Fussballjahr 1961

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Wir beginnen die neue Woche mit einer frischen folge meiner Serie Fußball history und heute sind wir im Jahr 1961 und kümmern uns um die Saison auf nationaler Ebene 1960 61. Morgen kommt dann die internationale Saison 1960/61, am Mittwoch die nationale Saison 61/62, am Donnerstag die internationale Saison 61 62 und am Freitag die WM 1962. Wie immer starten wir in Deutschland. An der Endrunde zur deutschen Meisterschaft waren acht Vereine beteiligt, es waren der HSV, Werder Bremen, Hertha BSC, Köln, der BVB, Saarbrücken, Nürnberg und Frankfurt. Diese acht Teams wurden in zwei Gruppen zu jeweils vier Mannschaften aufgeteilt und die beiden Sieger spielten dann ein Endspiel. Gruppe A bestand aus dem BVB, Frankfurt dem HSV und Saarbrücken. Hier war es vor dem letzten Spieltag richtig spannend, der HSV führte mit sechs Punkten, der BVB und Frankfurt hatten jeweils fünf Punkte. Der HSV musste nach Dortmund und wurde da in einem furiosen Spiel mit 7:2 besiegt, die Eintracht gewann in Saarbrücken 5:2. Dortmund und die Eintracht hatten jetzt jeweils 7 Punkte, allerdings hatte der BVB den besseren Torquotient. Somit waren die Schwarz-Gelben im Endspiel. In der anderen Gruppe spielten Köln, Bremen, Hertha BSC und der Club aus Nürnberg. Der FCN setzte sich relativ souverän und ohne Niederlage durch. Das Endspiel fand am 24 Juni 1961 in Hannover vor 82 000 Zuschauern zwischen Nürnberg und dem BVB statt. Schon in Minute sechs konnte Kurt Haseneder die Franken in Führung bringen, eine Minute vor der Halbzeit gelang Heini Müller das 2:0. Die endgültige Entscheidung markierte dann Heinz Strehl in Minute 67. Der Club war Deutscher Meister, es sollte die vorletzte Deutsche Meisterschaft der bisherigen Vereinsgeschichte bleiben. Torschützenkönig wurde Uwe Seeler. Den Pokal sicherte sich Werder Bremen. Im Finale in Gelsenkirchen wurde am 13 September Kaiserslautern 2:0 besiegt. Die Tore erzielten Willi Schröder und Helmut Jagielski. Jetzt ganz kurz etwas zur DDR. Hier haben wir heute nichts, denn 1960/61 wurde keine Saison gespielt, das lag einfach daran, nachdem man bis 1960 nach dem kalenderjahr gespielt hatte, beschloss man auf einen jahresübergreifenden Kalender umzustellen, also quasi das dann im Sommer die Hinrunde stattfindet und im Winter die Rückrunde. Deshalb geht es hier erst 61/62 weiter. Die Nationalmannschaft spielte 1961 sechsmal. Als erstes gab es im März einen 1:0-sieg in Frankfurt gegen Belgien. Dann unterlag man in Chile mit 1 zu 3. Es war das erste deutsche länderspiel auf südamerikanischen Boden. Gegen Nordirland gab es im Rahmen der WM-Qualifikation eine 2:1 Sieg in Berlin. Es folgte ein 5:1 über Dänemark in Düsseldorf und ein 2:0 in Warschau gegen Polen. Zum Abschluss des Jahres wurde Griechenland in Augsburg im Rahmen der WM-Qualifikation 2:1 geschlagen. In England war es im Kampf um die Meisterschaft zu keinem Zeitpunkt spannend, Tottenham dominierte die Liga nach Belieben. Am Ende hatten sie acht Punkte Vorsprung und 115 Tore geschossen. Absteigen mussten wie zu dieser Zeit üblich in England zwei Teams. Dem vorletzten Spieltag steckten drei Teams in ernsthaften Schwierigkeiten. Blackpool mit 30 Punkten, Preston mit 29 und Newcastle mit 28. Newcastle holte sich einen 4:1 Sieg über Bolton. Preston unterlag Manchester United 2:4. Blackpool gewann in Birmingham mit 2:0. Damit war Preston definitiv abgestiegen, Newcastle allerdings auch so gut wie, denn sie hatten einen miserables Torverhältnis. - 25, dagegen hatte Blackpool lediglich -5. Das lag vor allem an der fürchterlich schlechten Defensive von Newcastle, die Offensive war mit 82 Toren in den ersten 41 spielen gar nicht mal schlecht, doch 107 gegen Tore waren viel zu viel. Newcastle versuchte es am letzten Spieltag trotzdem noch mal und konnte 4:2 in Blackburn gewinnen. Doch Blackpool spielte gegen Manchester City 3:3. Dabei gaben sie zwar eine 3:0 Führung aus der Hand, aber das Unentschieden reichte ja auch dicke. Jimmy Greaves wurde Torschützenkönig. Für Chelsea konnte ja 41 Tore schießen und wurde nach der Saison für 80000 Pfund an den AC Mailand verkauft. Dort blieb er aber nur ein halbes Jahr und wechselte dann zu Tottenham Im FA Cup machte Tottenham das Double perfekt. Bobby Smith und Terry Dyson besorgten ein 2:0 gegen Leicester city. Noch einseitiger als in England war der Kampf um die Meisterschaft in Spanien. Real war am Ende 12 Punkte vor Atletico Madrid und 20 Punkte vor Barcelona und nicht vergessen, wir reden von einer Zeit, wo es die zwei Punkte Regel gab. Die letzten zwei Teams mussten wie zu dieser Zeit in Spanien üblich absteigen, die zwei Teams davor in die Relegation. Der FC Granada musste frühzeitig die Segel streichen. Aber davor war es spannend. Vor dem letzten Spieltag drohte 6 Teams noch entweder der Abstieg oder die Relegation. Der FC Sevilla hatte die besten Karten maximal die Relegation wäre möglich, bereits ein Unentschieden würde reichen um auch das zu verhindern. Allerdings gab es in San Sebastian eine 3 zu 1 Niederlage. Espanyol brauchte ein Unentschieden um sicher gerettet zu sein. Sie konnten in Bilbao sogar mit 3:2 gewinnen und waren durch. Santander brauchte ein Unentschieden um sicher den direkten Abstieg zu vermeiden und einen Sieg um sicher komplett gerettet zu sein. Es gab gegen Real Madrid aber nur ein 1:1. Oviedo hatte vor dem letzten Spieltag 24 Punkte, mit einem Sieg könnte man auf jeden Fall aus eigener Kraft denn direkten Abstieg vermeiden. Und es gab ein furioses 5 zu 3 in Barcelona. Luis Aragones machte drei Tore für Ovideo. Valladolid drohte auch noch der direkte Abstieg, mit einem 2:0 gegen Mallorca taten sie etwas für den Klassenerhalt doch auch der FC Elche konnte sein Spiel mit 4 zu 1 gegen Valencia gewinnen. Espanyol und Sevilla waren definitiv gerettet, zwischen Santander und Oviedo ging es im direkten Vergleich um die Teilnahme an der Relegation und zwischen Elche und Valladolid darum, wer in die Relegation darf und wir direkt absteigen muss. Santander hatte den direkten Vergleich gegen Oviedo gewonnen. Damit waren sie gerettet und Oviedo in der Relegation. Elche hatte seinerseits den direkten Vergleich mit Valladolid gewonnen und durfte so in die Relegation, während Valladolid direkt absteigen musste. In der Relegation schaffte Oviedo gegen Celta Vigo mit einem 1:0 und einem 2:2 den Klassenerhalt. Elche verlor zwar das Hinspiel bei Atletico Ceuta 1:0, konnte aber das Rückspiel 4:0 gewinnen und so ebenfalls die Klasse halten. Torschützenkönig mit 28 Toren wurde Ferenc Puskas. Den Pokal konnte sich Atletico sichern. Im Finale wurde ausgerechnet im Bernabeu Real Madrid besiegt. Puskas brachte die königlichen zwar in Minuten neun in Führung, doch Joaquin Peiro sorgte in Minute 20 und 46 für die Führung von Atletico und Jorge Mendoca machte das 3:1. Alfredo di Stefano konnte nur noch verkürzen. Unsere Reise führt uns nun nach Italien. Es tut mir sehr leid, aber leider kann ich euch auch hier keine Spannung im titelrennen anbieten, Juventus war schon am drittletzten Spieltag durch. Etwas merkwürdig war die Konstellation im Abstiegskampf, die letzten zwei mussten direkt runter und die drei Teams davor spielten eine Relegation untereinander. Lazio stand schon früh als direkter Absteiger fest. Vor dem letzten Spieltag mussten noch acht Teams entweder vor dem direkten Abstieg oder vor der Relegation zittern. Bologna hatte die besten Karten. Maximal die Relegation droteinen, und bereits ein Unentschieden würde reichen um das zu verhindern, am letzten Spieltag gab es gegen Genua ein wildes 4:4. Dabei lag Bologna dreimal hinten, holte aber immer wieder auf. Vicenza brauchte ebenfalls lediglich ein Unentschieden um sicher zu sein. Und das gelang ihnen mit einem 0:0 beim AC Mailand. Torino spielte gegen SPAL. Beiden Teams drohte noch die Relegation, Torino hatte aber den Vorteil, dass ihnen ein Unentschieden reichen würde, weil sie dann auf jeden Fall vor SPAL bleiben würden. Und es gab ein 0:0. Für SPAL deutete das, dass man hoffen musste, dass Bari nicht gewinnen würde. Und sie hatten Glück, denn Bari spielte nur 1:1 bei Juventus. Damit war SPAL gerettet und Bari musste definitiv in die Relegation. Für die anderen drei Teams unten ging es noch um die Frage, wer direkt absteigen muss und wer in die Relegation darf. Udinese brauchte zumindestens ein Unentschieden um sicher in der Relegation zu sein, gegen Bergamo konnten sie sogar mit 2:1 gewinnen. Lecco brauchte ebenfalls ein Unentschieden um sicher durch zu sein, sie konnten bei Absteiger Lazio ebenfalls mit 1:0 gewinnen. Und somit war klar, dass der zweite Absteiger SSC Neapel heißen würde. Doch jetzt gab es ja noch die Relegation, die Regel hier war, dass jeder einmal gegen jedes andere Team spielen würde und der letzte absteigen musste Bari startete mit einer 2:4 Niederlage gegen Lecco. Dann gab es gegen Udinese ein 0:0. Und weil Udinese gegen Lecco immerhin ein 3:3 gelang, musste Bari absteigen. Torschützenkönig wurde Sergio Brighenti von Sampdoria Genua mit 27 Toren. Er war in den Fünfzigern zweimal Meister mit Inter gewesen. Den italienischen Pokal gewann Florenz im eigenen Stadion gegen Lazio mit 2:0. Die Tore machten Gianfranco Petris und Luigi Milan. Und wir gehen nach Frankreich. Und hier kann ich euch endlich mal Spannung im Titelrennen anbieten. Zwei spieltage vor Schluss führte RCF Paris mit 54 Punkten vor Monaco mit ebenfalls 54. Die Hauptstädter hatten die um zwei Tore bessere Tordifferenz. Am vorletzten Spieltag spielten beide Mannschaften 1:1. Paris gegen Stade Reims und Monaco in Le Havre. Am letzten Spieltag gewann Monaco 1:0 gegen Valenciennes. Paris spielte in Le Havre. Paris kam nicht über 2:2 hinaus und musste Monaco den Titel überlassen. Vier Mannschaften mussten am Ende absteigen. Troyes war frühzeitig weg vom Fenster. Valenciennes war ebenfalls abgestiegen. Grenoble mit 29 Punkten, Limoges mit 30 Punkten, Stade Francias Paris mit ebenfalls 30 Punkten und Lyon mit 32 zitterten. Lyon besiegte im direkten Limoges 2:1 und war gerettet. Grenoble konnte 6:3 gegen Sedan gewinnen, doch das reichte nicht mehr weil Stade Francias Paris mit 2:1 gegen Troyes erfolgreich war. Torschützenkönig wurde Roger Piantoni von Reims mit 28 Treffern. Im französischen Pokal traf Sedan auf Nimes. Sedan konnte durch Maxime Fulgenzy in Führung gehen. Dann erhöhte in Minute 74 Claude Breny auf 2:0. Mohammed Salem gelang in Minute 82 das 3:0. Constantino konnte lediglich das Ehrentor für Nimes markieren