SV Rotthausen 1912 e.V.

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SV Rotthausen
Voller Name Sportverein Rotthausen 12 e. V.
Ort Gelsenkirchen-Rotthausen,
Nordrhein-Westfalen
Gegründet 1912
Aufgelöst 2000
Vereinsfarben blau-gelb
Stadion BSA Auf der Reihe
Höchste Liga Gauliga Westfalen
Erfolge Aufstieg in die Gauliga Westfalen 1936
Adolf Hitler Kampfbahn in Rotthausen
Adolf Hitler Kampfbahn in Rotthausen
Sportplätze in Rotthausen 1936
Sportplätze in Rotthausen 1936

Der SV Rotthausen war ein Fußballverein aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen. Der Verein wurde im Jahre 1912 gegründet. Die erste Mannschaft spielte in den 1930er Jahren zwei Jahre in der damals erstklassigen Gauliga Westfalen und in den 1990er Jahren vier Jahre in der damals viertklassigen Oberliga Westfalen.

Geschichte

Im Jahre 1912 gründete sich der SV Rotthausen 12, der 1936 Meister der Bezirksklasse Gelsenkirchen wurde. Die Aufstiegsrunde zur Gauliga beendete die Mannschaft als Tabellenerster und stieg gemeinsam mit Borussia Dortmund auf. Nach einem sechsten Platz in der Saison 1936/37 folgte ein Jahr später der Abstieg. Der Verein musste mit dem Club SuS Delog Rotthausen, dem Werksverein des damals größten Arbeitgebers von Rotthausen, zum Deutschen SC Rotthausen fusionieren.[1] Eine Rückkehr in die Gauliga gelang jedoch nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der alte Vereinsname wieder angenommen. Nach einem kurzen Gastspiel in der Landesliga Westfalen, damals die dritthöchste Spielklasse, in der Saison 1952/53 verschwand der Verein in lokale Ligen.[1] Erst 1968 gelang die Rückkehr in die Landesliga, die bis 1972 gehalten werden konnte. Nach zwei Abstiegen in Folge rutschten die Rotthausener bis in die Kreisliga herab.[2]

In den 1990er Jahren kehrte der Verein in die höheren Spielklassen zurück. Mit der finanziellen Unterstützung des Holzhändlers Otto Weisenstein stieg der SVR 1993 in die Verbandsliga Westfalen und 1995 in die Oberliga Westfalen auf. In der Saison 1996/97 erreichte der Verein mit dem siebten Platz seine beste Platzierung. Bereits in der Folgesaison stieg die Mannschaft wieder ab.[1] Hinter Westfalia Herne belegte der SVR den zweiten Platz in der Verbandsligagruppe und besiegte im Entscheidungsspiel den Zweiten der Nordgruppe Borussia Emsdetten mit 1:0. Trotz des damit verbundenen sofortigen Wiederaufstiegs kehrte Gönner Weisenstein dem Verein den Rücken und hinterließ einen Schuldenberg in sechsstelliger Höhe. Nach Beendigung der Hinrunde zog der Verein die Mannschaft zurück. Am 12. April 2000 wurde der SV Rotthausen 12 nach Insolvenz aufgelöst.[1]

Chronik

Die Geschichte des Spielvereins Rotthausen 1912 ist eng mit der Entwicklung des Fußballsports im Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen verbunden. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann der Fußball neben dem bis dahin dominierenden Turnsport zunehmend an Bedeutung. Während zahlreiche Turnvereine Fußballabteilungen in ihre bestehenden Strukturen integrierten, entstanden zugleich eigenständige Fußballvereine. Auch in Rotthausen entwickelte sich früh ein ausgeprägtes Interesse an der neuen Sportart.

Im Jahr 1904 fassten die Schüler Kaspar Manns und Hans Schmidt gemeinsam mit weiteren Sportinteressierten den Entschluss, organisiert Fußball zu spielen. Unter den gesellschaftlichen Bedingungen der damaligen Zeit stieß dieses Vorhaben teilweise auf Vorbehalte seitens der Eltern und der Lehrerschaft. Dennoch wurde der Sportverein Dahlbusch 1904 gegründet. Als erste Spielfläche diente eine sogenannte Mergelskuhle bei Degenhard „Auf der Reihe“. Da es sich hierbei nicht um eine ausgebaute Sportanlage handelte, mussten zahlreiche organisatorische und finanzielle Schwierigkeiten von den Mitgliedern selbst bewältigt werden. Eine geregelte Verbandsstruktur existierte zunächst nicht; vielmehr wurden bis 1912 überwiegend Spiele gegen andere nicht verbandsgebundene Vereine ausgetragen. Später wechselte die Mannschaft auf ein Gelände hinter der Wirtschaft Gossen.

Um 1912 geriet der Spielbetrieb des Sportvereins Dahlbusch in eine Krise, da mehrere Spieler der ersten Mannschaft aufgrund eines Hochschul- oder Universitätsstudiums nicht mehr zur Verfügung standen und kein ausreichender Nachwuchs vorhanden war. Daraufhin stellte der Verein seinen Spielbetrieb vorübergehend ein. Eine Gruppe von Fußballern ergriff jedoch kurze Zeit später die Initiative zur Gründung eines neuen Vereins. Zu den in der Chronik genannten Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem H. und B. Awater, E. Bolte, H. und O. Brand, W. Bembennek, W. Berke, W. Börger, J. und P. Gossen, J. Grüne, H. Jung, H. Knieper, K. Koch, H. Kurt, E. und K. Linde, H. Löseke, H. Meier, A. und M. Ruhmann, H. Schnattmann, K. Schmidt und A. Stachowiak. Auf dieser Grundlage wurde 1912 der Spielverein Rotthausen, im Folgenden SVR, gegründet. Die ursprüngliche Chronik weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Aufstellung möglicherweise nicht vollständig ist.

Nach seiner Gründung beantragte der SV Rotthausen die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband. Nach erfolgter Zulassung begann die erste Mannschaft ihren regulären Spielbetrieb in der untersten Spielklasse, der C-Klasse. Als Sportplatz wurde zunächst das Gelände hinter dem damaligen Vereinslokal Peter Gossen genutzt. Bereits in der Saison 1914/15 entwickelte sich die Mannschaft sportlich erfolgreich und gewann die Meisterschaft ihrer Klasse. Der anschließende Aufstieg gelang jedoch nicht, da das entscheidende Spiel gegen Westfalia Bochum verloren wurde.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte zu einer erheblichen Zäsur in der Vereinsentwicklung. Viele Spieler wurden zum Militärdienst eingezogen, sodass der Spielbetrieb 1915 eingestellt werden musste. Zahlreiche Vereinsmitglieder kehrten aus dem Krieg nicht zurück. Erst zu Beginn des Jahres 1919 konnte der organisierte Fußballbetrieb wieder aufgenommen werden. Der SVR spielte nun unter anderem gegen SC 07 Gelsenkirchen, Union Gelsenkirchen, BV 1912 Gelsenkirchen, Heßler 06, eine Spielgemeinschaft aus Herten und Preußen Hochlarmark. Gleichzeitig übernahm Rektor Tobien den Vereinsvorsitz.

Da der frühere Sportplatz hinter der Wirtschaft Gossen inzwischen in Gartenland umgewandelt worden war, musste der SVR seine Heimspiele bis 1923 auf einem Platz am Gasometer Rheinelbe austragen. Für die Saison 1919/20 wurde die erste Mannschaft der B-Klasse zugeordnet. Die zunehmenden sportlichen Erfolge führten zugleich zu wachsenden Zuschauerzahlen. Einen Rückschlag erlitt der Verein in der Saison 1921/22, als die erste Mannschaft disqualifiziert wurde, weil drei aus Süddeutschland stammende Spieler – Radz, Kloßmann und Schmitz – zum Zeitpunkt ihres Einsatzes noch nicht spielberechtigt waren. Ungeachtet dieser sportrechtlichen Konsequenzen wird diesen Spielern in der Vereinschronik ein wichtiger Einfluss auf die taktische und spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft zugeschrieben.

In derselben Phase errichteten Vereinsmitglieder in Eigenarbeit eine neue Sportanlage an der Mechtenbergstraße. Den Vorsitz übernahm Eduard Remiasch, der dieses Amt bis 1933 ausübte. Unter seiner Führung entwickelte sich die erste Mannschaft sportlich weiter. In der Saison 1924/25 gewann der SVR die Meisterschaft der B-Klasse. Union Günnigfeld und der SC Hassel belegten die folgenden Tabellenplätze. Auch 1927/28 gehörte der Verein zu den führenden Mannschaften seiner Spielklasse und schloss die Saison als Zweiter der A-Klasse ab.

Aufgrund der damaligen Aufstiegsregelung erhielt auch der Tabellenzweite die Möglichkeit, sich über Entscheidungsspiele für die nächsthöhere Klasse zu qualifizieren. Der SVR gewann zunächst mit 1:0 gegen den STV Horst-Emscher und erreichte gegen Rot-Weiß Essen ein 1:1. Niederlagen gegen Schalke 96 und den BV Stoppenberg verhinderten jedoch den Aufstieg. Einige Jahre später gelang der sportliche Durchbruch. In der Saison 1930/31 gewann der SV Rotthausen die Meisterschaft der A-Klasse und qualifizierte sich damit für die nächsthöhere Spielklasse. Gleichzeitig erreichte die Mannschaft einen der bedeutendsten Erfolge ihrer frühen Vereinsgeschichte: Sie gewann den Ruhrbezirkspokal. Auf dem Weg zum Titel wurden unter anderem Schwarz-Weiß Essen und Sportfreunde 07 Essen besiegt. Im Endspiel setzte sich der SVR mit 4:2 gegen Arminia Marten durch, wobei der Linksaußen Schreiber alle vier Treffer erzielte. In der anschließenden westdeutschen Pokalrunde schied die Mannschaft gegen den Homberger Spielverein aus.

Auch in der Saison 1932/33 gehörte der SVR zu den leistungsstärkeren Vereinen und belegte hinter Schalke 04 und Germania Bochum den dritten Tabellenplatz. Eine umfassende Neuorganisation der Spielklassen führte jedoch dazu, dass die Mannschaft anschließend der zweiten Klasse zugeordnet wurde. Ungeachtet dieser sportorganisatorischen Veränderung verbesserten sich die infrastrukturellen Bedingungen erheblich. 1934 wurde auf dem Gelände an der Mechtenbergstraße eine moderne Sportanlage errichtet, deren Fassungsvermögen nach Angaben der Vereinschronik etwa 30.000 Zuschauer betrug.

Die Mannschaft setzte sich in der Folge das Ziel, in die höchste Spielklasse zurückzukehren. Einen Hinweis auf ihre Leistungsfähigkeit gab der Gewinn des Pokals der „Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung“. Anschließend gewann der SVR die Gruppenmeisterschaft der zweiten Klasse und setzte sich in den Aufstiegsspielen gegen Mannschaften wie Sportfreunde Siegen, VfB Bielefeld, Preußen Bochum, Recklinghausen 13 und Borussia Dortmund durch. Das abschließende Spiel gegen Recklinghausen 13 wurde mit 7:1 gewonnen. Damit errang der Verein die westfälische Bezirksklassenmeisterschaft und erreichte zugleich den Aufstieg in die höchste Spielklasse.

Die Qualität der Rotthauser Mannschaft zeigte sich auch darin, dass mehrere Spieler für Auswahlmannschaften des Gaues Westfalen berücksichtigt wurden. So kamen unter anderem Sylla, Socha und Walden in Repräsentativspielen zum Einsatz. Gleichzeitig musste der Verein jedoch erhebliche personelle Verluste verkraften. Spieler wie Hempel, Kranefeld, Sylla, Walden, Tomaszyk und Waschkowitz wechselten zu anderen Vereinen, die ihnen teilweise bessere berufliche Perspektiven bieten konnten. Weitere Spieler wurden zum Militärdienst eingezogen. Der Verlust zahlreicher Stammkräfte konnte sportlich nicht kompensiert werden und führte zum Abstieg.

In dieser schwierigen Phase kam es zu einer Fusion mit dem Verein „Spiel und Sport Delog“. Der daraus hervorgegangene Verein trug den Namen Deutscher Sportclub Gelsenkirchen. Mit fortschreitendem Zweiten Weltkrieg wurde jedoch auch hier ein regulärer Spielbetrieb zunehmend unmöglich. Im November 1941 musste dieser schließlich eingestellt werden, da ein Großteil der Spieler zur Wehrmacht eingezogen worden war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begannen ehemalige Vereinsmitglieder mit der Wiederaufnahme der Vereinsarbeit. Die Ausgangslage war äußerst schwierig. Die Sportanlage an der Mechtenbergstraße war durch Kriegseinwirkungen weitgehend zerstört worden. Bombenschäden hatten große Teile der Anlage unbrauchbar gemacht; Umfassungsmauern, Zäune, Tore und Sitzgelegenheiten waren beschädigt oder vollständig zerstört. Darüber hinaus fehlte es an grundlegender Sportausrüstung wie Fußballschuhen, Trikots und Bällen. Der gesamte Vereinsbetrieb musste daher unter schwierigen materiellen Bedingungen neu organisiert werden.

Da die eigene Sportanlage zunächst nicht genutzt werden konnte, wurden die ersten Nachkriegsspiele im Stadion Halfmannshof ausgetragen. Parallel dazu beteiligten sich zahlreiche Vereinsmitglieder am Wiederaufbau der Anlage an der Mechtenbergstraße. In der Vereinsführung kam es in dieser Zeit zu mehreren Wechseln. Auf Heinz Kernemann folgten zunächst H. Passenberg und anschließend Otto Erdmann. 1946 übernahm Karl Brock den Vorsitz. Die sportlichen Ergebnisse der ersten Mannschaft zwischen 1945 und 1949 waren wechselhaft; dennoch gelang es, den Verbleib in der Bezirksklasse zu sichern.

In der Saison 1949/50 verfügte der SVR wieder über eine ausgeglichene Mannschaft. Nach einer erfolgreichen Hinrunde und dem Gewinn der Herbstmeisterschaft beendete die Mannschaft die Saison schließlich auf dem dritten Tabellenplatz. Der benachbarte TuS 1910 gewann die Meisterschaft und stieg in die Landesliga auf. Dadurch entwickelte sich innerhalb Rotthausens eine ausgeprägte sportliche Konkurrenz zwischen den beiden Vereinen.

Zu Beginn der Saison 1950/51 musste der Verein seinen traditionsreichen Platz an der Mechtenbergstraße erneut aufgeben. Ein Siedlungsbauprojekt und Maßnahmen im Bereich der „Alten Beke“ verhinderten eine weitere Nutzung der bisherigen Anlage. Der SVR nahm daraufhin das Angebot der Stadtverwaltung an und siedelte dauerhaft zum Halfmannshof über. Die Integration mehrerer Nachwuchsspieler führte gleichzeitig zu einer Verjüngung der ersten Mannschaft. Diese personelle Neuausrichtung zeigte sportliche Wirkung: 1951 gewann der SV Rotthausen die Meisterschaft und stieg in die Landesliga auf.

Der Aufenthalt in der Landesliga war zunächst jedoch nicht von Dauer. Zwei Jahre später musste die Mannschaft die Spielklasse wieder verlassen. Die Vereinschronik führt hierfür insbesondere Spielerabgänge und eine unzureichende Trainingsbeteiligung als Gründe an. In den folgenden Jahren wurde die Mannschaft systematisch umgebaut. Dieser Neuaufbau konnte bis 1959 weitgehend abgeschlossen werden und führte zu einer erneuten sportlichen Stabilisierung.

In der Saison 1959/60 kämpfte der SVR gemeinsam mit Westfalia Buer um die Meisterschaft. Beide Mannschaften beendeten die reguläre Spielzeit punktgleich, sodass ein Entscheidungsspiel erforderlich wurde. Dieses fand im Fürstenberg-Stadion in Horst-Emscher vor rund 4.500 Zuschauern statt. Der SV Rotthausen gewann mit 2:0 und erreichte damit erneut den Aufstieg in die Landesliga. Rund 1.000 Anhänger des Vereins begleiteten die Mannschaft zu dieser Begegnung.

Auch in der Landesligasaison 1960/61 konnte sich die Mannschaft behaupten und schloss die Spielzeit als Tabellenvierter ab. Für einen Aufsteiger stellte dies ein bemerkenswertes Ergebnis dar. Zu den sportlichen Höhepunkten dieser Zeit gehörte außerdem eine Festwoche, in deren Rahmen der SVR Freundschaftsspiele gegen höherklassige Vereine wie Wattenscheid 09, den Meidericher SV und Schalke 04 austrug. Zwar gingen alle drei Begegnungen verloren, sie stellten jedoch aufgrund der namhaften Gegner bedeutende Ereignisse im Vereinsleben dar.

1964 erreichte der Verein einen weiteren Pokalerfolg. Im Endspiel um den Nachbarschulte-Pokal besiegte der SV Rotthausen in der Hüller-Kampfbahn die Lizenzspielermannschaft von Eintracht Gelsenkirchen mit 2:0. Nachdem die Mannschaft in der Saison 1962/63 aus der Landesliga abgestiegen war, gelang ihr in der Spielzeit 1967/68 die Rückkehr in diese Klasse. In der entscheidenden Begegnung gegen Horsthausen erzielten Mokry und Weiffenbach die Tore zum erfolgreichen Aufstieg. In der folgenden Landesligasaison etablierte sich der SVR zunächst im gesicherten Tabellenmittelfeld.

Zu Beginn der 1970er-Jahre verschlechterte sich die sportliche Situation erneut. Nach der Saison 1969/70 verließen mehrere leistungsstarke Spieler den Verein. Hinzu kam der Wechsel des langjährigen Trainers und früheren Stammspielers Norbert Furtkamp zum VfB Gelsenkirchen. Sein Nachfolger Dieter Buschmann konnte die entstandenen personellen Defizite nicht vollständig ausgleichen. 1972 geriet die Mannschaft zunehmend in Abstiegsgefahr. Auch der später verpflichtete Trainer Wilfried Jagusch konnte den Abstieg in die Bezirksklasse nicht mehr verhindern. Ein Jahr später folgte der weitere Abstieg in die 1. Kreisklasse.

Zwischen 1973 und 1980 prägten insbesondere Werner Petri als erster Vorsitzender und Herbert Brothun als erster Geschäftsführer die Vereinsführung. Sportlich gelang in dieser Phase trotz verschiedener Anläufe zunächst keine Rückkehr in die Bezirksklasse. Am 17. Mai 1975 verlor der SVR ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen Westfalia 04 nach Verlängerung mit 1:2. Auch 1978 bot sich erneut eine Aufstiegsmöglichkeit. Im Entscheidungsspiel gegen Erle 19 galt Rotthausen nach Darstellung der Chronik als Favorit, unterlag jedoch mit 1:2. Die anschließenden Spielerabgänge machten einen erneuten personellen Neuaufbau erforderlich.

In der Saison 1978/79 verließen mehrere Spieler die Mannschaft. Der SVR reagierte darauf mit einer verstärkten Einbindung junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Unter anderem wurden Ralf Bolzien und Rudi Braumann vorzeitig in den Seniorenbereich übernommen. Gemeinsam mit weiteren ehemaligen Jugendspielern bildeten sie unter Trainer Wolfgang Peters eine weitgehend neu zusammengestellte Mannschaft. Trotz der personellen Veränderungen erreichte diese am Saisonende den fünften Tabellenplatz.

Auch organisatorisch war diese Zeit von Veränderungen geprägt. Auf der Jahreshauptversammlung im Februar 1980 trat der gesamte Vorstand aus persönlichen Gründen zurück. Nachdem zunächst keine Nachfolger gefunden werden konnten, beteiligten sich die langjährigen Vereinsmitglieder Karl Gerhardt und Karl Brock an der Neuorganisation. Schließlich wurde Otto Cramme zum ersten Vorsitzenden gewählt. Seine Vorstandstätigkeit endete am 31. Juli 1982. Auf der anschließenden Generalversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt. Peter Büteröwe übernahm den Vorsitz, Werner Petri wurde zweiter Vorsitzender und Herbert Brothun erster Geschäftsführer. Weitere Funktionen übernahmen unter anderem Thomas Neumann, Josef Mokry und Manfred Kuhn. Später wurden Werner Wulf und Udo Schmidt in den Vorstand gewählt. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Trainer Wolfgang Peters und Mannschaft führte in der Mitte der 1980er-Jahre erneut zu einer erfolgreichen sportlichen Phase. Der SV Rotthausen erreichte den Aufstieg in die Bezirksliga. In der entsprechenden Aufstiegssaison blieb die erste Mannschaft ungeschlagen und erzielte ein Punkteverhältnis von 53:7 sowie ein Torverhältnis von 96:13. Maik Steffens wurde mit 31 Treffern erfolgreichster Torschütze der Mannschaft und zugleich Torschützenkönig in Gelsenkirchen. Die Meisterschaft wurde mit einer Aufstiegsfeier am 15. Juni 1985 gewürdigt.

Nach einem zunächst erfolgreichen Start in die Bezirksliga geriet die Mannschaft jedoch erneut in sportliche Schwierigkeiten. Nach fünf Spieltagen hatte sie noch den dritten Tabellenplatz belegt, verlor anschließend jedoch zahlreiche Begegnungen und geriet zunehmend in Abstiegsgefahr. Innerhalb des Vereins entstanden Meinungsverschiedenheiten, in deren Folge Trainer Wolfgang Peters sowie die Spieler Maik Steffens und Ralf Bolzien den Verein verließen. Auf Empfehlung Norbert Furtkamps wurde anschließend Jürgen Zipner als neuer Trainer verpflichtet. Trotz seiner Bemühungen konnte der Abstieg in die Kreisliga nicht mehr verhindert werden.

Auch in der Saison 1986/87 verlief die sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft wechselhaft. Nach einem zunächst erfolgreichen Saisonbeginn verschlechterten sich die Ergebnisse, sodass erneut Abstiegsgefahr bestand. Trainer Jürgen Zipner legte schließlich sein Amt nieder und übergab die sportliche Verantwortung an Werner Wulf. Dieser stabilisierte die Mannschaft unter Einbeziehung von Spielern der zweiten Mannschaft und konnte den drohenden Abstieg abwenden.

Eine besonders erfolgreiche Saison absolvierte dagegen die zweite Mannschaft. Unter der organisatorischen Verantwortung von Udo Schmidt gewann sie 1986/87 die Meisterschaft der Kreisliga C, Gruppe 2. Während der gesamten Saison verlor die Mannschaft lediglich eine Begegnung und stieg anschließend in die Kreisliga B auf. Dieser Erfolg verdeutlichte zugleich die Bedeutung der zweiten Mannschaft für die sportliche Gesamtstruktur des Vereins, da deren Spieler regelmäßig auch zur Unterstützung der ersten Mannschaft eingesetzt wurden.

Neben der sportlichen Entwicklung spielte das ehrenamtliche Engagement im SV Rotthausen eine zentrale Rolle. Dies zeigte sich beispielsweise bei der Organisation und Durchführung des Platzverkaufs und der Bewirtung bei Heimspielen. Zahlreiche Vereinsmitglieder übernahmen diese Tätigkeiten unentgeltlich und trugen damit sowohl zur Finanzierung als auch zum organisatorischen Ablauf des Spielbetriebs bei. Die ursprüngliche Vereinschronik hebt dieses Engagement ausdrücklich als wichtigen Bestandteil des Vereinslebens hervor.

Insgesamt war die Entwicklung des Spielvereins Rotthausen 1912 in seinen ersten 75 Jahren von erheblichen historischen, organisatorischen und sportlichen Veränderungen geprägt. Zwei Weltkriege führten zu Unterbrechungen des Spielbetriebs und zum Verlust zahlreicher Vereinsmitglieder sowie großer Teile der Infrastruktur und Dokumentation. Hinzu kamen wiederholte Sportplatzwechsel, wirtschaftliche Schwierigkeiten, personelle Veränderungen und unterschiedliche sportliche Phasen mit Auf- und Abstiegen. Gleichzeitig gelangen dem Verein mehrfach bedeutende sportliche Erfolge, darunter Meisterschaften, Pokalsiege und Aufstiege bis in die Landesliga.

Über den unmittelbaren Wettkampfsport hinaus lässt die Vereinsgeschichte erkennen, dass der SV Rotthausen über Jahrzehnte eine wichtige soziale Funktion innerhalb des Stadtteils erfüllte. Insbesondere die Förderung des Nachwuchses, die ehrenamtliche Mitarbeit zahlreicher Mitglieder und die langfristige Bindung ehemaliger Spieler und Funktionäre bildeten wesentliche Voraussetzungen für den Fortbestand des Vereins. Die Geschichte des SVR verdeutlicht damit beispielhaft die Bedeutung lokaler Sportvereine als Orte sportlicher Betätigung, sozialer Integration und gemeinschaftlichen Engagements.

Saisonstationen SV Rotthausen 1912 e.V. I

Ligenzugehörigkeit SV Rotthausen 1912 e.V. I
Saison Liga Platz gespielt gewonnen unentschieden verloren Tore Punkte
1918/1919 A Klasse II.Abt. Bochum/Gelsenkirchen 07 6 3 0 3 11-14 6
1919/1920 B Klasse 04 ?? ?? ?? ?? ??-?? ??
1931/1932 1.Ruhrbezirksklasse 04 18 ?? ?? ?? 42-39 20
1932/1933 1.Ruhrbezirksklasse 03 18 ?? ?? ?? 41-36 21
1936/1937 Gauliga Westfalen 06 18 ?? ?? ?? 32-44 17
1937/1938 Gauliga Westfalen 10 18 ?? ?? ?? 16-71 4
1952/1953 Landesliga Westfalen Gruppe III 13 25 6 3 16 36-67 15
1954/1955 Bezirksklasse Westfalen Gruppe V 02 27 15 5 7 53-31 35
1955/1956 Bezirksklasse Westfalen Gruppe VIII 03 32 19 2 11 82-59 40
1956/1957 Bezirksklasse Westfalen Gruppe VIII 02 29 19 6 4 84-47 44
1957/1958 Bezirksklasse Westfalen Gruppe XIII 11 25 8 6 11 39-45 22
1958/1959 Bezirksklasse Westfalen Gruppe XIII 06 27 14 4 9 58-40 32
1959/1960 Bezirksklasse Westfalen Gruppe XIII 01 25 17 6 2 79-24 40
1960/1961 Landesliga Westfalen Gruppe III 04 28 13 9 6 75-45 35
1961/1962 Landesliga Westfalen Gruppe III 08 26 7 9 10 41-50 23
1968/1969 Landesliga Westfalen Gruppe III 11 32 ?? ?? ?? 52-56 30
1969/1970 Landesliga Westfalen Gruppe III 10 30 ?? ?? ?? 46-57 29
1970/1971 Landesliga Westfalen Gruppe III 13 30 ?? ?? ?? 30-54 24
1971/1972 Landesliga Westfalen Gruppe III 15 28 ?? ?? ?? 23-66 10
1973/1974 I.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 04 28 17 6 5 75-32 40
1974/1975 I.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 02 30 21 5 4 89-42 47
1975/1976 I.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 03 30 17 9 4 84-32 43
1976/1977 I.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 03 30 20 4 6 88-42 44
1977/1978 I.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 01 30 21 7 2 75-34 49
1978/1979 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 10 30 10 7 13 34-45 27
1979/1980 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 07 30 11 10 9 42-35 32
1980/1981 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 06 30 14 5 11 56-49 33
1981/1982 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 13 30 7 9 14 45-49 23
1982/1983 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 10 30 8 12 10 32-39 28
1983/1984 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 03 30 16 7 7 47-27 39
1984/1985 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 01 30 23 7 0 96-33 53
1986/1987 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 09 30 8 11 11 49-50 27
1987/1988 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 06 30 12 8 10 49-34 32
1988/1989 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 03 30 20 5 5 75-29 45
1989/1990 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 01 30 21 7 2 73-21 49
1993/1994 Verbandsliga Westfalen Gruppe Nordost 07 32 ?? ?? ?? 64-44 36
1994/1995 Verbandsliga Westfalen Gruppe Südwest 02 30 ?? ?? ?? 53-34 38
1995/1996 Oberliga Westfalen 12 28 ?? ?? ?? 32-64 25
1996/1997 Oberliga Westfalen 07 30 ?? ?? ?? 41-49 42
1997/1998 Oberliga Westfalen 14 28 ?? ?? ?? 39-61 27
1998/1999 Verbandsliga Westfalen Gruppe Südwest 02 30 ?? ?? ?? 64-32 59
1999/2000 Oberliga Westfalen 17 0 0 0 0 0-0 0
2000/2001 Verbandsliga Westfalen Gruppe Südwest 16 0 0 0 0 0-0 0

Saisonstationen SV Rotthausen 1912 e.V. II

Ligenzugehörigkeit SV Rotthausen 1912 e.V. II
Saison Liga Platz gespielt gewonnen unentschieden verloren Tore Punkte
1961/1962 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe I 13 26 4 6 16 42-88 14
1965/1966 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe I 10 23 7 3 13 62-77 17
1967/1968 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 03 16 9 2 5 56-31 20
1968/1969 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe III 06 18 7 3 8 32-22 17
1969/1970 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe III 08 25 9 3 13 56-61 21
1970/1971 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe III 10 25 9 4 12 45-68 22
1971/1972 II.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 12 26 5 2 19 30-88 12
1974/1975 III.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 04 24 12 6 6 65-40 30
1975/1976 III.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 05 23 13 4 6 71-43 30
1976/1977 III.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 02 25 20 2 3 102-35 42
1977/1978 III.Kreisklasse Gelsenkirchen Gruppe II 01 30 21 5 4 83-40 47
1978/1979 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 16 32 5 6 21 45-65 16
1979/1980 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 06 24 9 7 8 43-46 25
1980/1981 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 02 26 19 4 3 71-39 42
1981/1982 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 16 30 3 2 25 37-98 8
1982/1983 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 09 30 10 8 12 43-44 28
1983/1984 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 07 29 12 5 12 49-39 29
1984/1985 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 05 30 13 9 8 54-39 35
1985/1986 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe V 02 22 14 5 3 60-22 33
1986/1987 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 01 26 20 5 1 91-26 45
1987/1988 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 16 30 1 4 25 29-86 6
1988/1989 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 02 28 16 8 4 66-32 40
1989/1990 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe II 02 24 16 7 1 83-16 39
1990/1991 Kreisliga C Gelsenkirchen Gruppe VI 01 24 18 2 4 93-14 38
1991/1992 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 03 30 16 9 5 71-37 41
1992/1993 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 08 30 12 6 12 42-40 30
1993/1994 Kreisliga B Gelsenkirchen Gruppe II 02 30 13 13 4 58-31 39
1994/1995 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 12 30 8 9 13 38-57 25
1995/1996 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 02 30 16 9 5 66-31 57
1996/1997 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 09 30 11 7 12 39-51 40
1997/1998 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 14 30 8 7 15 33-55 31
1998/1999 Kreisliga A Gelsenkirchen Gruppe II 15 30 4 5 21 27-90 17

Persönlichkeiten

Nachfolgeverein SSV/FCA Rotthausen

Logo des SSV/FCA Rotthausen
SSV/FCA Rotthausen
Name SSV/FCA Rotthausen
Spielstätte Bezirkssportanlage Auf der Reihe
Plätze 1500
Liga Kreisliga A Gelsenkirchen
2024/25 9. Platz

Geschichte

Gleichzeitig wurde mit dem SSV Rotthausen 2000 ein Nachfolgeverein gegründet, der am 27. März 2001 mit dem 1. FC Achternberg zum SSV/FCA Rotthausen fusionierte.[1] Der 1. FC Achternberg war ein Fußballverein aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen. Größter Erfolg der Achterberger war die Qualifikation für den DFB-Pokal 1985/86 als damaliger Bezirksligist. In der ersten Runde unterlag der 1. FC Achternberg dem damaligen Zweitligisten VfL Osnabrück auf der Bezirkssportanlage Auf der Reihe mit 0:2. Von 1987 bis 1989 spielte der 1. FC Achternberg in der Landesliga.

Der neu gegründete SSV/FCA Rotthausen schaffte in der Saison 2006/07 den Aufstieg in die Bezirksliga. Nach nur drei Spielzeiten mussten die Südstädter jedoch 2010 den Abstieg in die Kreisliga A hinnehmen. Es gelang der sofortige Wiederaufstieg und 2014 wurden die Rotthausener Vizemeister hinter dem VfB Günnigfeld. Drei Jahre später musste die Mannschaft wieder in die Kreisliga A absteigen.[3]

Persönlichkeiten

Mit Connor Krempicki brachte der Verein einen späteren Profi hervor.

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 407.
  2. ↑ SV Rotthausen. Tabellenarchiv.info, abgerufen am 11. Mai 2019.
  3. ↑ SSV/FCA Rotthausen. Tabellenarchiv.info, archiviert vom Original am 16. April 2021; abgerufen am 11. Mai 2019.

Weblinks