechseln sollten, doch Schweden war der einzige Bewerber. In diesen ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg gab es noch nicht so viele Länder, die eine ordnungsgemäße Austragung sicherstellen konnten. Schweden war im Krieg neutral geblieben und so bekamen sie am 23 juni 1950 in Rio den Zuschlag. Beginnen wir wie immer mit der Qualifikation. In Europa hatte das ganze mittlerweile ein wenig mehr Struktur bekommen, es lief so, dass die 27 Teams, die sich für die Qualifikation meldeten, in 9 Gruppen zu jeweils drei Mannschaften geteilt wurden. Der Sieger qualifizierte sich für die WM. In Gruppe A konnte sich England ohne größere Probleme durchsetzen vor Irland und Dänemark. In Gruppe B war es etwas spannender, Island war komplett überfordert, aber Frankreich und Belgien lieferten sich einen Zweikampf. Hätte Belgien das direkte Duell am letzten Spieltag für sich entschieden, wären beide Teams punktgleich gewesen, was ein Entscheidungsspiel bedeutet hätte. Doch es gab ein 0:0. Somit war Frankreich qualifiziert. In Gruppe G spielten Ungarn, Bulgarien und Norwegen. In dieser Gruppe war es bis zum letzten Spiel richtig spannend. Hätte Norwegen das letzte Spiel gegen Ungarn gewonnen, hätten alle drei Teams 4 Punkte gehabt. Doch es kam anders die Ungarn gewannen mit 5:0 und fuhren zur WM Die Gruppe D beinhaltete die DDR. Sie spielte gegen die Tschechoslowakei und Wales. Und es ging gut los. Gegen Wales gab es in Leipzig einen 2:1 Sieg. Willy Tröger und Günter Wirth waren für die DDR erfolgreich. Allerdings wurden die anderen drei Spiele verloren. Die Tschechoslowakei setzte sich am Ende durch und Wales wurde zweiter. Und dann hatte Wales richtig Glück, denn alle Vertreter Asiens und Afrikas sagten für die WM-Qualifikation ab, weil sie sich weigerten gegen Israel zu spielen, was sie in der Finalrunde hätten tun müssen. Wales durfte dann gegen Israel antreten und gewann beide Spiele mit 2:0 und qualifizierte sich so für die WM. Gruppe E wurde von Österreich dominiert dass sich vor Holland und Luxemburg durchsetzte. Lediglich in Amsterdam erlaubte sich Österreich ein 1:1 In Gruppe F waren die UdSSR Polen und Finnland. Die UdSSR und Polen konnten beide Spiele gegen Finnland gewinnen und von den Duellen gegeneinander jeweils eines gewinnen. Was bedeutete beide hatten sechs Punkte und es brauchte ein Entscheidungsspiel. Dieses wurde in Leipzig gespielt und ging mit 2:0 an die UdSSR. Gruppe G war ziemlich eng zwischen Jugoslawien und Rumänien, während Griechenland keine Chance hatte. Am letzten Spieltag hätte Rumänien ein Unentschieden in Belgrad gereicht, doch Jugoslawien gewann mit 2:0 und fuhr zur WM Gruppe h hatte Nordirland, Italien und Portugal. Italien war nach einer überraschenden Niederlage in Portugal ziemlich unter Druck geraten, hätte es aber mit einem Unentschieden am letzten Spieltag in Nordirland noch schaffen können. Und dieses Spiel hatte eine mehr als kuriose Geschichte. Es war ursprünglich für den 4 Dezember 1957 angesetzt. Doch es gab ein Problem, der vorgesehene Schiedsrichter konnte nicht zum Spiel kommen, weil er im Nebel von London fest saß. Dann hat man gesagt, man macht dieses Spiel quasi als freundschaftsspiel, das wurde dann von einem nordiren gepfiffen, und endete 2:2. Dieses Ergebnis hätte Italien gereicht, aber wie gesagt man hat sie sich vorher darauf geeinigt dass das jetzt nicht das offizielle Qualifikationsspiel ist sondern nur ein Freundschaftsspiel. Einen Monat später am 15 Januar 1958 spielte man dann das Qualifikationsspiel und Nordirland gewann mit 2:1. Damit war Italien raus. Und ich glaube wenn man mal über die italienische WM Geschichte nachdenkt, es scheint eigentlich nur zwei Möglichkeiten zu geben entweder sie blamieren sich bis auf die Knochen oder sie kommen ins Finale. In Gruppe I gab es eine fast noch größere Überraschung. Schottland Spanien und die Schweiz waren in dieser Gruppe. Die Schweizer hatten nichts zu melden und holt nur einen Zähler. Spanien aber verlor am vorletzten Spieltag in Schottland und war damit ausgeschieden. In Südamerika gab es acht Teams, die an der WM teilnehmen wollten, sie wurden auf drei Gruppen verteilt. In Gruppe A waren demnach nur zwei Teams die in hin- und Rückspiel gegeneinander spielten. Brasilien traf auf Peru und tat sich deutlich schwerer als man glauben konnte. Im Hinspiel gab es lediglich ein 1:1. Im Rückspiel setzte sich die Selecao dann mit 1 zu 0 durch und würgte sich zu wehren. Gruppe B bestand aus Argentinien Bolivien und Chile. Nachdem Argentinien am ersten Spieltag in Bolivien überraschend verloren hatte fingen sie sich und gewannen die letzten drei Spiele. Das reichte. Gruppe C bestand aus Paraguay, Uruguay und Kolumbien. Durch einen phänomenalen 5:0 Sieg am vorletzten Spieltag eliminierte Paraguay Uruguay. Für Nordamerika war nur ein einziger Platz vorgesehen, es gab sechs Teams die interessiert waren, die spielten zunächst in zwei Dreiergruppen und die beiden Sieger spielten dann den WM Teilnehmer aus. Costa Rica konnte sich in Gruppe A klar und deutlich vor Curacao und Guatemala behaupten. Sie konnten alle vier Spiele gewinnen. Genauso dominant war Mexiko in Gruppe B und setzte sich vor Kanada und den USA durch, die USA konnten keinen einzigen Zähler holen. Gegen Mexiko verloren sie 6:0 und 7:2. Im Finale besiegte Mexiko dann Costa Rica im Hinspiel 2:0 und im Rückspiel gab es ein 1:1. Für die WM qualifiziert waren so mit Deutschland, England, Frankreich, Jugoslawien, Nordirland, Österreich, Schottland, Schweden, Sowjetunion, Tschechoslowakei, Ungarn, Wales, Brasilien, Argentinien, Paraguay, Mexiko Die 16 Teams kamen in vier Gruppen zu jeweils vier Mannschaften. Den Unsinn, den man beim Turnier 1954 gemacht hatte, dass nicht alle Teams gegen alle anderen Teams aus ihrer Gruppe spielen mussten, hatte man sich diesmal geschenkt. Deutschland trafen einer Gruppe auf Nordirland Tschechoslowakei und Argentinien. Die deutsche Mannschaft startete am 8 Juni in Malmö ins Turnier und spielte gegen Argentinien. Oreste Corbatta hatte Argentinien früh in Führung gebracht doch Deutschland konnte das Spiel durch zwei Tore von Helmut Rahn und eines von Uwe seeler drehen. Deutschland gewann mit 3:1. Bemerkenswert hierbei ist noch, das Argentinien nicht in blau-weiß sondern in gelben Trikots spielte, das war damals die Farbe vom IFK Malmö. Auch im zweiten Spiel brauchte Deutschland ein Comeback. Gegen die Tschechoslowakei lag mal zur Pause 0:2 hinten, doch Hans Schäfer und Helmut Rahn bescherten Deutschland noch ein wichtiges Unentschieden. Und weil es schon fast Tradition war, gab es auch gegen Nordirland einen Rückstand, wobei eigentlich sogar zwei. Denn Peter McParland brachte Nordirland mit 1:0 und 2:1 in Führung. Doch wieder kam die deutsche Mannschaft zurück, und wieder war Helmut Rahn beteiligt. Er machte das zwischenzeitliche 1:1. Uwe seeler bescherte Deutschland dann mit einem Tor in Minute 79 den Ausgleich und damit den Gruppensieg. Nordirland und die Tschechoslowakei hatten am Ende gleich viele Punkte nämlich jeweils drei das führte zu einem Entscheidungsspiel, dass die nordiren nach Verlängerung durch einen Doppelpack von Peter McParland 2:1 gewinnen konnten. Somit folgte Nordirland Deutschland ins Viertelfinale. Gruppe B hatte Frankreich, Jugoslawien, Paraguay und Schottland. Frankreich startete mit einem furiosen 7 zu 3 über Paraguay. Zwei Dinge müssen hierzu gesagt werden, es war nicht so souverän wie das Ergebnis sich anhört, weil in Minute 50 war Paraguay noch mit 3:2 in Führung gegangen. Zweitens ein gewisser Just Fontaine machte in diesem Spiel drei Tore. Das Spiel gegen Jugoslawien verloren die Franzosen zwar mit 2:3, doch Just Fontaine das doppelt. Und auch beim 2:1 Sieg über Schottland, der den Franzosen das weiterkommen bescherte, war er erfolgreich. Durch ein Unentschieden am letzten Spieltag konnte sich Jugoslawien Platz 2 vor Paraguay sichern. Gruppe C war die Gruppe von Gastgeber Schweden, dass auch Wales, Ungarn und Mexiko traf. Die Gastgeber starteten gut. Mexiko gab es einen 3:0 Sieg. Agne Simonsson traf f doppelt für die Schweden. Gegen Ungarn konnte man sich dann 2:1 durchsetzen, diesmal mit einem Doppelpack von Kurt Hamrin. Gegen Wales gab es ein 0:0, was aber für den Gruppensieg reichte. Aber dennoch hatte dieses 0:0 Auswirkungen. Denn dadurch waren Wales und Ungarn. Gleich und es brauchte eine Entscheidungsspiel. Lajos Tichy brachte die Ungarn in Führung, doch Igor Allchurch und Terry Medwin treten das Spiel und so war der Vize Weltmeister ausgeschieden. In Gruppe D spielten die Sowjetunion, England Österreich und Brasilien. Brasilien begann mit einem 3:0 Sieg über Österreich, Mazzola war doppelt erfolgreich. Gegen England gab es ein torloses Unentschieden und gegen die Sowjetunion konnte man sich mit 2:0 durchsetzen durch einen Doppelpack von Vava. Österreich holte insgesamt nur einen Zähler gegen England. Doch dieses Unentschieden war für England ein Problem, denn dadurch mussten sie ins Entscheidungsspiel gegen die Sowjetunion. Anatoli Ilijin besorgte das einzige Tor des Spiels und somit war England raus. Im Viertelfinale traf Deutschland auf Jugoslawien, Frankreich auf Nordirland, Schweden auf die Sowjetunion und Brasilien auf Wales. Deutschland setzte sich glanzlos mit 1 zu 0 gegen Jugoslawien durch. Wie schon in allen drei gruppenspielen war Helmut Rahn erfolgreich. Frankreich besiegte Nordirland 4 zu 0. Und wieder war ein Doppelpack von Just Fontaine dabei. Just Fontaine war der Komet dieser Fußball-WM. Der Mann von Stade Reims war zu dieser Zeit ein absoluter weltklasse Stürmer. In seiner Zeit in der französischen Nationalmannschaft konnte er in 21 Spielen 30 Mal treffen. Im Verein wurde er mit Nizza und Reims französischer Meister und französischer Pokalsieger. 1959 sollte er Torschützenkönig im europapokal der landesmeister werden und in der französischen Liga 1958 und 1960. Als Trainer war er dann nicht mehr ganz so erfolgreich, er arbeitete für die französische Nationalmannschaft wurde aber nur noch zwei Spielen entlassen und arbeitete dann für PSG, mit denen er in die erste Liga aufsteigen konnte. Auch Nationaltrainer von Marokko war er eine Zeit lang. Schweden setzte sich gegen die Sowjetunion mit 2 zu 0 durch. Brasilien hatte gegen Wales überraschend viele Probleme. Erst in Minute 66 traf ein damals 17-Jähriger zum Sieg und dieser 17-Jährige war Edson Arantes do Naschimento. Besser bekannt als Pelé. Was kann ich euch über E-Mail erzählen, was noch nicht gesagt wurde, 567 Tore in 583 spielen für den FC Santos, 77 Tore in 92 Spielen für die brasilianische Nationalmannschaft, dreimal Weltmeister, auch danach viel getan für die Welt und für den Fußball und vor allem. Im Halbfinale spielte Frankreich gegen Brasilien. Vava brachte Brasilien in Führung, doch Just Fontaine gelang der schnelle Ausgleich. Didi brachte Brasilien erneut in Führung und in der zweiten Halbzeit gelang Pelé von Minute 52 bis 75 ein Hattrick. Roger Piantoni konnte noch ein Ehrentor für die Franzosen erzählen, aber Brasilien gewann 5 zu 2. Und dann gab es das Spiel Deutschland gegen Schweden. Dieses Spiel sollte als die Schlacht von Göteborg eingehen. Ursprünglich sollte in Stockholm gespielt werden, doch die Organisatoren entschieden sich kurzfristig für Göteborg. Man muss zunächst einmal die Vorgeschichte verstehen, die deutschen Fans kamen in Zeiten des Wirtschaftswunders nach Schweden. Deutschland war nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem WM Titel 1954 wieder im Aufwind Deutschland war wieder positiv besetzt. Und einige der deutschen Fans die nach Schweden kamen waren wohl ein wenig zu fröhlich sie haben ein wenig gepöbelt sie haben sich sicherlich nicht hundertprozentig korrekt verhalten. Die schwedische Presse hat das aber genutzt um Stimmung gegen deutsche zu machen sie nannten die deutschen Kriegsfußballer, Knochenbrecher oder Panzer. Allerdings war auch die deutsche Presse nicht gerade freundlich in Richtung der Schweden, es gab damals viele schwedische Spieler die in Italien gespielt haben und das war damals noch nicht so üblich und die deutsche Presse hat diese Spieler dann als Legionäre bezeichnet, heutzutage ein völlig unproblematischer Begriff, damals aber nicht unbedingt die netteste Beschreibung. Und so wurde diese Stimmung immer mehr aufgehetzt. Schon vor dem Spiel gab es von schwedischer Seite deutschen feindliche Parolen. Auch kamen wohl nur knapp 1000 deutsche Fans ins Stadion. Die Schweden provozierten zudem mit lauten Heja Heja rufen. Die Deutschen waren auch nicht glücklich darüber, dass mit Istvan Zsolt ein Mann aus Ungarn das Spiel leiten sollte, denn Deutschland hatte durch den WM Sieg 1954 gegen Ungarn das Land in eine fußballerische Krise gestürzt. Kommen wir zum Spiel selber Schweden war zu Beginn besser aber es war Deutschland, dass durch Hans Schäfer in Minute 23 in Führung gehen konnte. Deutschland übernahmen nun die Kontrolle, und hätte einen klaren handelfmeter bekommen müssen, bekam ihn aber nicht. Stattdessen gelang Schweden durch Lennart Skoglund der Ausgleich. In Minute 58 gab es dann eine Zweikampf zwischen Erich juskowiak und dem schwedischen Stürmer Kurt Hamrin. Der Schwede trat seinen Gegenspieler, der sich daraufhin auf die gleiche Art revanchierte. Vom Platz flog nur Erich Juskowiak. Er wollte zunächst nicht vom Platz gehen, wurde dann aber von deutschen Spielern vom Feld geleitet. Danach wurde auch noch Fritz Walter schwer verletzt. Da Auswechslungen damals nicht erlaubt waren, versuchte Fritz Walter zu Ende zu spielen, konnte aber nicht mehr wirklich eingreifen. Gunnar Gren in Minute 81 und ausgerechnet Kurt Hamrin in Minute 88 schossen dann die Tore für Schweden zum 3:1 Sieg. Es gab nach dem Spiel dann auch noch Handgreiflichkeiten zwischen beiden fanlagern und tatsächlich hat die Sache auch dafür gesorgt dass dann Urlauber bei der Länder im jemals anderen Land angepöbelt wurden. Ein Restaurant in Hamburg nahm das Smörgasbord von der Karte. Ein Lokal an der großen Freiheit schrieb für deutsche eine Flasche Bier eine Mark, für Schweden fünf Mark. Wenn das hier vielleicht doch so ein bisschen witzig ist, es gab wohl tatsächlich Unternehmen die Verträge mit langjährigen geschäftskunden wegen dieser ganzen Geschichte kündigten. Erst im Laufe der Jahrzehnte beruhigte sich das ganze wieder, 1982 gab es zwischen Kurt Hamrin und Erich Juskowiak ein Versöhnungstreffen. Inzwischen ist das Verhältnis längst wieder gut, die Schweden lieben Königin Silvia, die ja gebürtig aus Heidelberg kommt und wir..... Na ja... Wir verzeihen den Schweden Greta und Ikea. Im Spiel um Platz 3 spielte Deutschland dann gegen Frankreich. Just Fontaine konnte drei Tore schießen und wurde dann mit insgesamt 13 Toren auch Torschützenkönig. Frankreich sollte dieses Spiel 6:3 gewinnen, für Deutschland trafen Hans Cieslarcyzk, Helmut Rahn und Hans Schäfer. Fehlt nur noch das große Finale am 29 Juni 1958 in Stockholm. Schweden gegen Brasilien. 49.737 Zuschauer waren im Stadion Ganz kurz träumte Schweden von der Sensation, Nils Liedholm brachte die Schweden in Minute 4 in Führung. Dann folgte ein Doppelpack für Brasilien durch Vava in Minuten 9 und 32. Pelé in Minute 55 und Zagallo in Minute 68 sorgten dafür, dass Brasilien mit 4 zu 1 führte. Agne Simonsson besorgte in Minute 80 das 2:4. Erneut pele brachte dann in Minuten 90 den Endstand von 5 zu 2 für Brasilien. Brasilien war zum ersten Mal Weltmeister